Ferienpass weiterdenken: bessere Jugendangebote, einfachere Abläufe

Der Kelkheimer FerienpassFoto: Stadt

Kelkheim (kez) – Die FDP-Fraktion begrüßt, dass die Stadt die Beteiligung von Jugendlichen am Ferienpass künftig stärker in den Blick nimmt und nachbessern will. Das ist das Fazit der Liberalen nach der Antwort des Magistrats auf ihre Anfrage. Beim Ziel, insbesondere ältere Kinder und Jugendliche besser anzusprechen, sieht die Fraktion jedoch weiterhin deutlichen Verbesserungsbedarf.

Aus Sicht der FDP überzeugen die neu aufgenommenen Angebote für Jugendliche – ein Baumwipfelpfad und ein Malplatz – nur bedingt. Attraktivere Ziele wie der Pinta Beach in Raunheim oder das Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum wurden zwar angefragt, konnten jedoch nicht für eine Teilnahme gewonnen werden. Kritisch sieht die Fraktion außerdem, dass die Auswahl der neuen Angebote im Wesentlichen auf den Einschätzungen einer Auszubildenden und einer FSJlerin beruhte. Eine echte Beteiligung der Zielgruppe sei das nicht.

Umso positiver bewertet die FDP die Ankündigung der Stadt, künftig alle Kinder und Jugendlichen direkt nach ihren Wünschen zu befragen. Daran möchte die Fraktion anknüpfen und prüfen lassen, wie sich attraktive Freizeitangebote künftig besser für den Ferienpass gewinnen lassen. Ein wichtiger Ansatzpunkt sind aus ihrer Sicht einfachere und digitale Abläufe beim Einlösen und Abrechnen der Gutscheine. Dass das bisherige Coupon-System für manche Anbieter wenig attraktiv ist, zeige sich daran, dass der Opel-Zoo und der Freizeitpark Lochmühle nicht am 1-Euro-Coupon-Konzept teilnehmen wollten und nur über eigens eingerichtete Sondergutscheine eingebunden werden konnten.

Nach Ansicht der FDP bietet auch die Kostenstruktur des Ferienpasses Anlass, über effizientere Abläufe nachzudenken. Nach Angaben der Verwaltung bezuschusst die Stadt jeden Ferienpass mit rund 15 Euro – mehr, als er im Verkauf kostet. Ein erheblicher Teil dieser Mittel kommt Kindern aus Familien zugute, die Sozialleistungen beziehen und den Ferienpass kostenlos erhalten. Gleichzeitig weist die Verwaltung auf den hohen Aufwand für Gestaltung, Produktion und Abwicklung der Pässe und Gutscheine hin. Hier sieht die FDP Einsparpotenzial durch digitale Verfahren. Denn trotz des finanziellen und organisatorischen Aufwands nutzt bislang nur etwa jedes achte anspruchsberechtigte Kind das Angebot.

„Die Stadt legt auf jeden Ferienpass mehr drauf, als er kostet, und räumt selbst einen erheblichen Aufwand bei der Erstellung ein“, sagt Marvin Schopf, FDP-Mitglied im Ausschuss für Soziales, Vereine, Kultur und Integration. „Dass die Stadt künftig alle Kinder und Jugendlichen nach ihren Wünschen fragen will, ist deshalb der richtige Schritt. Wenn wir gleichzeitig die Abläufe einfacher und digitaler gestalten, steigen auch die Chancen, attraktive Partner wie einen Beachclub oder das Kino im MTZ für den Ferienpass zu gewinnen. Geld und Potenzial sind vorhanden – sie müssen nur stärker bei den Kindern ankommen. Genau dafür setzen wir uns im Ausschuss ein.“



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