Großartige Stimmung bei erster Kappensitzung der Frauengemeinschaft St. Martin Hornau

Weihnachten ist noch nicht lange her – darum ging es dann auch in der Büttenrede von Renate Bentz.

Hornau (nd) – Am vergangenen Samstag wurde in Hornau die diesjährige erste Kappensitzung der Frauengemeinschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin zelebriert. Unter dem Motto „Horne is vorne“ war die Stimmung von Anfang an beschwingt und es wurde gefeiert, bis der Bembel wackelt. Im liebevoll geschmückten Saal des Gemeindezentrums hatten sich zahlreiche Närrinnen und Narren eingefunden, um dem Spektakel beizuwohnen. Die Jecken hatten sich nicht lumpen lassen und sich ordentlich herausgeputzt; römische Imperatoren schunkelten mit Punkern und Kängurus mit Bananen. Auch Bürgermeister Albrecht Kündiger war gekommen. Seine Verkleidung machte ihn sozusagen zu „König Albi dem Ersten“.

Die Sitzung wurde von Conny Eiselt und Christiane Heßling souverän und amüsant moderiert.

Ein Abend voll Tanz und Gesang

Nicht nur im Publikum wurde getanzt und gelacht, sondern auch auf der Bühne. Den Anfang machten die aktiven Mitglieder der Frauengemeinschaft. Im Stil der goldenen 20er Jahre legten sie eine flotte Sohle aufs Parkett. Die Paillettenkleider glitzerten, die Federboas wirbelten umher und das Publikum hielt es nicht mehr auf den Sitzen.

Eine Gardetanzgruppe durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen, denn der Showtanz gehört zur hessischen Fassenacht wie der Ebbelwoi zum Bembel. Diesen Programmpunkt übernahm die Schautanzgruppe Exthasia des FCV Fischbach. Mit ihrem Tanz zu „Run the World (Girls)“ von Beyoncé begeisterten sie die Zuschauer. Diese können sich auf weitere Auftritte von Exthasia freuen, da die Tanzgruppe die Kappensitzung der Frauengemeinschaft auch künftig begleiten wird.

Die drei Tänzerinnen Luisa, Ricarda und Sophie verzauberten mit ihrem Tanz zu Britney Spears‘ „Toxic“ nicht minder. Das Trio gehört keiner Tanzgruppe an und hat die Darbietung selbst entworfen und eingeübt.

Die heißblütige Spaniervorführung der Hornauer Damen riss dann auch den letzten Feiermuffel vom Stuhl. Zu „Macarena“ und „Volare“ wurden vor und auf der Bühne die Hüften geschwungen.

Büttenrede und Kochsendung

Weihnachten ist noch nicht so lange her, und so drehte sich in der Büttenrede von Renate Bentz alles um dieses Thema. Ob die Gebäckwünsche des Gatten oder die Weihnachtsbeleuchtung – man fühlte sich direkt in den Advent zurückversetzt. „Im Weihnachtsrausch dann hochbeglückt; die Fenster isch mit Lischtern schmück“, berichtete Bentz. Ihr Ehemann habe dann zu ihr gesagt, dass er keine Lichter sehe. Somit sei Weihnachten dann wenigstens ein guter Anlass, mal die Fenster zu putzen.

Für große Erheiterung sorgte auch der „Mädelsabend“. Vier Damen schauten mit Begeisterung Kochsendungen. So wie manch einer dem Fußball frönt, taten sie es beim kulinarischen Fernsehprogramm. Die Stars auf dem Platz – Tim Mälzer, Steffen Henssler und Jamie Oliver. Statt „Schwarz-weiß wie Schnee, das ist die SGE“ zu singen, passten auch die Texte zum schlemmerhaften Thema. „Kokosmilch? Oh nee, oje wenn ich die seh, wir holen die Sojasahne raus und wir werden Deutscher Meister“, sangen die vier Küchenchefinnen mit stolz geschwellter Brust.

„Horner Gebabbel“ bringt Aktuelles auf den Tisch

Das „Horner Gebabbel“ ist eine feste Institution bei den Sitzungen der Hornauer Frauengemeinschaft. Man trifft sich im Friseursalon „Krauser Wersching“ und bespricht das aktuelle Stadtgeschehen. Ob die neuesten Restaurants, der Hornauer Adventsmarkt, Bürokratie oder das Sterben der Geschäfte in der Innenstadt – was Hornau bewegt, kam auch auf den Tisch. Auch ob die Stephanuskirche, ein Brutalismusbau aus den 60er Jahren, ein schützenswertes Gebäude ist, fragten sich die Besucherinnen des Friseursalons – sicherlich Ansichtssache. Natürlich gab es nicht nur Grund zur Beschwerde. Gelobt wurde beispielsweise die Ausstellung „Special Moments“ zur 40-jährigen Städtepartnerschaft Kelkheim – High Wycombe, mit Fotos von Peter Hillebrecht. Darauf tönte ein lautes „Prost Hilli“ durch den Saal.

Fasching fängt gerade erst richtig an

Die 5. Jahreszeit fängt ja eigentlich gerade erst so richtig an, und deswegen war es auch nicht die letzte Chance, die Kappensitzung der Frauengemeinschaft St. Martin zu besuchen. Diesen Freitag (30. Januar) findet die zweite Kappensitzung statt. Wer die oben genannten und viele weitere zauberhafte Programmpunkte erleben möchte, bekommt noch Karten an der Abendkasse. Die Sitzung wird im Saal der Kirchengemeinde in der Rotlintallee 10 ausgerichtet. Letztmalig wird die Tanzgruppe Misirizzi vom FCV Fischbach an diesem Abend bei der Kappensitzung in Hornau dabei sein.

Ein Verein mit Geschichte

Die Frauengemeinschaft St. Martin feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum. Vor 110 Jahren wurde sie als Mütterverein von Pater Ludgerus gegründet. Als fester Bestandteil der Pfarrgemeinde bieten die Mitglieder der Frauengemeinschaft stets eine helfende Hand, beispielsweise beim Pfarrfest. Die erste Karnevalssitzung fand dann im Jahr 1981 statt und wird seitdem jedes Jahr ausgerichtet. Schon zuvor hatten sich die Damen an Fasching getroffen und im kleineren Kreise gefeiert. Zu Kaffee und Kuchen gab es auch damals amüsante Beiträge und Büttenreden. Was klein anfing, mauserte sich über die Jahre zu zwei großen Kappensitzungen, die man sich als echter Jeck nicht entgehen lassen sollte. Damit die Sitzungen und die Aktivitäten des Vereins auch in vielen Jahren noch Bestand haben, freuen sich die Mitglieder der Frauengemeinschaft St. Martin stets über neue Mitglieder jeden Alters.

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