„Ein Haus voll Glorie schauet“ – „AdFontes“ begeisterte in Ruppertshain

Ruppertshain (kez) – Mit dem gemeinsam und kräftig gesungenen Kirchenlied „Ein Haus voll Glorie schauet, weit über alle Land“ begann das Konzert „AdFontes“ in der umgebauten St. Matthäus-Kirche in Ruppertshain. Passender hätte der Auftakt kaum sein können. „Die umgebaute St. Matthäus-Kirche mit der Kita St. Maria ist in der Tat ein Haus voll Glorie“, betonte Thomas Zellhofer, Vorsitzender des Vereins Stimme für Ruppertshain, in seiner Begrüßung. „Eine Kindertagesstätte in der Kubatur einer Kirche mit einem sakralen Raum – dafür muss man schon nach Ruppertshain kommen. Uns ist deutschlandweit nur noch ein weiteres vergleichbares Beispiel bekannt: die Frohbotschaftskirche in Hamburg-Dulsberg.“

Eingeleitet wurde der Abend mit einem spirituellen Impuls von Gemeindereferentin Ursula Müller. Sie griff den Titel des Konzerts auf und erklärte dessen tiefere Bedeutung: „Zu den Quellen erinnert uns daran, dass wir Menschen gut beraten sind, immer wieder zu dem zurückzukehren, was uns trägt, nährt und lebendig macht. In einer Zeit, in der wir funktionieren, leisten und ständig beschäftigt sind, wird unsere Seele durstig. Dann beginnt die innere Suche nach der Quelle.“

Anschließend entführten die Künstlerinnen Violeta Samon, Daria Tymoshenko und Valeria Maksymova das Publikum auf eine musikalische Reise durch die Ukraine. Die drei Musikerinnen präsentierten ihr Programm „AdFontes“ – „Zu den Quellen“ –, das Anfang Mai im Gemeindezentrum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt-Bockenheim seine Premiere gefeiert hatte.

Das Konzert versteht sich als Einladung, musikalische Wurzeln neu zu entdecken. Es vereint Werke ukrainischer Komponisten verschiedener Epochen – von traditionellen Volksliedern über klassische Kompositionen bis hin zu populären Liedern der 1950er- bis 1970er-Jahre sowie zeitgenössischer Musik. Im Mittelpunkt steht dabei Musik, die über lange Zeit kaum gehört werden konnte und heute wieder ihren Platz auf den Konzertbühnen findet.

Den Auftakt bildete das Präludium aus der „Ukrainischen Suite in Form alter Tänze und Volkslieder“ op. 2 von Mykola Lysenko (1842–1912). Es folgten Werke weiterer ukrainischer Komponisten bis in die Gegenwart. Besonders eindrucksvoll gelang das Wiegenlied von Anatoli Kos-Anatolskyi (1909–1983). Mit einem kraftvollen forte fortissimo ließ die Sopranistin das Weinen eines Babys förmlich hörbar werden, ehe die Musik in ein zartes piano pianissimo überging und den Eindruck vermittelte, das Kind sei behutsam wieder eingeschlafen.

Alle drei Künstlerinnen verbindet nicht nur ihre musikalische Ausbildung, sondern auch ihr persönliches Schicksal. Sie wurden in der Ukraine geboren und mussten infolge des russischen Angriffskrieges ihre Heimat verlassen. In Frankfurt fanden sie eine neue künstlerische Heimat und schlossen 2025 ihr Masterstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt erfolgreich ab. Inzwischen haben sie sich als Trio in Frankfurt und der Region einen Namen gemacht. Ihre Eigenkomposition „Nimm mich mit in deine Träume“ wurde bereits mehrfach erfolgreich aufgeführt und lässt auf weitere gemeinsame Projekte des Ensembles gespannt sein.

Das Publikum dankte den drei Musikerinnen mit lang anhaltendem Applaus. Erst nach einer Zugabe endete ein Konzertabend, der eindrucksvoll zeigte, wie Musik Brücken schlagen, Erinnerungen bewahren und Hoffnung schenken kann.

Ankündigungen

Samstag, 1. August: 5. Ruppscher Äppelwoifest um 15 Uhr bei Kerstin und Volker Böttger in der Robert-Koch Str. 40

Samstag, 19. September, um 19 Uhr – 10. Kelkheimer Kerzenscheinkonzert, LOVE SONGS mit Meike Garden und Singer-Song Writer Luke Greenstone, Bürgerhaus Fischbach, Am Rathausplatz 3

Samstag, 19. Dezember, um 16 Uhr – 11. Kelkheimer Kerzenscheinkonzert mit den Blasorchestern von Hornau und Münster (Ort noch offen)

Daria Tymoshenko (Sopran), Valeria Maksymova (Piano) und Violeta Samon (Sopran) bei AdFontes in St. Matthäus in RuppertshainFoto: AdFontes – privat



X