Die kirchliche Statistik für das Bistum Limburg 2020

Die Corona-Pandemie hat das kirchliche Leben im vergangenen Jahr massiv beeinträchtigt. Das ist eine der Kern-Informationen aus dem Bistum Limburg über das Jahr 2020, also im übertragenden Sinne auch für Kelkheim. Neben dem langfristigen Trend einer zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft schlägt sich das im Bistum Limburg in der Kirchlichen Statistik 2020 nieder. Auch die Kirchengemeinden in Kelkheim, ob katholisch oder evangelisch, sind massiv davon betroffen gewesen.

So sank die Zahl der Gottesdienstbesuchenden im Bistum von 51.131 im Jahr 2019 auf 33.554 Personen. Der Anteil der Gottesdienstbesucher unter allen Katholikinnen und Katholiken fiel von 8,6 auf 5,8 Prozent. Das ist sicherlich auch vor dem Hintergrund zu sehen , dass Gottesdienste nicht gefeiert, Angebote von Seelsorge nicht wie gewohnt organisiert werden konnten.

Weil viele Angebote und Gottesdienste ersatzlos gestrichen werden mussten, habe sich die Pandemie auch bei den Sakramenten und Kasualien bemerkbar gemacht. Im Bistum wurden 2.078 Personen getauft (2019: 3.545). Die Zahl der Personen, die die Erstkommunion empfingen, sank von 4.473 im Jahr 2019 auf 3.441, gefirmt wurden 2.316 Menschen (2019: 3190). 237 Paare spendeten sich das Ehesakrament (2019: 904). Bestattet wurden 5.902 Personen (2019: 6.173). Zur katholischen Kirche traten 47 Christinnen und Christen über (2019: 68), 208 Menschen traten wieder in die Kirche ein (2019: 225).

Dann das Problem der Kirchenaustritte. Sie sind hoch geblieben. Zum Bistum Limburg, das Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz umfasst, gehörten 2020 laut der Statistik 579.687 Katholikinnen und Katholiken – das sind etwa 13.000 Personen weniger als 2019. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung sank auf 23 Prozent. Der Rückgang betrifft auch die Zahl der Katholikinnen und Katholiken ohne deutschen Pass, von denen viele in den international geprägten Gemeinden anderer Muttersprache im Bistum beheimatet sind.

Zu ihnen zählten 2020 noch 96.252 Personen und damit etwa 2.000 Menschen weniger als noch 2019 mit 98.159. Im Jahr 2020 erklärten zudem 8.192 Personen den Austritt aus der Kirche. Das entspricht einem Rückgang um etwa 1.200 Personen im Vergleich zum vergangenen Jahr (2019: 9.439 Menschen).

Durch die Pandemie habe die Erosion kirchlichen Lebens der vergangenen Jahre nochmals drastisch zugenommen, stellte Bischof Bätzing fest. Allerdings: „Resignation und innere Abschottung sind keine Lösungen für die Herausforderungen, die vor uns liegen.“ Nötig seien neben mutigen Veränderungen in der Kirche auch Christinnen und Christen, die ihren Glauben entschieden lebten und anderen so zeigten, wie wertvoll und relevant der Glaube für das persönliche Leben sein könne.



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