Köpfe rauchen beim Schoppen: großes Rätselraten im Hornauer „Schäfer Jakob“

Ein Hauch Nostalgie, jede Menge Wissen und noch mehr Grübeleien: Beim Kneipenquiz im „Schäfer Jakob“ rauchten erneut die Köpfe. Die Veranstaltung hat sich mittlerweile als fester Treffpunkt für Quizfreunde in Kelkheim etabliert.Foto: Sven Kluge

Hornau (sk) – Wie viele Jahre verbrachte Odysseus eigentlich bei der verführerischen Nymphe Kalypso? Was um alles in der Welt haben „Magermilchjoghurt“ und „Frankreichtour“ gemeinsam? Und wer stolperte bei den kniffligen Bilderrätseln nicht sofort über einen gezeichneten Käfer im Bett, der nach Franz Kafkas Weltliteratur verlangte?

Wer beim gemütlichen Freitagabend-Schoppen im Gasthaus „Zum Taunus“ – im Volksmund bestens bekannt als der „Schäfer Jakob“ – antritt, braucht weit mehr als nur ein gutes Gedächtnis. Gefragt ist das herrlichste Allgemeinwissen der Welt. Nach dem fulminanten Erfolg der ersten Ausgabe stand nun die lang ersehnte zweite Runde auf dem Programm. Und eines wurde schnell klar: Die Hornauer haben verdammt viel Lust auf die urkomische Mischung aus Denkfabrik, Stammtisch und leichtem Nervenzusammenbruch.

Ein Volltreffer für die Hornauer Kneipenkultur

Seit der erfolgreichen Wiedereröffnung der Hornauer Kultkneipe im vergangenen Jahr bringt das Team frischen Wind in die Gaststube. Neben Schnitzeln, kühlen Getränken und Live-Konzerten hat sich das Kneipenquiz in Rekordzeit als echter Publikumsmagnet etabliert. Dass die Veranstaltung einen Nerv getroffen hat, zeigte sich schon vor dem ersten Rätsel: Aufgrund des riesigen Andrangs wurde das Feld auf stolze zwölf Teams à drei bis vier Personen erweitert. Die Bandbreite der kreativen Mannschaftsnamen reichte dabei von den „METAL HEADS“ über den „Elternabend“ bis hin zum herrlich lokalen Wortspiel „Horne vorne“.

Dass der Abend absolut reibungslos und wie am Schnürchen lief, war vor allem der hervorragenden Organisation zu verdanken. Das Team des „Schäfer Jakob“ rund um Mitinhaberin Manuela Krauß-Ross hatte alle Hände voll zu tun, die rauchenden Denker im voll besetzten Saal zu versorgen, während Quizmaster Andreas Braun gewohnt charmant, souverän und mit einer perfekten Prise Humor durch den Abend führte.

Von Filmikonen, Autodieben und echtem Heimvorteil

Andreas Braun hatte einen extrem vielseitigen Fragenkatalog zusammengestellt, der den Festsaal abwechselnd zum Lachen, Grübeln und kollektiven Staunen brachte. Bei den visuellen Herausforderungen galt es, den Hollywood-Glamour vergangener Tage aufzugreifen und Weltstars wie Paul Newman, Sophia Loren oder den französischen Kinostar Alain Delon auf historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu identifizieren. Zum krönenden Abschluss mussten die Teams aus einer minimalistischen Bilderkette mit Symbolen für einen Mechaniker, einen Indianer, einen Polizisten und einen Cowboy die legendäre Pop-Truppe „Village People“ formen.

Echte Aha-Effekte mit eingebauter Stolperfalle warteten im deutschen Recht. So mancher tippte bei der Frage nach der gesetzlichen Ausweispflicht fälschlicherweise auf ein klares Ja – doch man muss den Personalausweis ab 16 Jahren lediglich besitzen, ihn im Alltag aber nicht zwingend mit sich führen. Wer wiederum sein Auto einfach unverschlossen am Straßenrand stehen lässt und fortgeht, riskiert laut Bußgeldkatalog stolze 15 Euro Verwarnungsgeld wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht. Auch bei der sprachlichen Knobelei um den „Magermilchjogurt“ und die „Frankreichtour“ rauchten die Köpfe, bis das erste Team erlösend bemerkte, dass beide Wörter aus genau 16 Buchstaben bestehen, ohne dass sich auch nur ein einziger Buchstabe wiederholt.

Maximalen Heimvorteil spielte schließlich aus, wer in der Region mit offenen Augen durch die Welt geht und das genaue Baumaterial des nach Brandstiftungen neu errichteten Eppenhainer Atzelbergturms benennen konnte. Für das größte Schmunzeln im Saal sorgten jedoch Fragen zur Historie der eigenen vier Wände: Warum heißt das Gasthaus eigentlich seit Generationen „Schäfer Jakob“? Spätestens hier wurde eifrig an den Tischen geraunt, und als Andreas Braun später noch scherzhaft nach dem „gesellschaftlichen Event“ fragte, das im Frühjahr 2026 im historischen Festsaal eine erfolgreiche Premiere feierte, war die Antwort „Das Hornauer Kneipenquiz“ für die Teams natürlich Ehrensache.

Ein packender Krimi bis zur letzten Minute

Sportlich entwickelte sich der Abend zu einem absoluten Hitchcock-Krimi, bei dem sich das Feld im Laufe des Abends immer enger zusammenschob. Nach dem ersten Durchgang lag noch das Team „Duprasi“ allein vorn, bevor es an der Spitze extrem kuschelig wurde: Zwischenzeitlich kam es zu einer sensationellen dreifachen Spitzenreiter-Kombination, als der „Elternabend“ und die Mannschaft „Die 4 Fragezeichen“ punktgleich gleichzogen. Doch in der packenden Schlussphase bewies „Duprasi“ das stärkste Sitzfleisch, konterte die Angriffe der Konkurrenz erfolgreich aus und setzte sich wieder alleine an die Spitze des Feldes. Jeder Punkt zählte, an den Tischen wurde hitzig debattiert und leise geflüstert – denn Smartphones waren natürlich strengstens verboten.

Mit bärenstarken 26 Punkten machte das Team „Duprasi“ am Ende endgültig den Sack zu und sicherte sich den begehrten ersten Platz. Die fünf Ratefüchse Sebastian, Darko, Ivo, Magda und Sabine machten damit ihrem Teamnamen – der biologischen Bezeichnung für die flinke Rennmaus – alle Ehre und ließen die restliche Konkurrenz knapp, aber verdient hinter sich.

Juni-Termin steht – danach wohlverdiente Sommerpause

Die zweite Auflage hat eindrucksvoll bewiesen, dass das Hornauer Kneipenquiz dank der tollen Initiative der Veranstalter keine Eintagsfliege ist, sondern das Potenzial hat, eine feste Institution im lokalen Veranstaltungskalender zu werden. Wer selbst einmal seine grauen Zellen beim Schoppen testen möchte, muss nicht lange warten: Die dritte Runde steigt bereits am Freitag, 26. Juni, wieder wie gewohnt ab 18.30 Uhr im „Schäfer Jakob“. Anmeldungen nimmt Andreas Braun wieder per E-Mail (abra34[at]web[dot]de) entgegen.

Danach verabschieden sich die Ratefüchse im Juli und August in eine wohlverdiente Sommerpause, um frische Gehirnzellen zu sammeln, bevor es am letzten Freitag im September, 25. September, in die herbstliche Quiz-Saison geht.



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