Kelkheim (kez/ju) – Wer in Kelkheim das Wort „Feuerwehr“ hört, denkt schnell auch an ihn: Ralph Armagni. Am 14. August feierte der Brandmeister a.D. seinen 75. Geburtstag – und blickt auf ein Leben zurück, das wie kaum ein anderes mit der Freiwilligen Feuerwehr Kelkheim-Mitte verbunden ist.
1967 trat er in die Wehr ein, sechs Jahre später saß er bereits im Vorstand. Erst als Schriftführer, dann als stellvertretender Wehrführer und später als Mann für die Öffentlichkeitsarbeit – 35 Jahre prägte er so die Geschicke der Feuerwehr. Doch Ralph Armagni war nicht nur Organisator, sondern auch Gestalter: Er wirkte beim Aufbau der Jugendfeuerwehren mit, kümmerte sich um Fahrzeugbeschaffungen, plante den Neubau des Feuerwehrhauses mit und packte beim Umzug kräftig mit an. Parallel dazu engagierte er sich seit 1981 im Katastrophenschutzstab des Main-Taunus-Kreises. Selbst nach Erreichen der Altersgrenze blieb er aktiv – als Schriftführer im Kreisfeuerwehrverband bis 2022.
Doch es sind nicht nur seine organisatorischen Verdienste, die in Erinnerung bleiben. Ralph Armagni ist ein Mann der Worte – geschliffen, humorvoll, manchmal spitz. Ob als Autor der Feuerwehrchronik zum 100-jährigen Jubiläum oder als „Kelkheimer Beobachter“, der mit einem Augenzwinkern das lokale Geschehen glossierte: Er versteht es, Geschichte und Geschichten lebendig werden zu lassen. Auch als Schöffe am Landgericht Frankfurt bewies er über ein Jahrzehnt hinweg Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein.
Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Ehrungen – von der Ehrenspange der Stadt Kelkheim über das Goldene Brandschutzehrenzeichen bis hin zum Ehrenkreuz des Nassauischen Feuerwehrverbandes.
Beruflich arbeitete der gelernte Industriekaufmann unter anderem bei einem Kelkheimer Büromöbelhersteller und fast drei Jahrzehnte in der Chemieindustrie in Frankfurt-Höchst. Heute genießt er den Ruhestand gemeinsam mit seiner Frau Renate, pflegt Haus und Garten im Förstergrund, tüftelt an seiner Modelleisenbahn und verbringt Zeit mit den drei Enkelkindern.
Bürgermeister Albrecht Kündiger bringt es auf den Punkt: „Ralph Armagnis ehrenamtliches Engagement ist vorbildlich – vor allem für die Feuerwehr, aber auch für andere Themen der Kommunalpolitik. Und er ist ein lebendiges Geschichtsbuch für Kelkheim, besonders, wenn es um die Zeit nach dem Krieg geht.“
75 Jahre – und ein Leben, das zeigt, wie sehr Leidenschaft, Einsatz und Gemeinschaftssinn eine Stadt prägen können.