Mehr als nur ein Heft: Neue Broschüre zeigt, was Ruppertshain ausmacht

Bürgermeister Albrecht Kündiger, Klaus Hartmann, Pierre Popp und Wirt Roland Keller präsentieren das „Prachtsstück“. Der Wegweiser durch die Ruppscher Vereinslandschaft soll Neubürger animieren und Alteingesessene informieren.Fotos: Judith Ulbricht

Ein Wegweiser durch das Dorfleben – und eine Einladung zum Mitmachen

Ruppertshain (ju) – Ein Dorf lebt nicht allein von seinen Straßen und Häusern – selbst wenn die „Lebensader“ wieder in neuem Glanz pulsiert, nachdem fast vier Jahre nichts ging. Es lebt von den Menschen, die sich engagieren, Feste organisieren, Vereine am Laufen halten und Nachbarn zusammenbringen. Genau dieses Lebensgefühl möchte die neue Broschüre „Ruppertshain Erleben – Ihr Wegweiser durch Ruppsch“ vermitteln. Vorgestellt wurde sie im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ – einem von nur noch zwei verbliebenen Restaurants im Bergdorf und Treffpunkt für die Alteingesessenen.

Was zunächst als kleine Informationsbroschüre für Neubürger gedacht war, ist zu einem echten Gemeinschaftsprojekt geworden. Hinter der Idee stehen Pierre Popp und Klaus Hartmann, die Ruppertshain nicht nur vorstellen, sondern erlebbar machen wollen.

„Viele ziehen nach Ruppertshain und wissen anfangs gar nicht, was es hier alles gibt“, sagt Pierre Popp. „Dabei haben wir ein unglaublich aktives Dorfleben.“ Die Broschüre soll deshalb nicht nur informieren, sondern auch Lust machen, sich einzubringen – sei es in einem Verein, bei einer Veranstaltung oder einfach im Miteinander der Dorfgemeinschaft.

Von der Idee zum Gemeinschaftsprojekt

Der Grundstein für die Broschüre wurde bereits vor einigen Monaten gelegt. Mit einem ersten Dummy gingen Popp und Hartmann auf Vereine und Unternehmen zu. Die Resonanz überraschte selbst die Initiatoren.

„Eigentlich wollten wir ein kleines Heft im A5-Format mit rund 24 Seiten machen“, erzählt Popp. „Doch je mehr Vereine und Firmen wir angesprochen haben, desto größer wurde das Interesse.“ Am Ende entstand eine 32-seitige Broschüre im A4-Format, an der sich zahlreiche Vereine, Gewerbetreibende und Unterstützer beteiligt haben.

Für die beiden Initiatoren bedeutete das viele Gespräche, viel Organisation und etliche Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Gelohnt habe sich der Aufwand aber allemal. Die Broschüre wurde und wird an rund 900 Haushalte in Ruppertshain verteilt.

Die Idee selbst ist übrigens nicht neu. Bereits vor Jahren hatte der Ruppertshainer Gastwirt Roland Keller einen ähnlichen Vorschlag. Nun wurde dieser Gedanke mit neuem Schwung und breiter Unterstützung aus dem Ort Wirklichkeit.

Vereine sind das Herz des Dorfes

Ein Schwerpunkt der Broschüre ist das Vereinsleben. Ob Sport, Musik, Kultur oder Brauchtum – nahezu jeder Verein stellt sich auf einer eigenen Seite vor. Ziel ist es, den Menschen einen Überblick zu geben und vielleicht auch den einen oder anderen für ein neues Hobby oder ein Ehrenamt zu begeistern.

„Natürlich muss sich nicht jeder engagieren“, sagt Popp mit einem Lächeln. „Es gibt Menschen, die wohnen hier, und andere, die leben hier. Beides ist völlig in Ordnung.“ Trotzdem sei der Zusammenhalt in Ruppertshain etwas Besonderes. Fast jeder Verein veranstalte jedes Jahr ein großes Fest. „Das ist in dieser Form wirklich außergewöhnlich.“

Popp weiß, wovon er spricht. Er ist selbst in nahezu allen Ruppertshainer Vereinen Fördermitglied – „nur nicht im Tennisverein“, sagt er schmunzelnd. „Für Sport fehlt mir einfach die Zeit.“

Auch Klaus Hartmann, der selbst einst nach Ruppertshain zog und heute fest im Dorfleben verwurzelt ist, kennt die Bedeutung einer funktionierenden Vereinsgemeinschaft. Die Broschüre soll deshalb auch eine Orientierungshilfe für Neubürger sein und zeigen, wie leicht es sein kann, Anschluss zu finden.

Lob aus dem Rathaus

Bei der Vorstellung der Broschüre zeigte sich auch Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger begeistert. Es sei ein schönes Beispiel dafür, was entstehen könne, wenn engagierte Bürger eine Idee aufgreifen und gemeinsam mit Vereinen und Unternehmen umsetzen. Solch ehrenamtliches Engagement verdiene große Anerkennung.

Neben den Vereinen informiert die Broschüre auch über die Geschichte Ruppertshains, den Zauberberg, die Rossert-Schule, die modernisierte St.-Matthäus-Kirche und den neuen Dorfplatz, der künftig Treffpunkt für Veranstaltungen und Feste werden soll.

An Gelegenheiten zum Feiern wird es ohnehin nicht mangeln. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für das kommende Jahr. Dann feiern Ruppertshain, Fischbach und Eppenhain gemeinsam 50 Jahre Eingemeindung nach Kelkheim – ein Jubiläum, das die Dorfgemeinschaft einmal mehr zusammenbringen dürfte.

Mit ihrer Broschüre haben Pierre Popp und Klaus Hartmann dafür schon einmal den passenden Wegweiser geschaffen – nicht nur für Neubürger, sondern für alle, die entdecken möchten, was „Ruppsch“ so besonders macht.

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