Kelkheim (kez) – „Stoppt die neuen Nordwest-Abflugrouten über dem Vordertaunus - Kein weiterer Fluglärm!“ Mit diesem Ziel hat die Kelkheimer Bürgerin Ananta Corte eine Petition gegen den zunehmenden Fluglärm und die vermehrten Taunusüberfliegungen gestartet. Die Eingabe, die auf der Plattform „Open Petition“ unterschrieben werden kann, richtet sich an das Hessische Verkehrsministerium, die Deutsche Flugsicherung, die Fraport AG, die Fluglärmkommission Frankfurt mund das Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Zur Begründung hat Ananta Corte einen „Brief an die Nachbarinnen und Nachbarn“ verfasst, der im Folgenden im Wortlaut wiedergegeben ist.
Das Dröhnen in der Luft
Wer kennt es nicht – man sitzt auf dem Rossert, steht an den Hängen des Atzelberges, geht durchs Krebsbachtal oder ruht auf einer Bank vor dem Natursteinwerk aus und lauscht dem Wind in den Bäumen. In dieser Ruhe liegt eine Kraft, die uns erdet und entspannt. Seit einigen Wochen wird diese Stille zunehmend bedroht.
Am 3. Juni 2025 haben Fraport und die Deutsche Flugsicherung ein neues Konzept für den Westbetrieb des Flughafens Frankfurt vorgestellt und es ohne Abstimmung mit den Bürgern und betroffenen Gemeinden einfach umgesetzt. Das neue Konzept sieht eine erhebliche Erhöhung der Taunusüberfliegung vor, einschließlich einer sogenannten „City Startbahn“.
Schon einmal, vor gut 20 Jahren, als es die „Südumfliegung“ noch nicht gab, war der Taunus stark belastet. Jetzt sollen sowohl die Südumfliegung – in reduziertem Umfang – als auch die Taunusüberfliegung gleichzeitig stattfinden. Ziel sei es, die Lärmbelastung gleichmäßiger zu verteilen, sagen die Verantwortlichen. Ob das stimmt oder der Lärm sich nur ausbreitet, bleibt fraglich.
Die Gründe hierfür: Der Flughafen möchte seinen Betrieb von 104 Flügen pro Stunde – Abflug und Landung – auf 110 Flüge pro Stunde erweitern. Insgesamt soll das Flugaufkommen von derzeit 441.000 Flugbewegungen pro Jahr auf 560.000 im Jahr 2033 wachsen.
Da die Flugzeuge sich auch über Eppenhain, das 448 Meter hoch liegt, noch im Steigflug befinden, wird die Mindestflughöhe oft unterschritten. Das bedeutet einen erheblichen Zuwachs an Lärm für unsere Region, ohne dass andere Regionen maßgeblich entlastet werden.
Die Flugkommission Hessen bezeichnet diesen Plan als vertrauenswidrig und hat das Konzept von Fraport und der Deutschen Flugsicherung offiziell abgelehnt. Die Stadt Hochheim plant rechtliche Schritte und fordert ein konsequentes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.
In den frühen Morgen- und späten Abendstunden höre ich ständig das Dröhnen in der Luft – gerade dann, wenn ich zur Ruhe kommen möchte. Terminal 3 ist eröffnet. Wann kommt Terminal 4? Wann sollen es 700.000 Flugbewegungen pro Jahr sein?
Es ist an der Zeit, dass wir handeln, bevor sich die neuen Sitten etabliert haben! Bitte nehmen Sie sich einen Moment und seien Sie dabei.
Der Open-Petition-Link „Stoppt die neuen Nordwest-Abflugrouten über dem Vordertaunus“ findet sich unter:
https://www.openpetition.de/zvwlz
Weitere Initiativen gegen Fluglärm
Initiative gegen Fluglärm im Vordertaunus: fluglaerm-vordertaunus.de; Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau: flughafen-bi.de; Bürgerinitiative Hochheim gegen Fluglärm: umwelt[at]hochheim[dot]de; Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V.: fluglaerm.de
