Regen – die Älteren erinnern sich

Verdorrtes Gras, verdorrte Blätter: Der Juli war heiß und vor allem: trocken. Oliver Mollière fasst hier das Juli-Wetter zusammen. Die Daten hat er wie immer an seiner Wetterstation in Kelkheim-Fischbach erhoben.

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Kelkheim (kez) – Der Juli war nicht ganz so krass wie der Juni, was extreme Hitze betrifft, aber auch er war außergewöhnlich.

Fangen wir bei der Trockenheit an. Nur 13 Liter pro Quadratmeter an Flüssigkeit fielen vom inzwischen kostbaren und sehr rar gewordenem Rohstoff vom Himmel. Ältere unter uns werden sich noch an den Begriff „Regen“ erinnern, den man dafür verwendete. Das sind 22 Prozent eines durchschnittlichen Juli-Wertes, und es ist der fünfte zu trockene Monat in diesem Jahr in Folge. In 28 der 31 Tage fiel kein einziger Tropfen.

Bei so wenig Niederschlag kann man vermuten, dass es im Gegensatz dazu recht wahrscheinlich viel Sonnenschein gab. Bingo! Mit 310 Sonnenstunden (mit im Durchschnitt zehn Stunden pro Tag) gab es etwa ein Drittel mehr Sonnenstunden, als im Juli zu erwarten wären.

Grund dafür: Wir hatten erneut sehr ausgeprägtes Hochdruckwetter, sehr stabile stationäre Systeme, die sich kaum vertreiben ließen. Es wurden immer wieder sehr warme bis heiße Luftmassen aus Südwest zu uns getrieben. Die Bilanz: Der drittwärmste Juli an meiner Station in Fischbach seit dem Jahr 2006. Nur 2006 („Sommermärchen“) und 2018 war es im Juli noch wärmer, was die letzten 21 Jahr angeht.

Mit im Schnitt 21,9 °C gab es einen Temperaturüberschuss von 4,3 °C im Vergleich zur Zeit von 1961 bis 1990 und von 2,8 °C gegenüber der Zeit von 1991 bis 2020.

Wir hatten 23 Sommertage mit mehr als 25 °C, und, wie im Juni, erneut elf Hitzetage mit mehr als 30 °C und auch wieder einen Wüstentag mit mehr als 35 °C, gemessen am 30. des Monats mit 37,6 °C. Die kühlste Temperatur mit 8,6 °C am Morgen des 24. war da schon fast eine Wohltat.



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