Kelkheim (kez) – Mit dem geplanten Tiermedizinzentrum am Rettershof entsteht in Kelkheim ein Gesundheitszentrum für Kleintiere – für Hunde, Katzen und andere Heimtiere. Ziel ist es, die tiermedizinische Versorgung in der Region langfristig zu sichern und eine hochwertige Diagnostik wohnortnah anzubieten. Gleichzeitig wird mit der modernen Kleintierpraxis eine unabhängige, inhabergeführte Alternative zu den Konzentrationsprozessen geschaffen, die zunehmend auch die Tiermedizin betreffen.
Die Tiermedizin befindet sich deutschlandweit im Wandel. Viele kleinere Praxen stehen vor steigenden Anforderungen an Personal, Technik und Spezialisierung. Gleichzeitig werden immer mehr Einrichtungen von Investoren oder großen Unternehmensgruppen übernommen. Für Tierhalter bedeutet dies häufig längere Wege, wechselnde Ansprechpartner und steigende Kosten.
Das Tiermedizinzentrum am Rettershof verfolgt bewusst einen anderen Ansatz: Es kombiniert moderne Tiermedizin auf hohem fachlichem Niveau mit persönlicher Betreuung, regionaler Verantwortung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit. „Wir behandeln jedes Tier so, als wäre es unser eigenes“, sagt Dr. med. vet. Katja Feuerbacher, die Gründerin und Praxisinhaberin des Tiermedizinzentrum am Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshain, das im Jahr 2021 mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet worden ist.
Vorteile für Kelkheim und die Region
Der Umzug des Tiermedizinzentrums am Zauberberg in die neuen Räumlichkeiten am Rettershof ist für das Jahr 2028 geplant. Im neuen Zentrum sollen neben der Praxisinhaberin drei weitere Tierärzte beschäftigt werden. Durch die Bündelung moderner Untersuchungsmöglichkeiten wie Herzultraschall, digitales Röntgen, Inhouse-Labor, Augenheilkunde, Tierphysiotherapie und weiterer Spezialgebiete können im Tiermedizinzentrum viele Fragestellungen direkt vor Ort abgeklärt werden. Anstatt mehrere Einrichtungen aufsuchen zu müssen, erhalten Tierhalter Diagnostik, Therapie und Nachsorge möglichst an einem Standort. Das spart Zeit, vermeidet unnötige Doppeluntersuchungen und reduziert Belastungen für Tier und Halter.
Bereits heute arbeitet das Tiermedizinzentrum am Zauberberg erfolgreich mit spezialisierten Partnern aus den Bereichen Kardiologie, Augenheilkunde und Tierphysiotherapie zusammen. Dieses erfolgreiche Konzept soll am Rettershof gezielt weiterentwickelt und überregional ausgebaut werden. Für Kelkheim und die Region ergeben sich viele Vorteile.
• Langfristige Sicherung der tiermedizinischen Versorgung im Main-Taunus. Kreis, Hochtaunuskreis und Rheingau-Taunus-Kreis
• Erhalt einer unabhängigen, inhabergeführten Einrichtung mit regionaler Verantwortung
• Investitionen in moderne Medizintechnik und spezialisierte Diagnostik
• Zugang zu Leistungen wie Kardiologie, Augenheilkunde und Tierphysiotherapie direkt vor Ort
• Ganzheitliche Betreuung von der Vorsorge über Diagnostik und Therapie bis zur Rehabilitation
• Schaffung und Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze für Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und weitere Berufsgruppen
• Attraktive Arbeitsbedingungen für Fachkräfte ohne die Belastungen klassischer Tierkliniken
• Kooperationen mit regionalen Tierärzten und Überweisern zur Stärkung einer vielfältigen Versorgungslandschaft
Beschluss der Stadtverordneten
Langfristig soll das Projekt zudem dazu beitragen, hochwertige Tiermedizin für Tierhalter bezahlbar und zugänglich zu halten. Das Tiermedizinzentrum am Rettershof versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zur regionalen Tierärzteschaft, sondern als Ergänzung und Partner innerhalb eines starken tiermedizinischen Netzwerks.
Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am Montagabend den Aufstellungsbeschluss zur Tierarztpraxis am Rettershof gefasst. In dem Beschluss werden die Gebäude südwestlich der denkmalgeschützten Gutsanlage Rettershof genannt, die abgerissen werden sollen, da sie sich in einem baulich schlechten Zustand befinden. Es handelt sich um das Haus Keppler, die Buchbinderei, die Schnapsbrennerei, den Schuppen, den ehemaligen Schafstall und den ehemaligen Hühnerstall.
Hauptnutzerin des geplanten Neubaus soll die termingeführte Kleintierpraxis von Katja Feuerbacher werden. Zusätzlich sollen im Untergeschoss, neben einem Technikraum und einem Raum für tiergestützte Pädagogikangebote, auch Flächen für die bestehende Brennerei und landwirtschaftliche Lagerflächen geschaffen werden. Auch eine Einliegerwohnung ist vorgesehen, als Ersatz für die bestehende Wohnung im Gebäudekomplex. Darüber hinaus sind noch 16 Stellplätze, davon zehn überdacht, sowie ein Hundegehege von rund 110 Quadratmetern Größe geplant. Die Bruttogrundfläche des Neubaus beträgt 601,5 Quadratmeter ohne Hundegehege und Stellplätze.
