Naturbetrachtungen aus Kelkheim und Umgebung – Wer stellt den Ringeltauben nach?
Kelkheim (kez) – Ringeltauben sind die größten Tauben in unseren Parks und Gärten. Sie können mit keiner anderen Vogelart verwechselt werden, denn sie haben weiße Federn am Hals.
Bei uns sehen wir die Tiere das ganze Jahr über, denn sie fliegen auch im Winter nicht in wärmere Gefilde. Wir füttern sie aber auch regelmäßig, was sicherlich dazu beiträgt, dass sich die Tauben kaum stören lassen, wenn wir sie beobachten. Allerdings genügt eine kleine Bewegung und sie fliegen sofort davon.
Vor einigen Jahren war das anders, da waren zwei Exemplare richtig zahm und kamen zum Fressen sogar auf die Hand. Sie sind schwer, 500 Gramm oder noch darüber und man musste sich natürlich ganz ruhig verhalten, damit sie sitzen blieben. Doch das ist schon einige Jahre her.
Eines Tages sahen wir etliche ausgerissene Federn auf dem Rasen und da wussten wir, eine der immer wieder im Garten gesehenen Katzen hatte einen der Vögel erwischt. Durch das regelmäßige Füttern werden sie jetzt langsam wieder zutraulicher.
Aber was wollen sie in unserem Garten? Vor allem der Klee hat es ihnen angetan. Doch sie bedienen sich auch immer wieder am Vogelfutter. Das brachte uns auf die Idee, ihnen Maiskörner anzubieten und siehe da, die mögen sie besonders. Im Internet kann man nachlesen, dass sich die Vögel „fast ausschließlich“ von Pflanzen ernähren, das gilt für „unsere“ Tauben offenbar weniger.
Schon Anfang April begannen sie mit dem Brutgeschäft. Eifrig wurden vom Männchen dünne Zweige gesammelt und zur Partnerin gebracht. In einem Nadelbaum wurden sie verbaut. Doch warum werden Nadelbäume beim Bau bevorzugt? Früh im Jahr sind die Laubbäume noch unbelaubt, da würde das Nest sofort auffallen.
Aber immer wieder liegen leere Eierschalen im Garten, in denen sich noch Reste von Eiweiß befinden. Wer stellt den Vögeln nach?
Es muss Räuber geben, die es auf die großen Eier abgesehen haben. Zwei Vogelarten lieben Vogeleier, besonders wenn sie Jungvögel aufziehen, das sind Krähen und Elstern. Besonders die Elstern haben wir in Verdacht, denn die sehen wir gerade jetzt, zur Brutzeit auf den Baumwipfeln nach Vogelnestern Ausschau halten. Starkes in die Hände klatschen vertreibt die Räuber zwar, aber kurz darauf sind sie wieder da.
Doch die Tauben sterben bei uns nicht aus, denn die Nähe zu uns Menschen gibt ihnen einen gewissen Schutz vor ihren Feinden. Wir füttern die hübschen Tiere auch weiterhin und freuen uns an ihrem lauten Gurren.
Klaus Schurian
