Teilen statt verschwenden – Kelkheim setzt ein Zeichen gegen Lebensmittelmüll Fairteilerschrank – Was darf hinein und was nicht?

Ein Schrank, eine Idee: Barbara Kilp, Erster Stadtrat Dirk Hofmann, Mafalda Pinto Schneider, Sabrina Weiß, Jennifer Krietenstein, Schrankspender Peter Keller, Bürgermeister Albrecht Kündiger und Victoria Buzko (v.li.n.re.) unterstützten die Planung, Umsetzung und jetzt auch das Befüllen des Fairteilerschrankes.Fotos: Stadt

Kelkheim (ju) – Zwischen gepflasterten Wegen und dem Summen des Alltags steht in der Hornauer Straße 17 ein unscheinbarer Schrank. Kein großes Schild, kein Glas, kein Glanz – und doch ist er etwas ganz Besonderes. Denn hier, direkt neben der Lebensmittelausgabe der Caritas, wird ab sofort etwas geteilt, das in unserer Welt viel zu oft im Müll landet: gutes Essen.

Lebensmittelverschwendung

Jedes Jahr werden in Deutschland über 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen – viele davon sind noch einwandfrei, genießbar, voller Energie und Sorgfalt produziert. Währenddessen fehlen anderen Menschen im Alltag oft genau diese Produkte: Ein frisches Brot, ein Stück Obst, eine Packung Nudeln. Es ist ein Widerspruch, der nicht sein darf – und dem sich Kelkheim nun ganz konkret entgegenstellt.

17 engagierte Ehrenamtliche

Der neue Fairteilerschrank, der von der Initiative foodsharing Main-Taunus-Kreis betreut wird, macht genau das möglich: Lebensmittel retten – und damit Menschen unterstützen. Rund 17 engagierte Ehrenamtliche, liebevoll „Foodsaverinnen“ genannt, holen übrig gebliebene, aber genießbare Lebensmittel bei Supermärkten, Bäckereien oder anderen Betrieben ab. Sie befüllen den Schrank regelmäßig, halten ihn sauber und sorgen dafür, dass das, was noch gut ist, nicht im Müll, sondern bei Menschen landet, die es brauchen oder wertschätzen.

Für jeden offen

Dabei ist der Fairteiler kein Ort der Bedürftigkeit – sondern einer der Wertschätzung, der Gemeinschaft und der Verantwortung. Er steht allen offen: Denen, die etwas geben möchten, und denen, die etwas brauchen. Ohne Ansehen des Geldbeutels, ohne Rechtfertigung, ohne Barrieren. Was zählt, ist der Gedanke: Teilen ist besser als Wegwerfen.

Die Regeln zur Nutzung sind klar und helfen, dass alles hygienisch und sinnvoll bleibt. Erlaubt sind frisches Obst und Gemüse, originalverpackte, ungeöffnete Lebensmittel sowie haltbare Trockenprodukte. Nicht in den Schrank gehören verderbliche oder gekochte Speisen, Kühlware, Alkohol, Medikamente oder Sachspenden. Was genau erlaubt ist, steht direkt am Schrank – leicht verständlich für alle.

Mit Herzblut geplant

Was diesen Ort besonders macht, ist nicht nur seine Funktion, sondern auch der Geist, in dem er entstanden ist. Der Fairteilerschrank wurde mit viel Herzblut geplant und umgesetzt. Ein herzliches Dankeschön geht an die engagierten Foodsaverinnen, die Tag für Tag unterwegs sind, um Lebensmittel zu retten und dabei meist im Stillen wirken. Dank gebührt auch der Fairtrade-Steuerungsgruppe, dem Team vom städtischen Bauhof, das den Standort liebevoll vorbereitet hat – und bald sogar noch ein Dach darüber errichtet. Und ganz besonders: Peter Keller, der den Schrank finanziert hat und damit dieses wichtige Projekt erst möglich gemacht hat.

Mehr als ein Schrank

Der Fairteiler ist mehr als ein Schrank. Er ist ein Ort, an dem Mitmenschlichkeit greifbar wird. Ein kleines Symbol für einen großen Wandel – hin zu mehr Nachhaltigkeit, mehr Achtsamkeit und einem bewussteren Umgang mit dem, was uns täglich nährt.

Wer selbst mitmachen möchte, kann Teil dieser Bewegung werden. In der Facebook-Gruppe „Fairteiler Kelkheim“ findet man Informationen, Austausch – und vielleicht sogar eine neue Gemeinschaft.

Denn: Ein geretteter Apfel ist kein Apfel weniger im Müll. Es ist ein Apfel mehr in einer Hand, die ihn braucht.

Und manchmal beginnt Veränderung genau so: Mit einem Schrank, einem Stück Brot – und dem festen Willen, es besser zu machen.

Danke, Kelkheim – für‘s Hinschauen. Und für‘s Teilen.

Folgende Hinweise zur Nutzung des Fairteilerschranks sind zu beachten. So bleibt er hygienisch, sicher und für alle sinnvoll nutzbar.

Erlaubt

Nicht erlaubt

Hinweise zur Nutzung

Bitte nur genießbare, einwandfreie Lebensmittel einlegen. Es dürfen nur Lebensmittel in den Schrank gelegt werden – keine Beutel oder Kisten davor abstellen. Bitte nur so viel mitnehmen, wie im eigenen Haushalt verbraucht werden kann. Ausführliche Informationen zur Nutzung hängen direkt am Schrank aus.

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