Jetzt wollen die Kelkheimer Streetdancer ganz hoch hinaus – sie wollen Weltmeister werden

India Ayres-Jones unterrichtet bei Motsi Mabuse Hip-Hop.Foto: privat

Kelkheim (wto) – Sie sind jung, sie sind ehrgeizig, sie sind motiviert: Die Rede ist von den Hip-Hop-Tänzerinnen und -Tänzern aus Kelkheim und Umgebung. Derzeit trainieren sie besonders eifrig und sie bereiten sich in einem Bootcamp, einer intensiven Schulung, auf eine ganz große Aufgabe vor. Jeden Tag üben sie in der Kelkheimer Motsi Mabuse Taunustanzschule Hip-Hop-Choreografien, feilen am Ausdruck und an der Synchronität, trainieren die Fitness: fünf bis sechs Stunden lang, an sechs Tagen in der Woche.

Das höchste Level erreicht

Das große Ziel ist die Hip-Hop-Weltmeisterschaft der United Dance Organisation (UDO), die vom 13. bis 17. August im englischen Blackpool stattfindet und für die sich drei Mannschaften der Tanzschule qualifiziert haben: die Kids unter 14 Jahren, die Juniors im Alter von 14 bis 17 Jahren und die jungen Erwachsenen ab 18 Jahren. Die Teams werden seit einigen Jahren von Trainerin India Ayres-Jones gecoacht, die in der Taunustanzschule von Motsi Mabuse tätig ist. Sie haben das höchste Level erreicht und nehmen nicht nur an nationalen, sondern auch an internationalen Turnieren teil und repräsentieren dort Deutschland. „Es gab eine von Corona erzwungene Pause, dann sind wir durchgestartet“, berichtet Ayres-Jones, die nicht nur den Streetdance des Hip-Hop vermittelt, sondern auch über tänzerisches Know-how in Sachen Ballett, Jazz und Musical verfügt und ein besonderes Augenmerk auf die Fitness legt. „Tanzen ist für mich schon immer eine Leidenschaft gewesen, bei der ich meine Emotionen und Kreativität ausdrücken kann. Mein Traum ist es, meine Leidenschaft mit anderen zu teilen.“

Die Erfolge, die alle drei Gruppen in Turnieren erzielt haben, sprechen für sich. Bei den jüngsten Deutschen Meisterschaften der UDO, die Anfang Mai in Pforzheim stattgefunden haben, landeten die Juniors und die jungen Erwachsenen ganz oben: Sie wurden Deutsche Meister. Aber auch die Kids qualifierten sich als Vizemeister für die Streetdance-Europameisterschaften, die vom 13. bis 15. Juni im belgischen Lommel stattfanden.

Mitfavorit für den Welt-Titel

Bei dieser EM konnte das Juniors-Team ein herausragendes Resultat erzielen: Es landete ganz vorn – die 14- bis 17-jährigen Streetdancer aus der Tanzschule Motsi Mabuse wurden Europameister. Kein Wunder, dass die jungen Hip-Hop-Tänzerinnen und -Tänzer aus Kelkheim aufgrund der gewonnenen Europameisterschaft nun als Mitfavoriten auf den Welt-Titel gelten.

In den Schulferien gibt es jetzt mit dem Bootcamp ein besonders intensives Sondertraining für alle drei Alters-Teams. Doch die Grundlage ist ein kontinuierliches und regelmäßiges Training. Das jahrelange Einüben zahlt sich aus. „Wir trainieren drei- bis viermal in der Woche“, sagt Ayres-Jones. „Neben dem Tranztraining im engeren Sinn geht es auch um die Fitness und um das Training des Ausdrucks und um schauspielerische Fähigkeiten.“ Im Hip-Hop sind die Tanzbewegungen an die Beats der Hip-Hop Musik orientiert, gleichzeitig ist er eine recht freie Form. Er bietet die Möglichkeiten zu improvisieren und einen individuellen Ausdruck zu finden und die Musik zu interpretieren. „Wir haben in die Choreografie für die Weltmeisterschaft auch lateinamerikanische Elemente und klassische Musik aufgenommen“, berichtet India Ayres-Jones.

Die Choreografie im Hip-Hop wird als Team eingeübt und im Regelfall wird als Team getanzt. „Der soziale Aspekt ist ganz wichtig“, sagt die Tanzlehrerin. „Das Teambuilding ist nicht nur ein Nebeneffekt.“ Wer den engagierten jungen Tänzerinnen und Tänzer zuschaut, sieht junge Menschen, die ganz bei der Sache sind – und die glücklich sind mit ihrem Sport.



X