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TSG-Chef Jörg Pöschl findet keinen Nachfolger

Der neue Vorstand der TSG Falkenstein hat viel vor: Thomas Pöschl (v. li.), Helga Schramm, Jörg Pöschl, Franziska Metz, Denise Mesterharm, Hans-Peter Hoffmann, Gerhard Knüttel, Roland Herrmann, Walter F. Schäfer, Karl-Gustav Schramm, Brigitte Boller, Mathias Lupp.

Falkenstein – Um das Wesentliche der Jahreshauptversammlung am 21. März vorweg zu nehmen: Der Turn- und Sportgemeinschaft 1882/1910 Falkenstein geht es gut! Die Finanzen des Vereins stellen sich laut Kassenbericht von Schatzmeisterin Brigitte Boller als kerngesund dar und auch der sportliche Status Quo der einzelnen Abteilungen lässt den Verein in eine weiterhin gute Zukunft schauen. Ganz zu schweigen davon, dass man mit einem Mitgliederstand von 830 Mitgliedern nicht nur der mit Abstand größte Verein in der Gesamtstadt Königstein ist, sondern dass beim Mitgliederzuwachs von Jahr zu Jahr immer wieder ein neues leichtes Plus zu verzeichnen ist. Fußball, Turnen, Leichtathletik, Gymnastik, Judo, Tanzsport und Volleyball kann der Sportinteressierte in über 40 Gruppen bei der TSG Falkenstein betreiben.

Ausschließliche „Rosarot-Malerei“ ist jedoch nicht Sache der Verantwortlichen der TSG und so wurde bei der Generalversammlung auch offen angesprochen, dass es durchaus die eine oder andere Baustelle gibt, die gewisse Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

So hatte zum Beispiel TSG-Präsident Jörg Pöschl bereits bei den letzten Vorstandsneuwahlen vor zwei Jahren gebeten, dass dies seine letzte Amtsperiode sein möge. Aber auch nach intensiver Suche des gesamten Vorstandes in den letzten Wochen und Monaten nach einem geeigneten Nachfolger fand sich niemand, der in die großen Fußstapfen Pöschls treten wollte. Da jedoch auch der restliche geschäftsführende Vorstand sein Weitermachen davon abhängig gemacht hatte, dass die Position des 1. Vorsitzenden besetzt sei, bekundete Pöschl nach reiflicher Überlegung doch noch einmal für eine weitere Wahlperiode von zwei Jahren sein „Ja“, was ihm zwar sichtlich schwer fiel, die 32 stimmberechtigten Mitglieder in geheimer Wahl jedoch mit absoluter Einstimmigkeit „pro Pöschl“ dankten. Seit exakt 20 Jahren steht dieser nun bereits der TSG Falkenstein vor und die Stellung des Vereins in der Stadt ist auch ein gutes Stück weit mit seinem Namen und Wirken in dieser Zeit verbunden. Weitere neun Jahre lang war er vor seiner Amtsübernahme im Jahre 1994 zudem bereits im Vorstand als 2. Vorsitzender und Schriftführer tätig gewesen.

„Das ist eigentlich genug. Jeder weiß, dass ich über diesen langen Zeitraum immer sehr viel Herzblut und Engagement in dieses Amt und für die TSG investiert habe, aber ich würde mir wünschen, dass mich jemand mit frischem Schwung und neuen Ideen ablöst, da ich nach all‘ den Jahren einen gewissen Verschleiß bei mir spüre und aufgrund von Zeitmangel den Verein mehr und mehr verwalte statt wichtige neue Impulse zu setzen“, so der 47-Jährige, dessen Wunsch nach einem Nachfolger diesmal jedoch noch nicht erhört wurde, was auch Wahlleiter Markus Schleicher zu dem Ausspruch „Wenn man so ein Amt hat, wird man es heutzutage nicht mehr so schnell los“ veranlasste.

Ein weiteres Problemfeld war die „Grün-Weiße Sommernacht“. Dieses alljährliche Vereinsfest wurde 2013 nach mehr als 10 Jahren zum letzten Mal ausgetragen, da das mangelnde Besucherinteresse eine Fortführung auch aus wirtschaftlicher Sicht heraus als fraglich erscheinen ließ. Eine Herausforderung für den an diesem Abend auch neugewählten Gesamtvorstand, da man schon gerne ein Vereinsfest feiern will, aber da muss „Idee und Konzept auch stimmen“, so Pöschl, der sich persönlich z.B. ein „uriges Open-Air-Weinfest mit zünftigem Blasmusik-Frühschoppen einer großen Kapelle“ vorstellen könnte.

Es gab im abgelaufenen Jahr jedoch auch Veranstaltungen, mit denen man bei der TSG sehr zufrieden war. Im Juni richtete die TSG nämlich erstmals überhaupt das regionale Kinderturnfest des Turngau Feldberg aus, zu dem über 1.000 junge Athleten und Besucher auf der Sportanlage „Altkönigblick“ und in den benachbarten Kreissporthallen zu Gast waren und für dessen Gastgeberrolle die Falkensteiner Sportler einhelliges Lob aller Gäste und auch des Turngaus für die perfekte Organisation und Bewirtschaftung dieses Großevents erhielten.

Daran schlossen sich die sportlichen Erfolgsmeldungen aus den Abteilungen an, wobei die größten Lorbeeren im abgelaufenen Jahr sicherlich von den Fußballern des 1. FC-TSG Königstein eingefahren wurden, wie sich der seit 2003 existierende Zusammenschluss der Fußballabteilung der TSG mit dem 1. FC Königstein nennt.

Alleine in den Jahren 2011 bis 2014 fuhren die 20 Nachwuchsmannschaften des 1. FC-TSG zwölf (!) offizielle Meisterschaften bzw. Pokalsiege auf Kreis- und sogar Regionalebene ein, eine famose Bilanz! Erst gar nicht in dieser Titel-Bilanz auftauchend, weil „nur“ Platz zwei, ist der vor einigen Tagen errungene Erfolg der D-Jugend bei den Hessenmeisterschaften, wo erstmals überhaupt eine Königsteiner Mannschaft den zweiten Platz belegte und sich nun zweitbestes D-Jugendteam Hessens nennen darf.

Aber auch die drei Seniorenteams schwimmen auf der Erfolgswelle: So konnte die 2. Mannschaft im Sommer als Vize-Meister der B-Liga den Aufstieg in die A-Liga feiern, wo sie zwischenzeitlich sogar überraschend Tabellenführer war und man nun auf einem für einen Aufsteiger hervorragenden 4. Platz liegt.

Und auch die 1. Mannschaft schickt sich als momentaner Tabellenführer der Kreisoberliga eventuell an, nach sechsjähriger Abstinenz in die Gruppenliga zurückzukehren. Und die Altherren-Kicker der sogenannten „SOMA“ (Sondermannschaft über 35 Jahre) haben einen bemerkenswerten Verjüngungsprozess hinter sich, der auch sofort zu neuen sportlichen Erfolgen geführt hat.

Aber nicht nur die balltretenden Kicker sondern auch die springenden, werfenden und rennenden jungen Leichtathleten konnten einige schöne Erfolge in Form von Turnfestsiegen aufweisen, ebenso machte auch die Ausbildung der etwa 30 kleinen Judokas große Fortschritte und der Zulauf in den vielen Kinderturngruppen ist ungebrochen.

Die Vorstandsneuwahlen brachten dann für die nächsten zwei Jahre folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Jörg Pöschl; Stellvertretende Vorsitzende: Hans-Peter Hoffmann und Karl-Gustav Schramm; Schatzmeisterin: Brigitte Boller; Stv. Schatzmeister: Mathias Lupp; Schriftführerin: Franziska Metz; Abteilungsleiter Fußball: Roland Herrmann; Abteilungsleiterin Turnen, Freizeit- und Breitensport: Helga Schramm; Jugendleiterin Turnen, Freizeit- und Breitensport: Denise Mesterharm; Beisitzer: Walter F. Schäfer, Thomas Pöschl, Gerhard Knüttel.

Zu Kassenprüfern für das Jahr 2014 wurden Andrea Freund und Peter Tandler gewählt. Im Anschluss daran gab es noch einige verdiente Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften in der TSG: Die anwesenden Jubilare Constanze Schleicher, Andrea Freund, Traudel Holl, Brigitte Boller (alle 25 Jahre), Thomas Pöschl (40 Jahre) sowie Peter Tandler und Wolfgang Ehl (50 Jahre) konnten Ehrennadeln, Präsente und Urkunden entgegen nehmen. Peter Vogel und Walter Schäfer senior wurden für ihre 60-jährige Zugehörigkeit zur TSG gar in den Stand von „Ehrenmitgliedern“ erhoben. Karl-Gustav Schramm, der ebenso auf sein 60-jähriges Jubiläum als Mitglied der TSG blicken durfte, ist aufgrund früherer Verdienste als langjähriger 1. Vorsitzender bereits Träger der Ehrenmitgliedschaft, so dass er ein Sonderpräsent erhielt.

Die geehrten Jubilare: (hinten v.l.) Thomas Pöschl, Karl-Gustav Schramm, Peter Vogel, Peter Tandler, Wolfgang Ehl, Brigitte Boller, Constanze Schleicher, Traudel Holl, Andrea Freund sowie der alte und neue Vorsitzende Jörg Pöschl.

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