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Burgpflegewerk hat Modellcharakter

Die Königsteiner Burg lugt zwischen den Baumwipfeln hervor. Damit sie für die künftigen Generationen noch lange erhalten bleibt, wird für sie ein umfassendes Burgpflegewerk entwickelt, das Vorbild für andere Sanierungen sein kann. Foto: Schemuth

Königstein (el) – Es vereint Naturschutz mit Denkmalschutz und wird einen dreijährigen Entwicklungsprozess in Anspruch nehmen: Am vergangenen Donnerstag machten die Stadtverordneten einen Riesenschritt in Richtung Verwirklichung eines umfassenden Burgpflegewerks, das auch für andere Regionen aus nah und fern als beispielhaftes Modell herangezogen werden könnte. „Es ist ein sehr spannendes Thema“, sagte Bürgermeister Leonhard Helm, der seinerseits hofft, dass man in dieses Projekt auch viel ehrenamtliche Energie einbinden kann. Wie der Bürgermeister weiter betonte, gehe es hier um ein mustergültiges Konzept, das man eben nicht mal schnell übers Knie brechen kann. Es müsse auf Dauer Fragen wie „wo endet Denkmalschutz und Wo beginnt Naturschutz?“ beantworten können. Die Burg sei ein integrales Element dieses Konzeptes. Hier müsse ein fundiertes Konzept her, so Helm.

Die denkmalgeschützte Erhaltung der Burg sei seit Jahren ein Anliegen der ALK, legte Andreas Colloseus die Position der ALK-Fraktion dar. Zweifel bestünden, was die Gesamtkosten und ihre Aufschlüsselung angehe, so der ALK-Vertreter, der sich ebenfalls wundert, dass nur ein Angebot für die Projektleitung vorliegt, nämlich jenes vom Burgenbüro Dr. Strickhausen, dem auch das Monitoring für das Pilotprojekt obliegen soll. Hier würde man vor vollendete Tatsachen gestellt. Zwar erhalte man Fördermittel in Höhe von 116.000 Euro, doch der ALK sei unklar, welcher Schwerpunkt gesetzt werden solle. Es sei viel die Rede davon, die Burg gegen den wuchernden Bewuchs zu schützen. Doch es gebe an vielen Stellen ein anderes Problem und da müsse man aus Sicht der ALK tätig werden. Ein Beispiel hierfür sind die Gewölbe auf der Kleinen Festwiese.

Hier habe man es mit tiefen Spalten im Mauerwerk zu tun. Gerade erst sei eine Mauer zum Burgaufgang eingestürzt. Das sei ein Warnsignal gewesen.

Daher der Antrag der ALK, der mit im Pflegewerk verankert werden soll: Dringende Maßnahmen sollen zeitnah durchgeführt werden, die in Verbindung mit Schäden an der Burg stehen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich während der dreijährigen Monitoring-Phase, in denen das Pflegewerk fortgeschrieben wird, nichts tut. „Alle wollen die Burg sanieren und jetzt erhalten wir sogar europäische Förderung hierfür. Das Büro Strickhausen arbeitet eng mit dem Hessischen Denkmalschutz zusammen“, bedauert Katja Metz (CDU) die Haltung der ALK, zumal die Königsteiner Burg die erste ist, die mit einem solchen Konzept versehen werden solle und damit auf dem Weg zum Vorzeigeprojekt sei. Metz: „Schade, dass die ALK das zerredet.“

Es sei natürlich klar, dass man nicht „drauf los“ sanieren könne wie in der Vergangenheit, erhofft sich auch FDP-Chef Michael-Klaus Otto sachgemäße Erkenntnisse von dem historischen Gutachten durch das Burgenbüro Strickhausen, das dieses mit finanzieller Unterstützung durch die Obere Denkmalschutzbehörde erstellt hat, sodass dadurch quasi eine Initialzündung für das gesamte Projekt erfolgt ist. Otto: „Wir können nicht einfach lossanieren, bevor wir nicht wissen, was richtig ist.“ Das ist für die FDP die richtige Marschroute, lässt aber auch den Schluss zu, dass man sich trotzdem noch die Option offenhält zu handeln, wenn es dringend sei.

Durch das „Strickhausen-Konzept“ erhalte man nun die Möglichkeit, ein Burgpflegewerk aus einem Guss zu schaffen, begrüßt auch CDU-Fraktionschef Alexander Hees das Vorgehen, das in einem weiteren Schritt die Priorisierung der Maßnahmen vorsehen würde. Schließlich wolle man ein schlüssiges Konzept haben und nicht etwa Stückwerk betreiben, so Hees.

Mit dem Antrag habe man sicherstellen wollen, dass Maßnahmen, die an der Burg unmittelbar durchzuführen seien, nicht etwa drei Jahre auf Eis liegen, ehe sie durchgeführt würden, unterstrich Robert Rohr nochmals das Anliegen der ALK. Man könne mit so etwas nicht etwa auf den Tag X warten, bis das Gutachten vorliege. Selbstverständlich werde man in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden handeln, falls erforderlich, sagte Helm zu und das ebnete den Weg für einen CDU-Ergänzungsantrag, mit dem sich auch die ALK anfreunden konnte, dass das Burgpflegewerk auf den Burghain und den Aufgang zur Burg auszudehnen sei. Einstimmig mit einer Enthaltung (Michael Hesse/ALK) wurde nun die erste Hürde hin zum neuen Burgpflegewerk genommen.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf circa 274.000 Euro. Etwa 90.000 Euro nehmen Projektleitung und Monitoring durch das Büro in Anspruch. Die Förderung von der Deutschen Stiftung Umwelthilfe (DBU) – für die übrigens nur das Büro Strickhausen für die Arbeiten in Frage kommt – plus die Förderung durch die IFS ergeben eine Fördersumme von circa 124.000 Euro, sodass die Stadt Königstein einen Eigenanteil von etwa 141.000 Euro zu tragen hat, der ab 2018 in den Haushalten eingestellt werden soll. Die Projektleitung nimmt bereits 2017 ihre Arbeit auf und endet 2019. Danach beginnt das Monitoring, das 2022 endet.

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