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Burgstollen erblicken das TageslichtDaumen hoch nach erster Kostprobe

Königstein (js) – Zugegeben, ein Burggemäuer ist schon ein etwas ungewöhnlicher Aufbewahrungsort für den Reifungsprozess eines Gebäck. Aber andererseits muss man auch erst einmal auf solch eine zündende Idee kommen. Aber wie es heißt es so schön: Außergewöhnliche Umstände erfordern besondere Maßnahmen, was in diesem Fall allemal zutrifft, denn „700 Jahre Stadtrechte Königstein“ sind ja eigentlich schon Anlass genug, um sich mal etwas Außergewöhnliches einfallen zu lassen. Doch diese zündende Idee entstand nicht etwa unter Druck, etwas Besonderes bis zum Jahresende abliefern zu müssen, sondern ganz entspannt bei einem gemütlichen Kaffeetrinken, zu dem sich Emil Hees (Inhaber der Bäckerei Hees), Paul Kiefer (Chefkonditor des Café Kreiner) und Almut Boller (Geschäftsführerin der Kur GmbH) zusammengefunden hatten. Aus dem Wunsch heraus etwas ganz und gar Individuelles als Hommage an die schöne Kurstadt zu kreieren, reifte schließlich der Gedanke für einen echten Königsteiner Christstollen heran, für den man nur noch einen originellen Reifungsort benötigte und was bot sich da besser an, als das Wahrzeichen der Stadt?

„Wir möchten die Menschen der Stadt zusammen und ins Gespräch miteinander bringen“, so die dahinter stehende Intention der drei. Und so kam es nach genau 44 Tagen, 1056 Stunden und 63.360 Minuten des Ausharrens endlich zur Lüftung des Geheimnisses und zur Begutachtung des erzielten Ergebnisses. An einem trüb-nebeligen Sonntagvormittag fand man sich dann endlich auf der heimeligen Burgruine ein, wo die Musik-und Showband des Fanfarencorps zur gesanglichen Untermalung des Geschehens schon Spalier stand.

Dabei wurde die Lüftung des Geheimnisses ganz bewusst nur in beschaulichem Kreise abgehalten. „Wir wollten einfach erst einmal selbst schauen, wie sich alles so entwickelt“, meinte Almut Boller, die zusammen mit Dorothea Giegling vom Bereich Stadtmarketing für die überhaupt erst kreative Umsetzung samt origineller Verpackung verantwortlich ist, die sich wahrlich sehen lassen kann. Handelt es sich doch bei der Ummantelung des Gebäcks um eine filigrane Holzkiste, auf der das Wahrzeichen Königsteins prangt und die obendrein noch, als besondere Zugabe, durch das Zeichen der ehemaligen Hoflieferanten geziert und mit einer Urkunde versehen ist, das einst durch die Großherzogin von Luxemburg sowie die Herzogin von Nassau der Traditionsbäckerei Hees und der Konditorei Kreiner verliehen wurde.

Nach Augenblicken des Wartens tauchte Konditormeister Paul Kiefer, dicht gefolgt von Emil Hees, aus dem dunklen Kellergewölbe mit dem ersten von insgesamt 700 eingelagerten Burgstollen auf. Lange hatte man zuvor gegrübelt, wer das allererste feine Backwerk wohl erhalten soll. In der Königsteiner Ehrenbürgerin Annemarie Ramm hatte man da schließlich eine würdige und verdiente Abnehmerin gefunden. „Ich hätte selbst nie damit gerechnet, dass gerade mir diese besondere Ehre zuteil werden würde“, so Ramm überrascht, die nicht lange zögerte und unmittelbar nach dem feierlichen Anschnitt des Gebäcks ein Stück probierte. Umrahmt vom feierlichen Tusch des Fanfarenkorps wurde dieser besondere Akt auch gebührend zelebriert und überdies dem Ganzen gleichzeitig ein würdiger Ausklang mit Kuchenverköstigung bereitet. Auch der eine oder andere Spaziergänger freute sich, auf diesem Weg ebenfalls in den Genuss des köstlichen Burgstollens zu kommen. Zum Trost für alle anderen: Ab sofort sind diese einzigartigen Backwerke im Café Kreiner, bei der Bäckerei Hees oder auch der Kur-und Stadtinformation erhältlich.

Dass ließ sich Ehrenbürgerin Annemarie Ramm (Zweite v. li.) nicht zweimal sagen, als sie von Almut Boller, Emil Hees (Zweiter v. re.) und Paul Kiefer zur Kostprobe des Stollens im Burghof eingeladen wurde.
Foto: Schnurawa

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