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Ein großer Abend für Königstein und den Kapuzinerplatz

Große Kulisse und kolossale Stimmung herrschte auf dem Kapuzinerplatz. Viele Königsteiner ließen erstmals die kommunikationsfördernde Wirkung des Platzes in der Stadtmitte auf sich wirken. Fotos: B. Bender

Königstein (el) – Eine Atmosphäre wie in südlichen Gefilden: Auf dem Kapuzinerplatz mitten in der Stadt hatten sich am Donnerstagabend mehrere hundert Menschen zu einem Konzert zusammengefunden, das in dieser Form nicht alle Tage zu Gehör gebracht wird. Vom Medley des „King of Pop“ Michael Jackson mit „Billy Jean“ und „Thriller“ bis hin zum Einmarsch von Burgfräulein Carolin I. zur anmutigen Dramatik von Carmina Burana – es war eine Vorstellung des Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz, die einer Jubiläumsserenade zur 700-Jahr-Feier der Stadt Königstein würdig war. Besondere Atmosphäre entstand auch durch die enge Bindung zum Publikum, die allein schon dadurch gegeben war, dass man die steinernen Sitzstufen des Platzes in eine Tribüne umfunktioniert hatte.

Das kann auch Birgit Becker, Präsidentin des Burgvereins Königsteins, so unterschreiben. Mit der „Jubiläumsserenade“, die der Burgverein zusammen mit der Stadt zugunsten der Königsteiner Burg veranstaltet hatte, drückte das Sinfonische Blasorchester unter der Leitung von Oberstleutnant Robert Kuckertz bei den Königsteinern genau die richtigen Knöpfe und löste bei ihnen Begeisterung aus. Die Bürger entdeckten an diesem Abend den oftmals kritisierten Kapuzinerplatz und die Kommunikationsmöglichkeiten, die er durch einzigartige Veranstaltungen wie diese bietet, völlig neu.

Die Idee für das Konzert und den schönen Rahmen, der es umgeben hat, stammte von Gisa van der Heijden, die wiederum den Kontakt zu Heike Ernst von der Mammolshainer Agentur „Musik and Passion“ hergestellt hat, die das Heeresmusikkorps betreut. Um die groß angelegte Veranstaltung auch gebührend ankündigen zu können und sich gegenseitig kennenzulernen, hatte es im Vorfeld bereits ein Zusammentreffen des Burgvereins samt damaligem noch Burgfräulein in spe Carolin I. auf der Festung Ehrenbreitstein gegeben. „Es war völlig unkompliziert und die Ideen sind nur so gesprudelt“, erinnert sich eine dankbare Burgvereinspräsidentin, die immer noch ganz begeistert ist von der wunderbaren Idee, den Klangkörper und das, was von ihm ausgeht, noch weiter zu verteilen, indem sich vier Bläser für den Triumphmarsch aus Verdis „Aida“ auf dem Balkon der Carls Stiftung mit direktem Blick auf das Geschehen auf dem Platz postierten.

Schon am Vormittag des Konzerts waren die umliegenden Straßen gesperrt worden, die Bushaltestelle vorübergehend in die Adelheidstraße verlegt und eine große Bühne auf dem Pflaster des Kapuzinerplatzes aufgebaut worden. Dazu hatte man den angrenzenden großen Parkplatz geräumt, damit man hier Getränkegondeln und Stände aufbauen konnte, die der Verpflegung der Besucher mit Bier, Wurst und Wein dienen konnten. Besonders gerührt hat Birgit Becker und die Mitglieder des Präsidiums des Burgvereins die vielfältige Unterstützung, die man von allen Seiten erfahren hat. Geadelt wurde die Veranstaltung nicht nur durch die Anwesenheit von Oberstleutnant Günter Uhlig und Wolfgang Schneiderhan, General a.D. des Heeres der Bundeswehr, der an diesem Abend als Privatmann unterwegs war. Das Königsteiner Burgfräulein Carolin I. und ihr Gefolge sowie die Mitglieder des Präsidiums und die Hohen Burgfrauen waren allesamt ausgestattet mit schwarzen Stofftaschen, auf denen das Burgenlogo thronte. Das hatte auch einen besonderen Hintergrund. Viel musste man den Königsteinern dazu nicht erklären und oftmals auch keine Überzeugungsarbeit leisten.

Viele gaben gerne und bereitwillig einen kleinen Obolus für ihr Königstein und ihre Burg, sodass auf diesem Wege 4.500 Euro zusammenkamen. Hinzu kommen weitere 3.500 Euro von den Sponsoren der Jubiläumsserenade – Mainova, Carls Stiftung, Naspa und Autohaus Marnet. Auch die Standbetreiber zeigten ihre Solidarität zur Stadt und ihrer Geschichte, indem sie einen Teil ihres Umsatzes weitergaben.

Auch Bäcker Emil Hees spendete den gesamten Kuchen, den der Burgverein für den guten Zweck verkaufen durfte. Besonders fasziniert zeigte sich Birgit Becker auch vom Einsatz der Mitglieder des Förderkreises Le Cannet. Während des zurückliegenden Burgfestes entstand in ihren Reihen die Idee, während des Konzertes selbst zubereitete, köstliche Canapees anzubieten. Auf diese Weise werden die Einnahmen, die der Instandhaltung der Burg dienen sollen, noch mal auf 200 Euro nach oben korrigiert.

„Ich habe in viele fröhliche Gesichter geschaut, die ihre Solidarität mit der Stadt und dem Burgverein gezeigt haben“, zieht eine immer noch begeisterte Birgit Becker Bilanz des Abends.

Noch lange nach dem Konzert nutzten die Zuschauer, darunter auch viele Mitglieder der politischen Fraktionen und die Ortsvorsteher aus den Ortsteilen, die Gelegenheit, nicht nur den südländisch anmutenden Abend zu genießen, sondern auch die Gespräche, die sich angesichts der entspannten Atmosphäre auf dem Platz ganz von selbst und zwanglos ergaben.

Was die Einnahmen des Benefiz-Konzertes angeht, so wolle man diese laut Bürgermeister Leonhard Helm in verschiedene Maßnahmen rund um die Burg Königstein stecken. Zum einen in die Sanierung des Zwingers. Hier müsste für 2014 auch noch die Co-Finanzierung durch die Stadt angeschoben werden. Auch das in die Jahre gekommene Burgtor muss erneuert werden. Die Überlegungen, die Schlossküche mit einem Glasdach zu versehen, werde man für den Moment zugunsten der anderen Arbeiten nicht weiter verfolgen.

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