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Königsteiner haben die bessere Version des Oktoberfestes

Jurymitglieder Martin Neubeck (v. li.) und Tina Blome geben die Gewinner des Trachtenwettbewerbs bekannt.

Königstein (el) – An das große Festzelt auf dem Kapuzinerplatz erinnern nur noch vereinzelte Ansammlungen von Heu, die am vergangenen Wochenende zum Oktoberfest mit verkaufsoffenen Sonntag dekorativ platziert wurden. Auch die letzten Töne der engagierten, mobilen Kapelle sowie jener im Festzelt sind verhallt. Unvergessen bleibt allerdings die gute Stimmung, die wieder einmal bewiesen hat, dass die Königsteiner den Bayern im Feiern ihres ureigenen Festes in Nichts nachstehen. Im Gegenteil: In der Kurstadt verstand man es blendend, und das dank der Federführung des hiesigen Gewerbeverein, (Verein für Handwerk und Gewerbe in Königstein), die einzelnen Straßenzüge durch gut durchdachte Attraktionen miteinander zu verbinden.

Schon am Tag zuvor hatten die Gewerbetreibenden, die sich unter „Laufsteg Königstein“ zusammengeschlossen haben, mit ihrer sehenswerten Modenschau in der Fußgängerzone den roten Teppich ausgerollt und auf das kommende Event am Sonntag neugierig gemacht, bei dem ebenfalls der Trachtenlook im Rahmen des großen Fotowettbewerbs eine tragende Rolle spielen sollte. Doch der Reihe nach: Das Wetter erschien einem nicht gerade von seiner Sonnenseite, als die Händler ihre Geschäfte am Sonntagmittag aufsperrten, doch davon ließen sich die Königsteiner sowie die Gäste aus nah und fern nicht etwa abschrecken. Schon kurz nach der Eröffnung durchzogen die Menschentrauben die Haupttrasse des Treibens in der Fußgängerzone. Viele von ihnen blieben hier und da stehen, denn es gab jede Menge fürs Auge und das nicht nur in den Geschäften selbst, sondern auch vor deren Türen.

Besonders die hintere Hauptstraße war diesmal so belebt wie nie an einem verkaufsoffenen Sonntag, was sicherlich auch der Initiative von Tina Blome vom Arbeitskreis innerhalb des Vereins für Handwerk und Gewerbe (HGK) zu verdanken ist. Sie habe hier auch bewusst einen Schwerpunkt setzen wollen, sagt Blome, was ihr durchaus gelungen ist, wenn man von der Besucher-Resonanz ausgeht. Ihren Teil dazu beigetragen haben sicherlich auch die Geschäftsleute in der hinteren Hauptstraße. Als besonderer Magnet erwies sich die Fläche vor der Academy Fahrschule Hüttl und dem Geschäft Ritch‘s – die beiden hatten sich zusammengeschlossen, um eine bajuwarische Olympiade mit sämtlichen, damit in Verbindung zu bringenden Disziplinen auszurichten.

Besonders auf den Nagelklotz richtete sich das Augenmerk aller. Hier waren Schnelligkeit, Koordination und ein gutes Auge gefragt, um den Nagel mit so wenigen Schlägen wie irgend möglich in dem Baumstumpf zu versenken – eine Fertigkeit, die mit großem Beifall der Schaulustigen belohnt wurde. Wenige Meter entfernt übte sich die Jugend im Fußballschießen und das Hofgut Hohenwald hatte mit zwei Ponys für eine weitere Attraktion bei der Jugend gesorgt, während sich die Erwachsenen an einem Weinstand bei einem Gläschen austauschen konnten.

Überhaupt war die Stimmung gelöst, allerdings nicht so zu Anfang in der Kirchstraße, denn hier hielt als Einziger Elektro Alter die Stellung und hatte mit einem Straßencafé, frischen Waffeln und einem Verkaufszelt einiges aufgefahren. Was allerdings fehlte, war die Verbindung nach oben zu den weiteren Geschäften in der Kirchstraße, die bis auf wenige Ausnahmen durchweg geschlossen blieben, was mehr als schade aus Sicht derjenigen, die sich ins Zeug gelegt haben, zu bewerten ist.

In der restlichen Fußgängerzone mangelte es auch nicht an Aktionspunkten. Auffällig viele Essensangebote gab es im vorderen Bereich, die sehr gerne und oft – vielfach auch für den guten Zweck – in Anspruch genommen wurden. So kam es nicht selten vor, dass man ein Stückchen Tiramisu mitten auf der Gass‘ löffelte, während man den Blick auf das bunte Treiben in der restlichen Straße richtete, um sich dann später auf den Weg in Richtung Kapuzinerplatz zu machen. Hier wiesen Stehtische, die gut frequentiert wurden, den Weg in das große Festzelt, in dem bis zum späten Nachmittag jede Menge Programm geboten wurde.

Dafür sorgten unter anderem auch die Tanzschule Kratz und die Musiker der Mushoba des Fanfarencorps, die die sich bietende Gelegenheit nutzte, um Werbung für das Kreismusikfest zu machen, das in Königstein stattfinden soll. Die Bewirtung der Gäste lag auch am Sonntag, einen Tag nach ihrem eigenen Fest, in den bewährten Händen der Träger der orangefarbenen Polo-Shirts, die sie als Mitglieder des Narrenclubs Königstein auswiesen. Zu späterer Stunde wurden dann auch noch die Gewinner des großen Trachtenwettbewerbs im Festzelt prämiert. Der HGK hatte sich einiges ausgedacht, um das Tragen von Tracht zu belohnen.

Zufriedenheit über den gelungenen Verkaufsoffenen herrschte auch beim Vorsitzenden des Königsteiner HGK, Martin Neubeck, der sich insbesondere auch über die „Revitalisierung“ der hinteren Hauptstraße freute. Die Kunden seien begeistert gewesen. Bedauerlich aus seiner Sicht: In der Kirchstraße hätte fast nur Elektro Alter die Fahne hochgehalten; hier habe der HGK noch auf die Zusage von externen Attraktionen gehofft, um eine zusätzliche Belebung herbeizuführen, das sei jedoch nicht gelungen.

Gut angekommen bei den Besuchern sei auch die neue Routenführung der Pferdekutsche durch den Kurpark, außerdem auch die Ponys des Hofgut Hohenwalds. Einige hätten sich dahingehend geäußert, dass sie sich einen besseren Übergang zwischen den einzelnen Straßenzügen am verkaufsoffenen Sonntag gewünscht hätten, so Neubeck.

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