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Die Königsteiner Narren haben ein neues „Falkensteiner Schwesterchen“

Rainer Kowald (li.) und Michael Scholtze sorgten dafür, dass die neue WBWBBO“-Ordensträgern Almut Boller ein Fußbad nahm, wie es das Protokoll der Ordensverleihung vorschreibt. Foto: Stehle

Königstein (dea) – Der Saal im Adelheidstift der evangelischen Immanuelgemeinde war am 11.November bis auf den letzten Platz gefüllt. Doch an diesem speziellen Tag ging es weniger um kirchliche, denn um weltliche Belange. Der neue, respektive die neue, Ordensträgerin sollte auch 2015 in die Reihe der „WBWBBO“-Ordensträgeraufgenommen werden.

Bis es aber soweit war, wusste der Königsteiner Narrenclub e.V. „Die Plasterschisser“ die anwesenden Vereins- und Familienmitglieder sowie einige Ordensträger aufs Köstlichste zu bewirten. So wurde jeder Gast von Robert Glässer mit einem Glas Sekt oder Orangensaft empfangen und auch für den restlichen Verlauf der Veranstaltung achtete dieser sehr genau darauf, dass keiner der Gäste auf dem Trockenen sitzen musste. Üblich ist das übrigens nicht, denn Robert Glässer gab unumwunden zu: „Normalerweise ist bei uns Selbstbedienung, aber ich habe mich heute Abend entschieden, für die Gäste und Vereinsmitglieder da zu sein.“ Sprach‘s und verschwand mit aufmerksamen Blick zu potenziell Verdurstenden.

Überhaupt fühlte man sich gleich wohl, denn nicht nur der Empfang war perfekt, sondern einfach alles an diesem Abend. Die Tischreihen waren liebevoll gedeckt: Luftschlangen als dezenter Hinweis auf die Art der Veranstaltung, frische Blumen, Nüsse und Blätter als Symbol für die Jahreszeit und nach einer kurzen Begrüßungsrede vom Vorsitzenden des Narrenclubs, Udo Weihe, spielte dann das leibliche Wohl die Hauptrolle. Genau pünktlich zur Abendessenszeit wartete eine von Christina Pfaff zubereitete Gulaschsuppe, die in Geschmack und Konsistenz Höchstnoten hätte erzielen können,.

So konnte Rainer Kowald nach 20 Minuten einem „s-s-s“(sauber – satt – sediertem) -Publikum die neue Ordensträgerin vorstellen, die sich im Vorfeld bereits visuell als solche allein schon dadurch zu erkennen gab, da einige ihrer Familienmitglieder dabei waren, die man sonst wahrscheinlich in diesem Rahmen nie erblickt hätte. Wohl wissend, was nun kommen sollte, setzte sich die Geschäftsführerin der Königsteiner Kur GmbH auf den roten Holzthron mit integrierter Narrenkappe, deren goldene Farbe ihr sogar etwas Königliches verlieh, zog alsdann brav ihre Schuhe und Strümpfe aus, um dann dem interessierten Publikum ihre nackten Füße zu präsentieren, welche für die Zeit von Kowalds kleiner Rede im – mit Woogbachwasser gefüllten Bottich – verschwinden mussten. „Brrr ist das kalt“, lautete dann auch ihr spontaner Kommentar, der nicht gerade begeistert klang. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass Almut Boller die „Baa nicht bambeln“ ließ. Dazu war der Bottich leider zu flach. Doch die Chefin der Königsteiner Kur bewies an diesem Abend, dass sie um die Vorzüge von kaltem Wasser weiß und Kälte nicht nur aus-, sondern auch in Wärme umwandeln kann. So gab sie nach kurzer Zeit den mitfühlenden Anwesenden tapfer zu Protokoll: „Das Wasser ist gar nicht mehr so kalt.“ Wer übrigens daran zweifelte, ob es sich hier überhaupt um echtes Woogbachwasser handelt, wurde vom Vorsitzenden des Narrenclubs aufgeklärt. Dieser bekannte: „Auf dem Wege zur Wasserbeschaffung mit meinem weißen Kanister, traf ich auf einen vorbeilaufenden Spaziergänger, der wissen wollte, warum ein Mann am helllichten Tag mit einem leeren Behältnis durchs Woogtal läuft. Schlagfertig, wie es sich für einen Narren gehörte, kam die Antwort sachlich und prompt: „Ich bin von der unteren Wasserbehörde und entnehme gerade eine Probe.“ Ob ihm das geglaubt wurde, sei zwar dahingestellt, aber auf jeden Fall gab es einen Zeugen dafür, dass das Wasser nicht aus dem Hahn, sondern wirklich und echt aus dem Woogbach war.

Sachlich war dann auch die Erklärung von „ebenfalls WBWBBO-Träger“ Rainer Kowald, der davon ausging, dass nicht jeder im Publikum wusste, was die Hintergründe dieser ganz speziellen Ordensverleihung sind, zumal der Name nun wirklich nichts mit dem Grund dieser Verleihung gemein hat. So erfuhr man, dass dieser Orden beim Königsteiner Narrenclub zu dem Zweck eingeführt wurde, Menschen, die Nicht-Mitglieder der Narrenzunft sind, sich aber für Vereine, die Stadt oder das Gemeinwesen eingesetzt haben, besonders zu ehren. Welchen Stellenwert dieser Orden – auch wenn der Name nicht gerade sehr seriös klingt – hat, beweist übrigens die Tatsache, dass ein Träger, wird er bei offiziellen Anlässen des Vereins ohne WBWBB-Orden angetroffen, eine Strafe von 100 Euro zu zahlen hat.

Wer letztendlich entschieden hat, welche Kandidaten in der engeren Auswahl waren und warum gerade Almut Boller für diese, dem Verein so wichtige Ordens-Verleihung ausgewählt wurde, wurde zwar nicht verraten. Aber, dass sie auf jeden Fall eine würdige, den Kriterien entsprechende Trägerin ist, das durfte dann Stefan Jung in der obligatorischen Laudatio des Vorjahres-WBWBB-Ordensträgers, auf seine ganz eigene Art launig, kurzweilig und vor allem humorvoll, nicht immer Rücksicht auf die Gefühle der zu Laudatierenden nehmend, dem geneigten Publikum erklären.

Interessante Details, die sicher nicht jeder wusste, wurden hier preisgegeben. Von der wehen-durchwachsenen Fahrt zum St. Josef-Krankenhaus mit Hilfe des elterlichen „Bollerwagens“ während des Burgfestumzugs, über ihren Wohnort, galant umschrieben mit „Hinter Himbeererhecken“ bis zu ihrer Verbundenheit mit Falkenstein (allen Königsteiner Engagements zum Trotz) gab er ungewöhnliche Auskünfte und man erfuhr quasi nebenbei, dass die junge Almut Boller bei einem ihrer närrischen Auftritte mit der Tanzgruppe „Tiffany“ sogar die Falkensteiner Grenze überschreiten musste, um einen ersten „Auslandsauftritt bei der Königsteiner Seniorenfassenacht“ zu absolvieren.

Mit 16 Jahren schließlich ging sie zum ersten Mal in die Kur und zwar genaugenommen als Azubi zu Rainer Kowald, dem, so Jung, „Altvater der gepflegten Badekur“. Der letztjährige Ordensträger wollte Almut Bollers Wirken zu diesem Zeitpunkt nicht von ihrem Ziehvater trennen und parlierte noch weiter über Kurbad und Kowald: Er beschrieb Letzteren nonchalant als „Warmduscher und Schweißtreiber“, sorgte damit für Gelächter und Kowald musste das ebenso über sich ergehen lassen, wie Jungs verbale Exkursion in Richtung Einrichtung des Kurbades, bestehend aus einem großen Edelstahlbecken sowie Spiegeldecken, die dann gebraucht würden „wenn’s mal wieder wilder wird.“ Auch hob er noch die Möglichkeit eines rituellen „Gruppenbambelns“ hervor, welches in Zukunft dank der jetzigen Ordensträgerin möglich werden könnte.

Bei allem Spaß kam aber die eigentliche Botschaft, warum dieses Jahr gerade Almut Boller zur Ordensträgerin erkoren wurde, dank einer knackigen Zusammenfassung von Stefan Jung, sehr gut rüber: „Wer Almut Boller nicht kennt, wohnt zwar in Königstein, lebt aber an der Stadt vorbei.“

Nachdem der erste Höhepunkt – dank bereit gestelltem Handtuch – schnell wieder trockenen und vor allem beschuhten Fußes den WBWBBO-Thron verlassen hat, wurden die Ehrungen vollzogen, die weder spektakulär noch auf eine Person zugeschnitten waren, aber mit Sicherheit den zu Ehrenden ebenfalls signalisierten, dass ihre langjährige und beständige Arbeit geschätzt und gewürdigt wird.

Für närrische elf Jahre Vereinsmitgliedschaft wurden Heinrich J. Nuber und Monika Silva geehrt. Ganze elf Jahre mehr auf dem Vereinsbuckel, nämlich 22, hatten Lieselotte und Peter Donath und erhielten dafür eine Urkunde.

Sportlicher und aktiver wurde es dann mit der Verleihung des Tanzsportabzeichens BDK Bronze für sechs Jahre, die Auszeichnung der Silbernen Flamme (mit) für Diana Brütting von den Resi Dancers, der Verleihung der Silbernen Flamme (ohne) für Heinrich J. Nuber in seiner Eigenschaft als 11er-Rat (Bühnenmeister), Festungsgarde. Die Goldene Flamme wurde auch verliehen und zwar für Bettina Gräf, die bei den Resi Dancers aktiv ist und auch als deren Trainerin fungiert. Ebenfalls bei den Resi Dancers sowie in der Weiberfastnacht und in der Festungsgarde aktiv, erhielt Cornelia Dembicki-Walzok die begehrte Auszeichnung. Harald Walzok erhielt die gleiche Ehrung für seine Tätigkeit im Elferrat und in der Festungsgarde.

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