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Nach dem Sturm in Königstein

Überall trafen Spaziergänger am Dienstagvormittag nach dem großen Sturm in der Nacht auf umgestürzte Bäume. Zum Schutz der Bürger wurden diese Bereiche vorerst mit Flatterband abgesperrt. Fotos: Schemuth

Königstein (el) – Wen der heftige Gewittersturm, der über Königstein und Umbegung in der Nacht von Montag auf Dienstag gewütet hat, nicht geweckt haben sollte, der dürfte einen überdurchschnittlich tiefen Schlaf haben. Es blitzte nicht ein oder zweimal, sondern ununterbrochen („Wie in der Disco“, meinte eine Königsteinerin). So mancher spürte die Bedrohung, die von der wuchtigen Naturgewalt ausging, sogar körperlich.

Der Tag danach in Königstein. Schon am frühen Morgen vernimmt man, dass Motorsägen überall am Werk sind. Auf Anhängern wird das gehäckselte Gut abtransportiert. Auf den Straßen und Bürgersteigen liegen abgebrochene Äste und Zweige und geben dabei nur einen kleinen Ausschnitt darauf frei, was wirklich an Zerstörung angerichtet wurde. Ganze Bäume sind teils an der Krone beschädigt, teils aber auch umgestürzt und auf dem Dach des Nachbargrundstücks gelandet. Dem ersten Anschein nach sind die Schäden an der Natur auf der Strecke von Mammolshain nach Königstein mit am Schlimmsten. Im Kronthal deckte der Sturm die Ziegel eines neu gemachten Daches ab, ließ die Windschutzscheibe eines Autos zerbersten. Die Wassermassen bahnten sich in der Nacht den Weg in viele Keller und ließen zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und Polizei folgen.

Insgesamt betrachtet seien die schweren Gewitter jedoch glimpflich verlaufen, ist einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Hochtaunus zu entnehmen. Es habe keine Meldungen über verletzte Personen gegeben. Zu Verkehrsbehinderungen sei es wegen „umgestürzter“ Bäume und Gegenständen auf den Fahrbahnen auf Bundes- und Landesstraßen gekommen, so unter anderem auf der B8 in Königstein.

Auch in Königstein ist man nach dem Schrecken der Nacht intensiv mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Gerd Böhmig, Fachbereichsleiter Planen Umwelt Bauen bei der Stadt Königstein, war am Dienstagvormittag mit dem Fahrrad im Innenstadtbereich anzutreffen. Auch ihm war es darum gegangen, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und Schadensmeldungen zusammenzutragen. Darum werde es jetzt in der nächsten Zeit gehen, meinte Böhmig, der unterwegs – und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal an diesem Tag – auf einen Königsteiner gestoßen war, der einen Sturmschaden am eigenen Grundstück zu vermelden hatte, der vermutlich auf benachbarte, vom Sturm betroffene Grünflächen zurückzuführen ist, die sich in städtischem Besitz befinden. Wie Böhmig erklärte, werde die Statik von städtischen Grünflächen ständig von einem externen Sachverständigen überprüft. Die Stadt selbst ist bei der GVV-Kommunalversicherung versichert. Man gehe davon aus, dass in der nächsten Zeit einige Schadensmeldungen von betroffenen Bürgern eingehen werden, die dann wiederum geprüft werden.

Der Betriebshof werde mehrere Wochen mit der Beseitigung der Sturmfolgen beschäftigt sein, so Böhmig.Was jedoch klar zu sein scheint, auch nach dem Gespräch, das die Königsteiner Woche mit Holger Lotz vom Kundendienstbüro der HUK Coburg in Königstein geführt hat: Bei einem Sturm ab der Windstärke 8 (und davon ist in diesem Fall auszugehen), bei dem von „höherer Gewalt“ die Rede ist, wird keine Haftpflichtversicherung für einen verursachten Schaden aufkommen. Auf der sicheren Seite seien laut Lotz jene Geschädigte, die eine Gebäudeversicherung abgeschlossen haben, bei der Schäden durch Sturm und Hagel abgedeckt seien.

Ein Falkensteiner findet deutliche Worte, um den Zustand des Falkensteiner Burgwegs zu beschreiben: „Wie im Krieg“, ist Dieter Schmid entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung. Der gesamte Burgweg sei total mit Bäumen versperrt und das kleine Häuschen vor dem Tor zur Falkensteiner Burg sei total zerstört.

Ein Anwohner aus dem Ölmühlweg berichtet, dass durch das Gewitter auch im oberen Ölmühlweg zwei Bäume umgestürztseien. Die Straße sei gesperrt worden und noch um 7 Uhr habe man die Autos über Kelkheim umgeleitet.

Der Orkan hat nicht nur das kleine Holzhäuschen vor der Burg Falkenstein zerstört, sondern auch in Königstein und Umgebung viele weitere Schäden an Haus und Grund angerichtet.

Foto: Schmid

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