„KG ist eingeschlafen“

Als Familienvater musste er keine Rennmaschine haben aber mit seiner Harley hatte sich der Heavy-Metal-Fan einen Männertraum erfüllt, der bald zu seinem Markenzeichen wurde. Foto: privat

Falkenstein (hhf) – Es ist die Nachricht, vor der jeder ebenso große Angst hat, wie er auch sicher weiß, dass sie irgendwann kommen wird. Von Bekannten, von Familienmitgliedern und irgendwann von sich selbst.

Auch „KG“ Karl Gustav Schramm wusste das, er hatte schon immer ein Gefühl dafür gehabt, wann man mit etwas aufhören sollte, darin war er Freunden ein ebenso guter Berater wie sich selbst. Eine der ganz schweren Entscheidungen war es sicherlich für ihn, seine geliebte Harley abzuschaffen: „Ich merke, dass ich sie nicht mehr sicher halten kann“, beim Aufbocken – das war für ihn das Zeichen, jetzt aufzuhören „bevor etwas passiert“.

Anderen Menschen etwas anzutun, nur aus Versehen, war für ihn undenkbar und so kann man sich vorstellen, dass es ihm nicht leicht gefallen ist, so viele Freunde nun in Trauer zu stürzen. Seine wunderbare Art, auch mit schwerem Schicksal liebevoll umzugehen, hat ihn bis zum letzten Atemzug begleitet und sich auch schon früh auf seine Familie übertragen. So war schließlich sogar die Nachricht von seinem Tod durch Tochter Kerstin, die in enger Absprache mit ihrem Bruder Patrice regelmäßige Rundbriefe an die Freunde verschickte, damit sie und KG in Kontakt blieben, etwas ganz besonderes: „KG ist eingeschlafen“ stand im Betreff der E-Mail.

Noch am Sonntag war es nach zwei Wochen wieder ein sehr glücklicher Besuch im Haus Raphael gewesen, KG ging es etwas besser: „Wir hörten Dixieland-Jazz und machten Übungen und er freute sich über mich und meinen Osterstrauß.“

Am Montagabend kam dann ein Anruf, dass sich der Gesundheitszustand rapide verschlechtert habe, woraufhin beide Kinder ihn wieder besuchten. Da es auch jetzt noch sein ausdrücklicher Wunsch war, nicht künstlich am Leben erhalten zu werden, blieb es bei einem langen Miteinander. Nach einer Weile meinte KG, er wolle nun ruhen, „dann verabschiedete er uns und bedankte sich, dass wir bei ihm waren – ganz typisch KG.“

Und dieses „typisch KG“ ist es, was den Schmerz um seinen Verlust schon jetzt etwas erträglicher macht. Da strahlt seine ruhige, besonnene Art weiter aus, die so vielen Verwandten, Freunden, Lehrlingen oder Mitbürgern ebenso liebevolle wie zielsichere Hilfe gegeben hat. Über sein freundliches Wesen gelangte man im Gespräch mit ihm früher oder später meistens in fröhlichen Spaß, den hatte er ebenso gerne wie einen besinnlichen Abend bei selbst gemachter Musik und dann auch gerne nachdenklichen Texten, ein guter Whisky oder ein Zigarillo passte dazu. Und nun hat er es geschafft, uns einen kräftigen Teil von dieser Art weiterzugeben, es ist ein großes Erbe, was er in die Herzen seiner Freunde gepflanzt hat, dorthin, wo er nun weiterhin wohnt.

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