Weinfest und Turmblick: Falkenstein feiert ganz oben – nahe bei der Sonne

Durchblick: Nur zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken wurden im Halbrund der Pavillons einige Plätze frei, die dem Fotografen den Blick auf Weinstand und Apfelpresse freigaben. Das kleine Bild zeigt das Weinfest vor dem Bürgerhaus als Fernblick vom Turm – noch mit voll belegten Bänken. Fotos: Friedel

Falkenstein
(hhf) – Nachdem die Veranstalter von der TSG im letzten Jahr für ihr Weinfest so ziemlich den einzigen Regentag in einem langen, trockenen Sommer erwischt hatten, nahmen sie den Morgenschauer an diesem Wochenende eher locker, so hatte Petrus wenigstens den Rasen gesprengt, bevor den Falkensteinern Trinkwasserverschwendung nachgesagt werden konnte.

Als die rund 20 Blechbläser des Kronberger Musikvereins – gesponsort von La Vida-Wirt Jorge Patricio – um 11 Uhr ihre Instrumente zum Munde führten, spiegelte sich schon wieder die Sonne auf dem blank polierten Metall und schnell stellte ein begeistertes Publikum fest: „Die Musik ist spitzenklasse“, die Musiker überzeugten vor allem mit ihrem breiten Repertoire, das auch für jede Altersgruppe etwas zum Mitsummen beinhaltete.

Frisch importierte Thüringer

Rechtzeitig für den großen Ansturm waren auch Jörg und Thomas Pöschl aus Apolda zurückgekehrt, von dort hatten sie in Kühlboxen die Thüringer Bratwürste eigens importiert – frischer geht es nicht. Die Daheimgebliebenen hatten sich derweil um Kaffee, Kuchen und allerlei Beilagen zu den Grillspezialitäten gekümmert – das „Schweinesteak nach Winzer Art“ erinnerte geschickt an den eigentlichen Zweck des Frühschoppens.

Wechselnde Winzer

Über die Jahre wechseln die Sportler durch die verschiedenen deutschen Anbaugebiete, so war heuer Rheinhessen mit sieben Sorten im Weinstand angesagt, repräsentiert vom Weingut Gauer aus Bodenheim. Deren Erzeugnisse mundeten so gut, dass die Stimmung sich bald lockerte, stolz gaben die Veranstalter zu Protokoll, dass man auch Gästen aus den anderen Stadtteilen den Zutritt nicht verwehrt habe – und die waren ebenso zufrieden wie die Ortsansässigen.

„Die Festwiese am Bürgerhaus ist eben doch der zentrale Treffpunkt in Falkenstein“, konstatierte Jörg Pöschl als Vereinsvorsitzender, und das nutzten seine Bürger (er ist inzwischen ja auch Erster Stadtrat) weidlich. Ganze Familien machten sich mit Kind und Hund einen gemütlichen Nachmittag, wenig ernste und viele lustige Gespräche füllten den Tag von 11 bis nach 17 Uhr so, dass er wie im Fluge verging. Man sorgte sich um heruntergefallenes Wechselgeld, das – nachdem es gefunden war – eine solche Freude auslöste, dass es gleich wieder abstürzte oder diskutierte die Größe der Kuchenstücke: „So gut, wie der schmeckt, müsste er doppelt so groß sein“. Hans-Jürgen Metz als Vize-Vorsitzender sorgte sich sogar ein wenig um die Fähigkeit seiner weinseligen Mitstreiter zum späteren Abbau, doch wurde auch der schließlich unfallfrei bewältigt.

Burgturm geöffnet

Und während man auf dem Weinfest am Bürgerhaus überlegte, ob Lokalhistoriker Hermann Groß nicht vielleicht einen Manager brauche, hatte der sich mit einem ergänzenden Angebot längst selbstständig gemacht und den üblicherweise verschlossenen Turm der Burg Neufalkenstein zur Besichtigung geöffnet, was reichlich Zuspruch fand. Dass er deswegen nicht auf das Weinfest gehen konnte, trug er mit Gelassenheit: „Das ist ja erst zum fünften Mal und ich bin ja mehr so für das Althergebrachte zuständig...“

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