ALK: Was Königstein lebenswert macht

Die Sommerferien bringen es manchmal mit sich, dass es einige Wochen dauert, bis eine Fraktion auf eine Verlautbarung einer anderen reagieren kann. Diese Pressemitteilung der ALK zur Neugestaltung der Stadtmitte Königstein ist somit als Replik auf jene der Grünen „Grüner geht immer – beim Parken scheiden sich die Geister“ (KöWo KW 28/2025) zu verstehen.

Königstein – Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) trägt es im Namen: Königstein als lebenswerte Stadt ist eines der wichtigsten Ziele des kommunalpolitischen Engagements der Wählergemeinschaft. Seit fast 45 Jahren besteht die ALK damit als zweitgrößte bzw. seit mehr als neun Jahren größte Fraktion im Königsteiner Stadtparlament. Welche Elemente Königstein lebenswert sein lassen, dazu mag man geteilter Meinung sein. Aktuell wird über die kürzliche Entscheidung debattiert, die Innenstadt, vor allem die Konrad-Adenauer-Anlage (KAA), mit einer massiven Baumaßnahme neu zu gestalten.

Wird Königstein wirklich lebenswerter, so fragt ALK-Bauexperte Günther Ostermann, wenn oberirdische Parkplätze entsiegelt werden, dafür aber eine gleich große Fläche für Tiefgarage und Zentralen Omnibusbahnhof sowie für die Erweiterung des Kapuzinerplatzes versiegelt wird?

Wird Königstein lebenswerter, wenn unnötigerweise eine zweite Tiefgarage gebaut wird?

Wird Königstein lebenswerter, wenn eine bis zu 4 Meter tiefe Zufahrtschlucht zur Tiefgarage die Konrad-Adenauer-Anlage durchschneidet?

Wird Königstein lebenswerter, wenn während der Bauzeit zur Umgestaltung der Innenstadt Geschäfte schließen müssen, weil die Kundschaft das Stadtzentrum meidet?

Für dieses Projekt wird ein Vielfaches des Betrages ausgegeben werden müssen, der vom Bund als Fördergeld bereitgestellt wurde. In der Folge könnte die Stadt auf Jahrzehnte durch eine weitere massive Verschuldung in vielen Bereichen handlungsunfähig werden.

Das Förderprogramm heißt „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Dieses Ziel unterstützt die ALK uneingeschränkt, fragt sich aber, ob Tiefgaragen und Busbahnhöfe zur Klimaresilienz beitragen können. Die Sinnhaftigkeit der Entsiegelung von Parkplätzen auf der einen Seite der Anlage, um Grünflächen zu schaffen, wenn gleichzeitig auf der gegenüberliegenden Seite eine noch größere Grünfläche in einen Busbahnhof mit darunterliegender Parkgarage umgewandelt wird, erschließe sich nicht, so Ostermann. Leider seien die Fördergelder beantragt worden, ohne zuvor ein in jeder Hinsicht schlüssiges Konzept entwickelt zu haben. Nun werde man die Gelder, „die man rief“, quasi nicht mehr los und sei gezwungen, sie innerhalb von zwei Jahren auszugeben, so zumindest die Auffassung von Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko (CDU) sowie CDU, FDP und Bündnis90/die Grünen.

Ähnlich verhalte es sich mit dem Wasserkonzept, das davon ausgehe, dass große Mengen aus den Spülwässern des Kurbades gewonnen werden könnten. Da die Zukunft des Kurbades ungewiss ist, dürfe auch hier nicht mit „ungelegten Eiern“ gehandelt werden.

Klimaresilienz erreichen

Dass auch in Königstein Möglichkeiten bestehen, die Auswirkungen und die Belastungen des Klimawandels abzumildern, sei unbestritten. Das im Rahmen der Planungen vorgestellte Konzept für den Kurpark beispielsweise sei nachvollziehbar und sollte umgesetzt werden, unterstreicht Ostermann. Wenn allerdings bis auf fünf Exemplare der gesamte Baumbestand der KAA entfernt werden müsse, um das Großprojekt zu realisieren, dann stelle sich die berechtigte Frage, wie kurz- und mittelfristig die CO2-Bilanz verbessert werden könnte.

Als amüsant bezeichnet Ostermann die Aussagen von Königsteiner Vertretern von Bündnis90/Die Grünen, in denen man für sich reklamiere, besser als die ALK zu wissen, was Königstein zu einer lebenswerten Stadt mache (im Originalton: „Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein sollte ihren Parteinamen ernsthaft überdenken“; Anm. d. Red.). Die Grünen hätten sämtliche Bauprojekte der jüngsten Zeit mit massiven Flächenversiegelungen unterstützt. Dem Bau des Kindergartens am Hardtberg hätten die Grünen nur unter der Bedingung zugestimmt, dass dort ein Blockheizkraftwerk entsteht. Nunmehr sei das Wärmekonzept am Hardtberg mit Verlusten in Höhe von über 500.000 Euro gescheitert, das Blockheizkraftwerk werde nicht gebaut und die für das Königsteiner Kleinklima wertvolle Fläche am Hardtberg sei verloren. Ein kritischer Blick in den eigenen Spiegel, so Ostermann, würde den Königsteiner Grünen gut anstehen.



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