Baustellenführung führt auch in die Zukunft der Stadt Königstein

Gerd Böhmig (Mitte) erklärt während der fast dreistündigen Führung zur neuen Stadtmitte gestenreich die Wege des Wasser und die Verkehrsströme. Die Gruppe steht an einem Ort in der Konrad-Adenauer-Anlage, wo sich künftig Parkdeck und ZOB befinden werden. Foto: Schramm

Königstein (as) – Es gibt kein Thema, welches die Königsteiner zurzeit mehr beschäftigt als die Neugestaltung ihrer Stadtmitte. Es ist eine Operation am offenen Herzen, das sich mit der Fällung der Bäume in der Konrad-Adenauer-Anlage und den begonnenen Erdarbeiten in der mittlerweile komplett eingezäunten Baustelle aktuell wie eine klaffende Wunde darstellt. Was wird genau gebaut, wie wird es später einmal aussehen, was sind die nächsten Schritte, warum geht es nicht schneller voran und – vor allem – was kostet der ganze Spaß? Fragen, mit denen sich die Stadtplaner und die Politik seit Jahren intensiv beschäftigen, kommen jetzt, wo die Baustelle unübersehbar geworden ist, mehr und mehr in der Bevölkerung an.

Keine Überraschung also, dass die beiden Baustellenführungen mit Gerd Böhmig, der als Fachbereichsleiter Planen, Umwelt, Bauen im Königsteiner Rathaus so etwas wie der städtische Projektleiter ist, auf enorm großes Interesse gestoßen sind. Bei der zweiten in der vergangenen Woche waren trotz abendlicher Temperaturen von mehr als 30 °C wieder mehr als 50 Interessierte dabei.

Da die Baumaßnahme, die im Rahmen des Bundesprogramms zur Umgestaltung urbaner Räume an den Klimawandel mit 4,99 Millionen Euro gefördert wird, maßgeblich mit der Nutzung von Oberflächenwasser und dem Spülwasser des Kurbades zusammenhängt, begann die Führung ebendort, um dann dem Weg des Wassers bis in den Kurpark zu folgen.

Mit „Hallo Königstein“ begrüßte Böhmig die Teilnehmer – wohl wissend, dass das Thema ganz Königstein angeht. Beim Kurbad handelt es sich um die größte Verbrauchsstelle im städtischen Wassernetz. Es verbraucht jährlich rund 30.000 Kubikmeter Wasser, in Spitzenjahren bis zu 45.000 Kubikmeter. Der städtische Gesamtverbrauch liegt bei rund 920.000 Kubikmetern, täglich sind das rund 2.500 Kubikmeter (rund 150 Liter pro Kopf) Frischwasserverbrauch, der an heißen Tagen auf bis zu 4.000 Kubikmeter steigt und dann früher oder später für Wasserknappheit und Nutzungseinschränkungen sorgt. Bei Normalverbräuchen entspricht der jährliche Kurbad-Verbrauch in etwa dem städtischen Gesamtbedarf von rund 18 Tagen.

Erste Zisterne am Kurbad

Diese Zahlen stellte Böhmig noch einmal klar, nachdem es bei der ersten Führung Missverständnisse zwischen dem Gesamtverbrauch und dem Wasser für die Spülung der Schwimmbadfilter gegeben hatte. Zur künftigen Speicherung dieses Spülwassers von 200 bis 400 Kubikmetern pro Woche wird die erste Zisterne von etwas über 100 Kubikmetern am Kurbad gebaut. Von dort wird das Wasser entlang des Hangs zur Adelheidstraße gepumpt.

Dort traf die Gruppe erstmals auf den Verlauf des historischen Höhenbachs aus dem 13. bis 14. Jahrhundert, der einst die Entstehung der städtischen Ansiedlung überhaupt erst ermöglichte. Als die Straße vor rund 60 Jahren neu geteert wurde, wurde der alte Kanal des Höhenbachs nicht mehr genutzt, das Wasser wurde bereits vorher vom Klärchenweg direkt in den Hang links des Kurbads (von der B8 gesehen) umgeleitet für die dort vorhandene Vegetation. Künftig wird zur Nutzung des gefilterten Kurbad-Wassers die alte, trockene Höhenbach-Achse wieder aufgegriffen. Der Kanal konnte mit sogenannten „Inlinern“, die sich im Rohr zunächst weiten und dann verhärten, wieder nutzbar gemacht werden, erklärte Böhmig; eine weitere offene Baustelle wie jene aktuell in der Hauptstraße sei also nicht nötig.

Die Bedeutung des Höhenbachs

Die historische Verrohrung des Höhenbachs dient dann laut Böhmig auch als „Vorflut, wenn zu viel Wasser fällt“. Dieses überschüssige Wasser werde über den alten Verlauf des Höhenbachs ins Woogtal geführt und dort dem Wasserhaushalt wieder zur Verfügung gestellt, anstatt in der Innenstadt für Überflutungen zu sorgen. Ehe das Wasser abfließt, werden aber erst die neuen Zisternen gefüllt, deren Wasser für die Konrad-Adenauer-Anlage und den Kurpark bestimmt ist. Die zweite Zisterne für das vom Kurbad hochgepumpte Wasser mit 110 Kubikmetern Kapazität wird in einen unauffälligen, im städtischen Besitz befindlichen Grünstreifen im Scheitelpunkt der Einmündung der Le-Canntet-Rocheville- in die Adelheidstraße eingesetzt werden.

Den nächsten Treffpunkt der Interessierten mit dem Wasser gab es auf der anderen Seite der B8. Hinter dem ersten Haus, in dem sich auch eine bekannte Pizzeria befindet, sind auf dem Platz vor dem Grundstück zwei Kanaldeckel zu sehen. Unter dem älteren rauscht es tatsächlich schon wieder, zumindest während der seltenen Niederschläge. „Es kam schon was, als der Höhenbach geöffnet wurde“, und auch das Wasser der neuen Drainage der in Sanierung befindlichen Graf-Stolberg-Straße ist dem Kanal an dieser Stelle bereits zugeführt worden, so Böhmig. Generell soll künftig bei Neubauten kein Oberflächenwasser mehr einfach so in den gemischten Kanal der Kanalisation fließen. Man könne auch noch die Dachrohre der Anlieger anzapfen. Diese müssten dafür aber – auf Kosten der Stadt – vom Kanal getrennt werden, sieht der Bauamtsleiter weitere Erschließungspotenziale für den zukünftigen Wasserkreislauf.

Bäume am Ellasprudel bleiben

Am Ellasprudel, diesem derzeit nur bedingt ansehnlichen Kunstbrunnen, wird das Wasser dann nach Durchlaufen einer ersten Aufbereitungsanlage erstmals sichtbar werden – es soll symbolisch wie im Taunusquarzit aus dem Boden nach oben quellen. Gezeigt wird hier schon seit Monaten das Bauzauntransparent, wie sich die Planungsfirma den Sprudel vorstellt. Ob er auch so gebaut werde, konnte Böhmig nicht sagen, aber der neue Ellasprudel soll der erste Platz mit Aufenthaltsqualität am Wasser sein. Fraglich an dieser verkehrsreichen Ecke, raunte ein Teilnehmer. „Was passiert mit den Linden, müssen die gefällt werden?“, stellte eine Teilnehmerin hörbar und sorgenvoll genau die Frage, die von vielen an diesem Punkt erwartet worden war. „Die bleiben stehen“, sagte Böhmig ohne Zaudern. Erleichterung allenthalben. Offenbar hat die Stadt an einigen Stellen – die Stadtmitte und der Kurpark werden in dieser Reihe folgen – nochmal am Konzept nachjustiert, um alten Baumbestand zu erhalten. Denn jeder weiß, wie wichtig gewachsene Bäume für ein Mikroklima in bereits überhitzten Städten sind und dass junge Bäume lange brauchen werden, um diese Funktion erfüllen zu können.

Verzögerung in der Hauptstraße

Nach nur wenigen Metern gleich der nächste Halt der Baustellenführung, erstmals am anschaulichen Objekt einer „warmen“ Baustelle. Es ist das klaffende Loch Ecke Frankfurter Straße/Wiesbadener Straße, welches seit einigen Wochen den Verkehrsfluss in der Innenstadt hemmt. Hier sieht der Betrachter neben Strom- und Gasleitungen den Durchbruch des alten Kanals, ganze 20 Zentimeter unter der Straßendecke angelegt und vermutlich auch durch die mechanische Belastung so eingebrochen, dass er nicht mehr reparabel war. Der neue, vom Durchmesser wesentlich größere Kanal liegt bereits rund einen halben Meter tiefer fertig in der Erde, so dass das Loch geschlossen werden und die Baustelle umziehen kann. Im zweiten Abschnitt wird in diesen Tagen die Adelheidstraße dicht gemacht und aufgegraben, um mit dem Kanal den Lückenschluss zum Ellasprudel zu vollziehen. Diese Baustelle, die ursprünglich in den Ferien fertig werden sollte, werde sich um zwei Wochen verzögern und um diese zwei Wochen in die Schulzeit hineinreichen, sagte Böhmig. Eine leichte Verbesserung ist dann aber für die Hunderten von Schülern, dass sie wieder am gewohnten Ort in der Georg-Pingler-Straße in die Busse einsteigen können, die Durchfahrt in der Hauptstraße ist dann wieder möglich.

Am Eingang in die Konrad-Adenauer-Anlage an der Häuserecke bei Optik Hallmann ist gleich die nächste wichtige Station: Hier befand sich das frühere Brauhaus des Kapuzinerklosters – freigelegte Bruchsteine machen das Fundament sichtbar. Die Grabungen waren von Archäologen begleitet worden, die alle Funde dokumentiert haben, im Rosengärtchen wurde eine Mauer sogar abgetragen. Einzelne Steine wurden in die alte, mitunter eingebrochene Mauer gegenüber dem evangelischen Pfarrhaus im Aufgang zur Burg eingesetzt, erzählte Böhmig. Schon bald werden die Bagger die Reste aus dem Boden reißen, erhalten von den historischen Funden bleibt nur die schon lange freigelegte Mauer an der Georg-Pingler-Straße, deren Verlängerung kürzlich im Rosengärtchen entdeckt wurde.

Wann es so weit ist mit den Baggern, hängt auch an der noch immer nicht abgeschlossenen Arbeit des Kampfmittelräumdienstes. 165 Bohrlöcher haben die Experten bereits angelegt, gefunden haben die Metalldetektoren dort aber bisher nichts Verdächtiges, hauptsächlich Gitterroste, Geländerteile und Ähnliches. Einige Stellen wurden in der Karte von der beauftragten Fachfirma Tauber rot markiert als „Anomalie“ – das heißt, hier muss genauer hingeschaut und vermutlich noch umfangreicher gegraben werden. Die Kosten für all diese Pflicht-Untersuchungen wird die Stadt übernehmen müssen. Und das Ganze ist bauverzögernd, sodass die eigentlichen Arbeiten jetzt mit den Zisternen, nicht mehr – wie ursprünglich angenommen – mit dem Parkdeck, beginnen werden.

Dort, wo die Mönche früher Bier brauten und lagerten, wird künftig also Wasser gesammelt. Auch das mag sinnbildlich dafür stehen, wie sich die Prioritäten im 21. Jahrhundert verschoben haben. Die dritte, hier an der Ecke Hauptstraße geplante Zisterne wird dann schon 350 Kubikmeter Wasser fassen.

Wasser, das über sogenannte Rigolen – das sind Pufferspeicher unter der Erde – der gesamten anschließenden Grünanlage einschließlich dem noch anzulegenden „Klimawäldchen“ auf dem heutigen Innenstadtparkplatz zur Verfügung steht und entlang der Hauptstraße über eine Strecke von rund 50 Metern offen fließen wird. Am Kapuzinerplatz wird das Wasser dereinst sogar offen sprudeln.

Dieser schöne Abschnitt beginnt allerdings erst nach der Einfahrt zum Parkdeck – dem wohl umstrittensten Teil der Innenstadtplanung, der aber dafür sorgt, dass die bisherigen Parkplätze P1 und P2 begrünt werden können. Kritik daran wurde während der Führung zwar nicht laut, es wurden aber zahlreiche Fragen gestellt, auffallend viele von Kindern. Eine Chance für Böhmig, die Vorzüge der Planung herauszustellen. Das Parkdeck, das nach der Zufahrtsrampe etwa in der Mitte der Anlage erreicht ist, wird 2,50 Meter tief in die Erde reichen und 1,50 Meter hoch hinausschauen; durch die Topografie muss an der Ecke der Adelheidstraße sechs Meter tief gegraben werden, am unteren Ende nur zweieinhalb Meter. Ein- und Ausfahrt erfolgen über die Hauptstraße. Das Parkdeck selbst wird 72 Stellplätze haben, 18 davon sind für Elektroautos „vorgerichtet“ für einen Betreiber. Die Stadt selbst werde keine Elektroladesäulen betreiben, machte Böhmig klar.

Der neue zentrale Busbahnhof darüber (auf der Fläche des verschwundenen Rosengärtchens) wird zunächst zweispurig ausgelegt, bereits eingeplant ist eine Erweiterungsmöglichkeit auf eine dritte Spur, um dem vermeintlich wachsenden Bedarf des ÖPNV gerecht werden zu können. Die Busse biegen dann künftig von der Klosterstraße auf den ZOB ein und fahren über die Adelheidstraße wieder hinaus. Was die Wegeführung anbelangt: Es wird weiter eine Achse für Fußgänger von der Hauptstraße in die Klosterstraße geben. Die Parkanlage liegt quasi als großes Halbgeschoss zwischen den beiden Ebenen. Zum Busbahnhof und in die Garage führen jeweils einige Treppenstufen hinauf und herab bzw. barrierefrei der Fahrstuhl. Der Vorteil dieser Stapelbauweise liegt auf der Hand: Die zu versiegelnde Fläche halbiert sich. Und der Teil des Aushubs, der nicht wie etwa die Erde in der Anlage verbleiben kann, soll über eine „Bodenbörse“ verkauft werden. Gefällt werden sollen im kommenden Frühjahr im Übrigen noch weitere elf Bäume, zwei werden noch verpflanzt, acht Bäume, darunter auch die großen an der Klosterstraße, bleiben erhalten (s. Karte).

Drei Sperren für die Sicherheit

Es gab hier noch so viel mehr zu erzählen an diesem zentralen Ort: Die Georg-Pingler-Straße wird – sobald der neue ZOB nutzbar ist – von drei auf eine Fahrspur verengt, die Grünflächen unter anderem mit einer Boule-Bahn und Fitnessgeräten werden weit in den heutigen Straßenverlauf hineinragen, und die Straße wird dann nur noch für Anwohner und Einsatzkräfte befahrbar sein. Die technisch noch nicht genau spezifizierten Sperrpoller, die über eine Kennzeichenerkennung den Weg frei machen, werden vor der Fahrschule Hüttl und zudem in der Hauptstraße nach der Tiefgarageneinfahrt und am Ende der Kirchstraße links vom Brothaus benötigt. So entsteht ein geschützter Fußgänger- und Flanierbereich in der Innenstadt.

„Wir finden das Konzept gut, wir sehen dem Ganzen positiv entgegen“, äußerten sich Christa und Jürgen Fassl-Steimle auf dem Weitermarsch. Es müsse ja nach bald 50 Jahren, in den über das Thema gesprochen wird, endlich etwas passieren. Der Baustellenführer selbst freute sich im Übrigen auch noch an den Tagen danach über positive Rückmeldungen. „Das motiviert ungemein“, so Gerd Böhmig.

Die politischen Vertreter, die der Führung natürlich auch beiwohnten, sahen die Thematik differenziert. Regina Krachowitzer-Galle (ALK) sagte, ihre Fraktion sei kein Komplett-Ablehner und „immer für die grünen Maßnahmen“ gewesen, doch sie selbst bleibe „skeptisch, dass es bei den Kosten bleibt“ und bei den Folgen für den städtischen Haushalt. Winfried Gann sah seine grüne Seele durchaus im Einklang mit den Maßnahmen. Diese leide mehr unter vertrockneten Wiesen und welkem Blattwerk. „Wir brauchen dringend klimaresistente Bäume“, so der Grüne.

Und die Kosten?

Ja, kosten wird die Stadt ihre neue Mitte einiges. Ob er denn zusagen könne, dass die von der Verwaltung veranschlagten 18 Millionen Euro für das Gesamtprojekt „in Stein gemeißelt sind“, wurde Böhmig gegen Ende der Führung gefragt. Natürlich kann er das nicht. „Es ist die Prognose“, sagte der Bauamtsleiter und erinnerte an die volatile Lage der Weltwirtschaft, die Krisen und deren Auswirkungen auf Energie- und Transportkosten. Viel wurde seit Projektbeginn über die Förderung gesprochen. Neben den knapp fünf Millionen Euro vom Bund sind bis zu 2,5 Millionen Euro an Förderung für den Busbahnhof (70 Prozent der Baukosten) möglich, zudem könnten Gelder aus dem Sondervermögen Infrastruktur, aus dem Königstein 4,2 Millionen Euro zustehen, genutzt werden. Letztere würde den aufzunehmenden Kredit deutlich unter zehn Millionen Euro drücken. Der Magistrat habe sich mit diesem Thema bereits beschäftigt, sagte Böhmig auf Nachfrage. Das letzte Wort, welche Projekte hierfür angemeldet werden, werden aber der Bauausschuss und letzlich am 3. September die Stadtverordenversammlung haben.

Was den Zeitplan angeht, ist die Situation nach wie vor so, dass die Stadt die fünf Millionen Euro aus Berlin bis zum Jahresende 2027 verbaut haben muss, obwohl die Verzögerung vor allem auf der Seite des Fördermittelgebers lag, wie Böhmig hinzufügte. Aus diesem Grund wurden die Förderprojekte von der Stadtverwaltung auf das Thema Wasserwege samt Zisternen und Rigolen sowie den Kurpark umgeschichtet, die auf jeden Fall rechtzeitig abgeschlossen werden könnten. „Der Rest wird 2029/30 fertig“, meinte Böhmig fast beiläufig. Jahreszahlen, die bisher im Zusammenhang mit dem Umbau der Innenstadt noch nicht offen ausgesprochen wurden.

Ein letztes „Hallo Königstein“ gab es vom Bauamtschef im Kurpark zu hören. Die vierte und größte Zisterne mit 460 Kubikmetern Kapazität wird vor der Kur- und Stadtinfo gebaut, sie ist die Basis für die Wasserversorgung des gesamten Parks. Für den Einbau wird ab Mitte September bis geplant 19. November der Durchgang in den Kurpark geschlossen werden, der Zugang ist dann nur noch von der Fußgängerzone aus möglich.

Im ansteigenden Kurpark wird mit Pumpen und Schläuchen bewässert werden, die Steuerung dafür wird auf dem ausgedienten Schachfeld installiert. Und damit im Falle eines Stark­regenereignisses das Wasser auch im Park verbleibt und nicht in die darunterliegenden Straßen in Richtung Siedlung abfließt, werden Mulden in den Grünflächen angelegt.

Der Park selbst ab dem Kurhausbrunnen bis zur Ecke des Rathausvorplatzes wird nach historischen Vorgaben umgebaut werden, im sogenannten Herzogeneck wird ein Mittelweg eingezogen und die heutige Wechselbepflanzung weitgehend durch Stauden ersetzt. Der zentrale Brunnen selbst wird dagegen von den – oft niedergetrampelten – Stauden befreit, man kann also künftig wieder direkt an das plätschernde Wasser herantreten, und es wird so mehr Raum für Tische und Bänke bei Veranstaltungen geschaffen.

Gefragt wurde von den Bürgern auch nach der Villa Borgnis. Seit dem 20. Juli gebe es durch den Aufsichtsrat der Grundstücks-GmbH eine feste Zusage an den künftigen Mieter, der freilich noch nicht bekannt gegeben wird, ehe der 30 Seiten starke Mietvertrag unterschrieben sei, wie Böhmig klarstellte. Öffnen wird die Gastronomie in der Villa dann auch erst wieder im Sommer 2027, ein Jahr später als ursprünglich gedacht, wenn alle Umbauten abgeschlossen sind und die Menschen wieder durch die Grünanlage lustwandeln. Um sich zwischendurch im Kneipp-Tretbecken, das in der Sitznische im Rhododendron-Gärtchen geplant ist, eine Abkühlung von jener Art von Sommer zu holen, die offenbar zum Normalfall wird und Menschen, Stadtplaner und städtische Haushalte immer mehr herausfordert.

Extra: Die Zukunft des Kurbadwassers

Seit Beginn der Planungen für die neue Stadtmitte gilt die Nutzung des Spülwassers des Kurbades als elementar für die Funktionalität des gesamten Systems. Ohne das Kurbadwasser würde bei Normalwetter zu wenig Wasser in die Zisternen gelangen. Kritiker meinen, die Stadt würde sich das Bad mit all seinen Kosten langfristig ans Bein binden. Es sei denn, es kommt der erhoffte Investor, der das gesamte Kurbadareal entwickelt und den Erhalt der Therme sichert. Am 21. August ist bei der sogenannten Konzeptausschreibung die Abgabefrist für Bewerber. Es seien einige interessante dabei, allerdings hätten sich bislang weniger als zehn Interessenten bei der Stadt gemeldet, ließ sich Bauamtschef Gerd Böhmig zumindest ein wenig in die Karten blicken.

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