Königstein (as) – Der Gewerbeverein Handwerk und Gewerbe in Königstein e. V. (HGK) liegt ist sauer auf das Königsteiner Ordnungsamt. Vier Wochen vor dem nächsten verkaufsoffenen Sonntag am 13. September zum „Herbstzauber“ hat der HGK keine Genehmigung für seine geplanten Aktionen vorliegen, obwohl der Antrag bereits vor mehr als einem halben Jahr gestellt worden war.
„Wir machen nichts mehr, weil wir es in vier Wochen einfach nicht mehr auf die Reihe bekommen“, sagte der HGK-Vorsitzende Udo Weihe vergangene Woche. Also keine bei solchen verkaufsoffenen Sonntagen übliche „Genussmeile“ in der hinteren Hauptstraße und auch kein Go-Kart-Rennen in der Kirchstraße, für die – anlaog zur Veranstaltung im vergangenen Jahr – auch Straßensperrungen notwendig würden.
Nicht betroffen davon ist der genehmigte „Herbstzauber“ des Königsteiner Narrenclubs „Die Plaschis“ mit Programm, Verkaufsständen und Verpflegung auf dem Rathausvorplatz. Auch die Geschäfte in der Stadtmitte dürfen nach der Allgemeinverfügung weiterhin fünf Stunden öffnen, was nach der Entscheidung des HGK aber nicht mehr sicher ist. Weihe bemängelte auch über die Art der Kommunikation, die nicht direkt mit dem Ordnungsamt, sondern nur über das Veranstaltungsmanagement der Stadt möglich sei. Und von dort habe er eine „mündliche Genehmigung erteilt bekommen“, für die er sich aber nichts kaufen könne, da es sich um eine Ordnungsamtsanweisung handeln müsse. Auch in den vergangenen Jahren habe der HGK immer sehr lange auf Genehmigungen warten müssen, in diesem Jahr hat es ihm nun endgültig zu lange gedauert. Und das, obwohl er zweimal nachgefragt habe. Die schleppende Kommunikation sei „eigentlich immer so gewesen“, sagte Weihe fast schon lapidar.
Die Stadt Königstein lässt die Vorwürfe gegen das Ordnungsamt nicht auf sich sitzen und stellt den Sachverhalt aus ihrer Sicht klar: „Herr Weihe hat am 23. November 2025 einen ,Antrag zum verkaufsoffenen Sonntag Herbst 2026‘ eingereicht. In diesem Zusammenhang kündigte er an, einen Lageplan nachzureichen, sobald ,alle Aussteller zugesagt haben‘. Der gestellte Antrag bezog sich ausschließlich auf den verkaufsoffenen Sonntag anlässlich des ,Herbstzaubers‘, der von den Plaschis organisiert und durchgeführt wird. Die entsprechende Allgemeinverfügung zur Genehmigung des beantragten verkaufsoffenen Sonntags wurde am 17. Juni 2026 ausgestellt und veröffentlicht.
Angaben zu einem darüber hinausgehenden Veranstaltungsprogramm seien dem eingereichten Antrag nicht zu entnehmen gewesen. „Auch der angekündigte Lageplan, aus dem gegebenenfalls Rückschlüsse auf weitere geplante Veranstaltungsbestandteile hätten gezogen werden können, wurde bis heute nicht vorgelegt“. Das Ordnungsamt habe „damit über den tatsächlich beantragten Veranstaltungsumfang entschieden“. Die Stadt Königstein weist daher den Eindruck zurück, das Ordnungsamt habe einen bekannten und vollständig dargestellten Veranstaltungsumfang nicht berücksichtigt.
Und weiter: Für eine reibungslose und rechtssichere Durchführung von Veranstaltungen sei „eine frühzeitige, vollständige und kooperative Abstimmung zwischen Veranstalter und Stadtverwaltung unerlässlich“. Dazu gehöre insbesondere, geplante Veranstaltungsbestandteile rechtzeitig mitzuteilen und die hierfür erforderlichen Unterlagen vollständig einzureichen. „Nur auf dieser Grundlage können die zuständigen städtischen Stellen die notwendigen Prüfungen vornehmen und verlässliche Entscheidungen treffen“, endet die Stellungnahme der Stadt.
Weihe sagte am Montag nach einem Gespräch mit dem städtischen Verantaltungsmanager Florian Fuchs im Rahmen des Feuerwehrfestes, es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass Unterlagen fehlen würden. „Das wird mir nie wieder passieren“, schwor er sich. Er sagte aber auch deutlich, dass er „erwartet hätte, dass jemand bei der Stadt den Hörer in die Hand nimmt, wenn etwas fehlt“, so Weihe, der ja allein schon durch seine monatlich zu genehmigenden After-Work-Veranstaltungen (der nächste ist am 28. August von 17–21 Uhr) ein „Stammkunde“ des Ordnungsamts ist. Auch das Veranstaltungsmanagment lenkte daraufhin ein und gab zu, dass es auch auf Seiten der Stadt Versäumnisse gegeben habe.
Neuer Anlauf zu Halloween
Die oft von städtischer Seite proklamierte kooperative Haltung des Ordnungsamts gegenüber Veranstalter will Weihe sehr bald wieder prüfen. In Absprache mit der städtischen Wirtschaftsförderin Yvonne Mumm wird er einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag am 25. Oktober zu Halloween auf der Burg beantragen. Da die Besucher in diesem Jahr durch die Baumaßnahmen im Kurpark durch die Hauptstraße zur Burg geführt werden, soll auch der Einzelhandel in Königstein (im Idealfall mit Sonderaktionen und Deko) an diesem Halloween-Familiensonntag profitieren können.