Frühlingsfest mit extra viel Auto

Königstein (hhf) – Die Sonne scheint vom Himmel (bis kurzfristig ein paar Tropfen Regen fallen und einige Windböen etwas frühe Abbauhilfe leisten) und die Menschen strömen nach Königstein. So sah der Traum der Organisatoren des verkaufsoffenen Sonntags aus, und so ist es auch eingetroffen.

Tina Blome, die sich mit Udo Weihe im Namen des Vereins Handwerk und Gewerbe Königstein (HGK) in diesem Jahr ganz besonders in die Planungen für das diesjährige Frühlingsfest mit Autoschau gekniet hatte, kann es noch gar nicht recht glauben – Sowohl in Besucher- als auch in Autozahlen hat man alle Vorjahre getoppt. Natürlich gehört bei so einem Wetter-Poker immer auch das Quäntchen Glück (oder Segen) dazu, aber sie haben auch so einiges richtig gemacht. Vor allem, indem sie den Termin mutig vorverlegt haben: In diesem Jahr fällt nämlich die IAA in Frankfurt aus, so dass sich alle Autohäuser in diesen Tagen verstärkt selbst um die Präsentation der neuesten Modelle kümmern müssen. Dazu ist so eine Autoschau zwar ideal, ab den nächsten Wochenenden sind aber viele schon fest verplant, so dass man sie kaum noch an einem Fleck zusammenbekommt.

Tatsächlich mussten auch zum Königsteiner Termin einzelne Aussteller schon passen, die haben sich aber überwiegend schon zurück- und für das nächste Jahr angemeldet, nachdem sie mit ihren Kollegen gesprochen hatten: „In Königstein ist deutlich mehr los als auf anderen Veranstaltungen“ war das einhellige Fazit. Damit dürfte die 100-Auto-Marke dann wohl geknackt werden, auf die der HGK hinarbeitet.

Nicht in diesen Zahlen enthalten sind die Aussteller von Oldtimern, die das Fest mit ihren Schmuckstücken verschönert haben und auch die Wägelchen auf dem Autoscooter laufen außer Konkurrenz. Letztere Variante der Elektrofahrzeuge kann derzeit ihren straßentauglichen Geschwistern noch das Wasser reichen, wenn es um die Nutzung geht, bloß mit der Reichweite ist das so eine Sache... Das hat aber die älteren Fahrer nicht gestört, während die jüngeren sich bemühten, mit dem Kinderkarussell abzuheben. Das Drehgestell blieb allerdings standhaft, wohingegen die Türme der Hüpfburg durchgehend bedenklich schwankten, an ihren Grundmauern herrschte Dauerbetrieb.

Mit diesem Riesenspielzeug punktet das Team von TicTacToy regelmäßig, dazu verzierte innerhalb des Geschäftes ein Spray-Künstler Federmäppchen und Schulrucksäcke mit individuellen Motiven. Der Spielzeugladen steht beispielhaft für das große Engagement, mit dem sich etliche Gewerbetreibende am verkaufsoffenen Sonntag beteiligen. Ob Elke Klautke bei „Wohnkultur“ gemütliche Sitzecken im ruhigen Hinterhof präsentiert oder das Team von „purpur“ nebenan seinen Abschied feiert (sie wechseln nach Frankfurt), Mutschall, Beyer und poc a poc mutig an Randpositionen des Geschehens öffnen oder die Lebensmittelprofis in der Fußgängerzone Massenanstürme überstehen – jeder bringt sich auf seine Weise ein. Ob es Honig- und Sektproben bei Aroma Greek sind oder fachkundige Beurteilung von Antiquitäten im Königsteiner Auktionshaus, es zieht auch die Nachbarn aus den umliegenden Städten an und wenn man schon mit der Familie da ist, schickt die Mama den Papa endlich zum Sehtest und besorgt den Kindern derweil Sommerkleidung.

Martin Neubeck und Tina Blome sind schon während der Gewinnerziehung des Probefahrt-Preisausschreibens sicher, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat und dass Königstein noch viel mehr punkten kann, wenn es sich herumspricht, dass hier Händler und Vereine an einem Strang ziehen. Gut, da ist noch für den einen oder die andere Platz frei, um mitzumachen, aber die Zeichen für die Zukunft stehen gut – und kein Selbstständiger, der sich am verkaufsoffenen Sonntag Überstunden auferlegt hat, hat es diesmal bereut, das war unisono zu hören.

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