Königstein (as) – Mehr als 50 Jahre kam der Königsteiner Gewerbeverein HGK (Handwerk und Gewerbe in Königstein) mit seinem Logo sehr gradlinig und als Wortmarke daher, dazu die drei Buchstaben auf blauem Grund um 90 Grad gedreht. Einfach, praktisch, gut – auf die Neuzeit bezogen aber nicht mehr sonderlich modern.
Deswegen hat der im vergangenen Oktober neu gewählte HGK-Vorstand unter der Führung der beiden Vorsitzenden Udo Weihe und Stefan Hüttl neben vielen neuen Ideen wie der Schlender-Weinprobe durch die Königsteiner Geschäftswelt oder dem After Work Market auch das Thema Logo angepackt. „Neu und frisch“ sollte es sein, erklärt Oxana Hüttl aus dem Vorstand den Auftrag der Chefs, um sich damit in den verschiedenen medialen Formaten und auch auf den Poloshirts der Vorstandsmitglieder unverkennbar zu machen. „Viele Leute, die zu unseren Veranstaltungen gekommen sind, kannten den HGK nicht“, sagt sie – zugegeben, eher die Jüngeren und Neubürger. „Einige dachten, das After-Work-Event sei von der Stadt organisiert“, ergänzt Ehemann Stefan zur aktuellen Erfolgsnummer des HGK, das regelmäßig mehrere hundert Menschen in die hintere Hauptstraße lockt (nächster Termin am Freitag, 26. Juni, ab 17 Uhr).
Geld für eine teure Werbeagentur aus dem Fenster werfen und sich dann wochenlang umständlich über die Entwürfe abstimmen zu müssen, das wollte aber auch keiner. Wie gut, dass der Gewerbeverein unter der neuen Führung bereits um sechs auf 76 Mitglieder gewachsen ist und Hilfe aus dem direkten Umfeld zu bekommen war. Vivo (früher Giovo), der italienische Supermarkt auf der Wiesbadener Straße, war mit Inhaberin Simona Granata im Februar in den HGK eingetreten und ist seither mit seinen italienischen Köstlichkeiten und Weinen bei den Events des Gewerbevereins nicht mehr wegzudenken. Und mit ihrem Bruder Stefano, der gesundheitsbedingt seine eigene berufliche Karriere zunächst hintangestellt hat und seine Schwester bei der Neuausrichtung des Mercato nach der Umfirmierung unterstützt, kam auch noch ein ausgewiesener Grafikexperte mit hinzu. Er leitete unter anderem einst die Grafikabteilung des Lifestyle-Magazins „Mediterrano“.
Dennoch sagt er bescheiden, dass er nur ein „Tool“ gewesen sei, das die Ideen des Vorstandes umgesetzt habe. In zwei Tagen wurde das neue Logo in einer WhatsApp-Gruppe abgestimmt – einfacher und günstiger geht es nicht. Was Granata wichtig war: Es sollten Icons der wichtigsten Branchen eingebunden werden, da vor allem junge Menschen gerade in Social Media eher visuell unterwegs sind, statt viel lesen zu wollen. Und so sind Bildchen für Gastronomie, Fahrzeuge/Transport, Bekleidung und Handwerk unter dem Schriftzug zu sehen, und über allem prangt – wie sich das in Königstein gehört – die Burg. Die Farben, die Stefano Granata erst noch in Blau und Gold gesehen hatte, wurden durch Mehrheitsentscheidung im Vorstand auf das Blau und Grün der Stadt hin angepasst. Hinzugekommen ist der Claim „Innovative Zukunft entsteht gemeinsam“. Da das dann doch etwas viel Schrift sei, meint Granata, hat man den auf den Poloshirts weggelassen.
Der HGK wird das neue Logo jetzt richtig pushen. Aufkleber für die Mitgliedsvereine sind schon fertig, als Nächstes sollen Fußmatten mit Logo und der Aufschrift „Geöffnet“ hinzukommen. Des Projekts hat sich Anna Schwabe von Annas Teeladen angenommen. Generell sollen die Aufgaben auf immer mehr Schultern verteilt werden, der Vorstand könne nicht alles allein machen, sagt Stefan Hüttl. Und die Alt-Mitglieder, die zum Teil nur noch aus alter Verbundenheit im Verein gewesen seien, sollen wieder verstärkt von den Tätigkeiten profitieren, neue Mitglieder sollen angeworben werden. Er habe „einige lange Hälse“ beim After Work feststellen können, grinst Hüttl. Alle sind eingeladen – als Nächstes wieder zum Stammtisch (s. Textende).
Man scheint auf einem guten Weg im HGK. Dazu gehört seit Beginn der Planungen auch, den Neubau der Stadtmitte positiv zu begleiten. Wenn man den Kunden schon mit ,Und haben Sie auch keinen Parkplatz gefunden?‘ begrüße, dann könne das ja nichts werden, sagt Stefan Hüttl. „Wir sollten als Gewerbetreibende zusammenrücken“, meint Ehefrau Oxana. Udo Weihe mit dem besten Draht in die Verwaltung werde weiterhin frühzeitig über die verschiedenen Schritte der Baumaßnahme informieren. Das geschieht auch über den Newsletter, man will Baustellen-Videos für Social Media produzieren und der hölzerne Bauzaun – von den einen als Bretterwand gehasst, von den anderen als Staub- und Steinschlagschutz begrüßt – ist zur Stadtseite und P1 hin bereits mit den Bannern der HGK-Mitglieder abgehängt worden. Nach dem Motto: Wir stellen uns vor diese Maßnahme, Königstein und sein Gewerbe werden davon mittelfristig profitieren. Und überall ist schon das neue Logo mit von der Partie …
Stammtisch am 24. Juni
Den Verein Handwerk und Gewerbe in Königstein besser kennenlernen – die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Mittwoch, 24. Juni. Dann treffen sich die Mitglieder im Auktionshaus Janß in der Hauptstraße 12 und reden über die aktuellen Themen für das Gewerbe. Interessierte sind eingeladen, dazuzukommen.
Das neue Logo des HGK in zwei verschiedenen Verwendungsformen. Unten das alte zum Vergleich.Fotos: Schramm/HGK
Neue starke Verbindung im HGK: Stefano Granata, Entwickler des neuen Logos, Schwester Simona (Chefin von Vivo), Oxana und Stefan Hüttl Foto: Schramm


