Königstein (as) – Drei verdiente Bürger sind von der Stadt Königstein mit Ehrenplaketten und -urkunden ausgezeichnet worden. Die Ehrung samt Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und kleinem Umtrunk fand am vergangenen Donnerstag zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung statt. Da musste die Politik ausnahmsweise einmal mit ihrer Tagesordnung warten, was diese aber auch gerne tat. Denn die drei Geehrten haben über ihr ehrenamtliches Wirken dem Ansehen der Stadt Königstein und dem Zusammenhalt innerhalb der Stadtgesellschaft über Jahrzehnte hinweg einen großen Dienst erwiesen.
Die Ehrenplakette erhalten nur ganz wenige Persönlichkeiten der Stadt. Eine solche ist Professor Dr. Eckart Wernicke, seit 1984 Vorsitzender des Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Mit elf Jahren trat Wernicke dem Jugend-Rotkreuz in Walsrode im Harz bei, kam über ein Praktikum im St. Josef Krankenhaus nach Königstein, wo er 1969 Mitbegründer des Ortsverbandes Königstein, ab 1970 kommissarischer Bereitschaftsarzt und von 1974 bis 1984 Bereitschaftsarzt war. Beruflich machte er eine Laufbahn vom Facharzt zum Chefarzt für Chirurgie bis hin zum Ärztlichen Leiter am Universitätsklinikum Frankfurt. Zudem wirkte er im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts im Jemen entscheidend am Aufbau einer medizinischen Uni-Klinik mit. Die Ehrenplakette sei eine Auszeichnung für „hervorragende Dienste für das Gemeinwesen und ein besonderes Maß an Menschlichkeit“, würdigte Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko den Geehrten bei der Verleihung. Sie dankte für die „Dienste und das Vorbild, das Sie für uns alle sind“.
In seinen Dankesworten sagte Eckart Wernicke bescheiden, er nehme diese „außerordentliche Ehre mit großem Respekt an“ – aber nicht für sich allein. Sie sei ein sichtbares Zeichen für das Ehrenamt insgesamt und stellvertretend auch für alle anderen, die sich ehrenamtlich engagieren und den DRK Königstein „über Jahrzehnte getragen haben“. Ohne diese Gemeinschaft wäre sein eigenes Ehrenamt nicht möglich gewesen, daher gelte allen Unterstützern sein tief empfundener Dank.
Erst vor wenigen Tagen 85 Jahre alt geworden, gab es für Manfred Colloseus mit der Ehrenurkunde der Stadt einen weiteren Grund zu feiern. Durch seinen Vorsitz bei der Kolpingfamilie Königstein mit dem Schwerpunkt der Arbeit für Familien und Kinder sei Colloseus „seit mehr als fünf Jahrzehnten unerlässlich für das Gemeinwesen der Stadt“, würdigte die Bürgermeisterin. Zudem war Colloseus Mitbegründer und Vorsitzender des Fördervereins des Hauses der Begegnung, er unterstützt die Initiative Stolpersteine und war als Vorsitzender des Kultur-, Jugend- und Sozialausschusses und von 2011 bis 2024 als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in der Politik aktiv – und damit ein „Vorbild für ein gelebtes Ehrenamt aus einem tiefen christliche Grundverständnis heraus“, so die Bürgermeisterin.
Was ihn bewegt hat, fasste Colloseus in seiner emotionalen Ansprache in einen Satz: „Mein Herz schlägt für Königstein. Ich bin Königsteiner!“ Es sei „etwas Schönes“, im Ehrenamt tätig zu sein und er hoffe, dass seine Ehrung „vielleicht ein Ansporn für alle“ sein könne.
Ebenfalls mit der Ehrenurkunde ausgezeichnet wurde Wolfgang Riedel, der durch einen Jugendaustausch im Jahr 1972 nach Le Cannet zum Wegbereiter der im gleichen Jahr geschlossenen Städtepartnerschaft wurde und dann 52 Jahre lang als zweiter und erster Vorsitzender tätig war, ehe er 2024 an Alexander Hees übergab. „Sie sind ein Motor, Gestalter und Ansprechpartner für alle Begegnungen, die zwischen den Menschen der beiden Städte entstanden sind“, lobte die Bürgermeisterin das unermüdliche Engagement Riedels für die Städtepartnerschaft. Der sprach sodann von mehr als 250 Besuchen in der Stadt an der Cote d‘Azur. „Diese Partnerschaft hat mein ganzes Leben geprägt“, so Riedel. „Ich habe dort alles miterlebt, Freundschaften, gute Freundschaften und tiefe Freundschaften.“
Wie sie oft nur entstehen und überdauern können, wenn Menschen etwas für die Gemeinschaft machen und nicht zum persönlichen Vorteil. So wie Professor Eckart Wernicke, Manfred Colloseus und eben Wolfgang Riedel.
