Ende letzten Jahres wurde in der Hubert-Fassbender-Anlage eine Weide neu gepflanzt. Statt die Baumscheibe mit Rasen einzusäen, haben die städtischen Gärtner Saatgut von Blühpflanzen eingesät. Nach dem Motto „Jeder Quadratmeter zählt“ dient die kleine Blühfläche nun Insekten als Nahrungsquelle.
Bereits 2016 hatte eine Studie ergeben, dass in Deutschland die Biomasse fliegender Insekten in den letzten 3 Jahrzehnten um etwa 76 % abgenommen hatte. Und dieser Trend setzt sich leider weiter fort. Dabei sind Insekten ein wichtiger Bestandteil in der Natur. Sie sind Nahrung für andere Tiere, fast alle heimischen Singvögel füttern ihre Jungen ausschließlich mit Insekten. Rund 80 Prozent aller Wild- und Kulturpflanzen sind für die Bestäubung auf Insekten angewiesen.
Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass dieses Jahr besonders wenig Bienen, Wespen und andere Insekten zu beobachten sind? Wollen Sie auch Insekten helfen und haben Sie einen Garten? Ist er noch so klein, kann man dennoch eine sog. Wilde Ecke belassen. Eine Naturecke ist ein Paradies für Vögel, Bienen, Schmetterlinge und andere kleine Tiere. Dort dürfen Habichtskraut und einige Brennnesseln für Schmetterlingsraupen wachsen oder Wiesenkerbel, Kriechender Günsel und Klee für Wildbienen. Am Wegesrand kann das zarte rosafarbene Rubrechtskraut einen Platz finden oder die Kleine Braunelle ihre wunderschönen lilafarbenen Blütenstände zeigen. „Haben Sie Mut zur wilden Ecke im Garten“ bittet die städtische Umweltbeauftragte Birte Sterf. Selbst in einem „ordentlichen“ Garten findet sich ein kleiner Bereich, in dem Wildpflanzen gedeihen können und als „Trittstein“ Insekten Nahrung bieten.