Königstein (as) – Es ist ein verdammt später Saisonstart gewesen, viele hatten wohl auch nicht mehr daran geglaubt nach dem Technikschaden im Winter. Doch die Königsteiner haben ihr Freibad im Woogtal seit dem Samstag zurück – und die Liebe zu der traditionsreichen Badeeinrichtung ist offenbar nicht abgekühlt, genauso sehr wie die Menschen an diesem heißen Tag bei weit über 30 Grad im Schatten dringend nach Abkühlung suchten. Rund 1.500 Besucherinnen und Besucher wollten sich den Eröffnungstag bei freiem Eintritt und allerlei Aktionen wie Gewinnspielen, Yoga und DJ zum Luna-Schwimmen bis 23 Uhr nicht entgehen lassen.
Der Ansturm begann schon vor 11 Uhr, obwohl die Pforten mit dem Durchschneiden des Roten Bandes durch Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko erst um 12 Uhr öffneten. Schnell wurde der Parkplatz am Schwimmbad voll, die eingesetzten Kräfte der Verkehrswacht Hochtaunus hatten alle Hände voll zu tun, den Besuchern Stellplätze zuzuweisen. Doch der freundliche Tipp, sich doch schon weiter oben in den Forellenweg zu positionieren, wirkte Wunder. Damit entspannte sich die Verkehrslage. Es wurden nur noch Autos nach unten gelassen, wenn von dort freie Parkplätze gemeldet werden konnten. Es habe sogar Lob von den Gästen gegeben, dass das – an heißen Tagen durchaus bekannte – Verkehrschaos auf der Zufahrt verhindert werden konnte, teilte die Stadt mit.
Drinnen im Bad auch kein Chaos, auch wenn das Nichtschwimmerbecken einer Steh-Party im Wasser ähnelte, zum Planschen war da kaum noch Platz. Für Schwimmer im großen Becken war es zur gleichen Zeit deutlich angenehmer. Es habe bisher keine Vorfälle gegeben, sagte Alexander Mühlbauer von der DLRG Königstein gegen 17 Uhr, am zu dieser Zeit geöffneten Einmeterturm postiert. Insgesamt acht Helfer hatten die Lebensretter in vier Schichten an diesem Tag ins Schwimmbad entsandt, die beiden Hauptschwimmmeister Robert Tews und Marcus Oberliniger hatten zudem zwei Rettungsschwimmer einer Dienstleistungsfirma zur Seite. Sicherheit geht vor, gerade an sehr heißen Tagen in einem sehr vollen Freibad. „Es ist definitiv schön, dass es wieder losgeht“, sagte Robert Tews schnell, ehe er auch schon wieder Fragen der Gäste beantworten musste: „Wann macht der Dreier auf?“, „Wann heizt ihr die Sauna an?“
Im Ernst, manchen war es offenbar noch nicht heiß genug an diesem Eröffnungstag. Wer etwas mehr Ruhe suchte, verzog sich hinter den Kiosk – dort bot Annamaria Szabo unter anderem Kinder- und Partneryoga (auch mit Kindern) an. Für die Badepause hatte auch die Stadtbibliothek Königstein wieder eine schöne Buchauswahl mitgebracht. „Das Angebot wird gut angenommen. Auch wenn die Leute heute nichts leihen, wollen sie in die Bibliothek kommen“, erzählte Leiterin Jana Beier, für die es der erste Einsatz im Schwimmbad war. Aber einige wollten sofort: In den ersten drei Stunden seien schon 30 Bücher mitgenommen worden, berichtete sie. Mitnehmen durfte jeder etwas nach dem Drehen am Glücksrad: Lutscher oder Gummibärchen. Viele Kinder und Jugendliche kamen regelmäßig wieder – noch mit einem relativ frischen Lutscher im Mund – um nach dem Hauptpreis, kleine gelbe Badeenten, zu jagen. Auch der neu gegründete Förderverein des Freibads war mit einem Stand präsent. Hier gab es Popcorn.
Aber es war auch ein wichtiger Tag zu Saisonbeginn, um über die Gefahren der Sonne für die Hautgesundheit zu informieren. Die Königsteiner Dermatologin Svantje Schwaner verteilte, passend unter einem Pavillonzelt postiert, Sonnenschutzproben und Infomaterialien, auch einfach erklärte für „Kids“. Ihr wichtigster Tipp: Bei der Sonnencreme nicht nur auf einen hohen Lichtschutzfaktor von 30 oder 50 zu achten, sondern medizinische Lichtschutzcremes zu nutzen, die einen UV-Filter enthalten. Der UV-Wert lag am Samstag auf der Skala von 1 bis 11 bei einer mittelhohen 6, am Montag war es dann schon eine hohe 8. Wer es ganz genau wissen möchte, kann sich anhand des tagesaktuellen UV-Wertes (zu bekommen etwa über die Website des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen BVDD) und der Kenntnis seines Hauttyps ganz genau ausrechnen, wie lange er ungeschützt in der vollen Sonne verbringen kann, bevor die Haut verbrennt. Viel durchaus wichtige Theorie, auch dass man zwei Gramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut auftragen sollte – was auch für Expertin Schwaner sehr viel ist.
Praxisnah ist aber, sich eine halbe Stunde, bevor man in die Sonne geht, ordentlich mit einer 50er Creme einzucremen und alle zwei Stunden nachzucremen. Auch die Augen sollten mit einer UV-dichten Sonnenbrille geschont werden, eine Kopfbedeckung schützt zudem vor einem Sonnenstich. Am besten bleibe man zwischen 12 und 15 Uhr während der intensivsten Sonneneinstrahlung ganz im Schatten – quasi Siesta machen auch als Freibadgänger, rät Svantje Schwaner Die Menschen in den mediterranen Ländern machen es uns im Prinzip seit langem vor.
Tipps, die mit Sicherheit helfen können, Hautkrebs in späteren Jahren vorzubeugen und unbeschwerte Zeiten im Königsteiner Freibad zu verbringen, wo es doch jetzt endlich geöffnet hat und die Temperaturen zu Ferienbeginn weiter jenseits der 30 Grad verbleiben ...





