Königsteiner Event-Sommer endet mit Mandolinenklängen und als Erfolgsstory

Volle Sitzreihen wie an fast jedem Tag – und dahinter saßen die Zuhörer noch am Wasser oder auf der Picknickdecke in der Wiese: Beim Abschlusskonzert des Mandolinenclubs Falkenstein ließ das Königsteiner Publikum „seinen“ Event-Sommer noch mal richtig hochleben.Foto: Schramm

Königstein (as) – Der erste Königsteiner Event-Sommer in der Hubert-Faßbender-Anlage ist seit Sonntag Geschichte. Und die große Mehrheit jener, die an einem oder an mehreren Tagen das vielfältige Kulturprogramm in der entspannten Atmosphäre fernab des trubeligen Innenstadtverkehrs miterlebt haben, zeigten sich begeistert. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in Königstein mal so schön am Wasser sitzen kann“, sagte Birgit Becker, die langjährige Präsidentin des Burgvereins, am Sonntagnachmittag, auf der Mauer des Reichenbachs sitzend und den schönen Klängen der Falkensteiner Mandoliner lauschend. „Das ist eine Musik, die ins Herz geht“, so Becker. Und Kurt Nachtsheim, der Vorsitzende des Männerchors 1893, meinte wie viele: „Die Aufteilung des Platzes mit der Bühne und dem vielen Schatten ist für mich ideal.“ Oben in der Konrad-Adenauer-Anlage habe man auf den Zuschauerplätzen oft in der Sonne gebrütet. „Der Event-Sommer ist und bleibt eine schöne Einrichtung. Es ist für jeden etwas dabei“, so Nachtsheim, der zu den zahlreichen Stammgästen des kostenlosen Kulturprogramms zählt und sich nur wenige Veranstaltungen entgehen ließ.

Zur Erfolgsgeschichte des Event-Sommers gehörte auch, dass das Wetter fast durchgehend mitspielte. Die vier Veranstaltungswochenenden wurden von den größten Hitzeperioden verschont, lediglich beim Klarinettentrio am zweiten Sonntagnachmittag war es am Nachmittag zu heiß, und ein wenig Regen gab es nur beim Poetry Slam. Erstmals seit langem musste keine Veranstaltung abgesagt werden. „Für mich war das die Bombe“, zog Königsteins Veranstaltungsmanager Ron Wolf, der zusammen mit Kollege Florian Fuchs wieder die Hauptverantwortung für Programm und Ablauf hatte, seine Gesamtbilanz. Er freute sich über durchweg volle Sitzreihen und Bänke vor der Bühne – und wenn die mal fehlten, wie am Samstag bei der Purling Brooks Band, dann wurde vor der Bühne Line Dance praktiziert. Das größte Publikum hatten wohl wieder die Kingstruments. Bestimmt 500 Gäste waren es nach Wolfs Schätzung am Freitagabend (siehe weitere Texte auf Seiten 3 und 5). Dass der Event-Sommer auch im kommenden Jahr am selben Ort stattfinden wird, steht eigentlich schon außer Frage, zumal die Stadtmitte baustellenbedingt weiterhin nicht zur Verfügung stehen wird.

Auch am Sonntag zum Finale mit den Mandolinern waren es noch mal gut 250 Zuhörer. So launig wie die Begrüßung von Bandmitglied Martin Nitsche „Willkommen im neuen Vereinsjahrhundert – wir gehen stark auf die 200 zu!“, war dann auch das abwechslungsreiche Programm mit 15 Stücken. Es begann mit einer festlichen Ouvertüre, umfasste dann aber auch moderne Stücke wie „Another Day in Paradise“ von Phil Collins. Noch ein netter Vergleich Nitsches, der auch Vereinskassierer ist: Vielleicht sei der Mandolinenclub Falkenstein mit seiner CD vom Jubiläumskonzert im Casals Forum Kronberg, die guten Absatz fand, ja auch auf dem Weg in die Billboard Top 100 wie der legendäre Nummer-1-Hit von Phil Collins.

Sonnenblumen und Skabbalabaster

Klassische Mandolinenstücke wie die Suite „Sloneczniki“ (Sonnenblumen) von Claudio Mandonico aus Brescia, die die Tradition der Sinti-Kultur aufgreift, und der aus dem Fernsehen und als Filmmusik populäre Walzer Nummer 2 von Dmitri Schostakowitsch aus dessen Jazz-Suite bildeten zusammen mit „Skabbalabaster“ das weitere Gerüst des Konzerts. Der Wind, der zwischendurch etwas heftiger auffrischte, störte dabei weniger als befürchtet die feinen Klänge der Mandolinen.

Richtig gut wurde die Stimmung dann noch im dritten und letzten Teil des Konzerts, als die Sonne wieder die Szenerie verwöhnte: „The Rose“ und „Pour les amis“, ein Stück, das zum 45-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Falkensteins mit Le Mêle im Jahr 2012 einstudiert wurde, waren erste Höhepunkte, ehe der Funke endgültig übersprang, als Dirigentin Natalia Alencova bei den „Two Irish Tunes“ das Publikum zum Mitklatschen aufforderte.

Und so beschwingt ging es mit dem bekannten „The plucking Wellerman“ auch in die vom Publikum heftig eingeforderte Zugabe eines Konzerts, das alle mitnahm – oder, wie der Vorsitzende der Mandoliner Michael Danzer augenzwinkernd und abseits der Mikrofone, anmerkte: „Das Beste kommt zum Schluss.“ Etwas verloren wirkte in der so belebten Hubert-Faßbender-Anlage nur die neue, mit Blütenrückwand auffällige Fotobank der Stadt Königstein, angeschafft vom Stadtmarketing und zur zweiten Veranstaltungswoche auf der nördlichen Seite des Platzes aufgebaut. Hier nahmen eher nur sporadisch Flaneure Platz, der Blickwinkel von dort zur Bühne war einfach nicht der beste, auch wenn der Platz selbst Logencharakter hätte beanspruchen können. Mit der Bank wird es bei anderen Veranstaltungen ein Wiedersehen geben, kündigte Ron Wolf an.

Vielfältiger werden könnte beim Event-Sommer jetzt nur noch das Speiseangebot, denn die Vereinshütte wurde nur zu wenigen Veranstaltungen vom Kulturkreis und vom HGK bewirtschaftet. Im kommenden Jahr möchte hier die Freiwillige Feuerwehr verstärkt Hunger stillen und Durst löschen.

Immerhin war neben der Oechsle-Weinbar und der (meist geöffneten) Imbissbude ab der zweiten Woche auch „Eventmacher“ Alexander Hey mit seiner fahrbaren Hütte mit Eis und Waffeln zur Stelle. „Mir war wichtig, dass wir das Angebot erweitern, nachdem ich hier viele Familien mit Kindern gesehen habe“, sagte Hey und trägt diesen Gedanken auch weiter in die Zukunft. Im Herbst will er in der Hauptstraße, dort wo sich früher der Billard-Keller befand, eine Sportsbar und Eventlocation eröffnen, die aufgrund seiner Verbindung zum Burgfest und zu Rock auf der Burg „Burghain“ heißen soll. Damit will er einen Ort für junge Leute in Königstein schaffen, den es – nicht nur seiner Einschätzung nach – so nicht gibt. Denn bei aller Vielfalt und Klasse des Programms: Um den Event-Sommer macht die junge Generation, sofern sie nicht mit den Eltern kommt, eher einen Bogen.

Weitere Artikelbilder



X