Landkreise tauschen Informationen zum Thema Starkregen aus

Hochtaunus (kw) – Hochwasser hört an Gemeinde- oder Kreisgrenzen nicht auf. Wenn es also darum geht, die Folgen von Starkregen zu minimieren, ist eine enge Zusammenarbeit aller Kommunen notwendig. Zur Netzwerkbildung und zum Austausch untereinander hatten die Unteren Wasserbehörden der Landkreise Main-Taunus und Hochtaunus die Fachämter der Kommunen der beiden Landkreise deshalb zu einem „Fachtag Starkregen“ in das Landratsamt des Hochtaunuskreises eingeladen. Mit der Akademie für Hochwasserschutz aus Wiesbaden stand ein kompetenter Partner zu Verfügung, der die Teilnehmenden umfassend zur Thematik und den aktuellen Erkenntnissen aus den vergangenen Starkregenereignissen informierte.

„Wie schnell niedergehender Starkregen Bäche anschwellen und über die Ufer treten lassen kann, haben wir alle zuletzt erst am 2. Mai gesehen“, erinnerte Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr an das Starkregenereignis vor wenigen Wochen. „Hier müssen wir uns abstimmen und Erfahrungen austauschen, um in Zukunft noch besser handeln zu können. Denn in der Folge klimatischer Veränderungen werden sich – da sind sich die Experten einig – solche Extremwetterereignisse leider häufen.“

Starkregen ist meistens räumlich begrenzt, kann aber erhebliche Folgen haben. Dazu zählen Schäden an der vorhandenen Infrastruktur, die Überlastung von Grundstücksentwässerung und der Kanalisation, Überflutung von Straßen und Schäden in Gebäuden. Zudem kann mitgerissenes Treibgut zur Verklausung (Verschluss eines Fließgewässerquerschnitts) oberirdischer Bäche und Flüsse führen. Ein weiteres Problem: Es kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, wo ein Starkregen niedergehen wird. Eine Vorwarnung ist daher meist nur generell möglich.

Umso wichtiger ist es über die gewonnenen Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten an Hand von präventiven Maßnahmen und Starkregenkonzepten zu informieren und zu sensibilisieren. Genau darum ging es bei der Fachtagung. Im Mittelpunkt standen hierbei gewässer-, objekt- und verhaltensbezogene Maßnahmen. Ebenso wurde von Erfahrungen aus bereits durchgeführten Projekten und Konzepten berichtet. Hier standen insbesondere die über das Programm „Starke Heimat Hessen“ geförderten Projekte mit Einsatz von Mess-Sensorik in den Kommunen Bad Homburg v.d. Höhe, Friedrichsdorf, Wehrheim, Liederbach und dem Hochtaunuskreis im Mittelpunkt des informellen Austausches. Mit Hilfe dieser Sensoren kann die Entwicklung von Pegelständen in Echtzeit verfolgt, mögliche Hochwassergefahren schneller erkannt und früher Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

„Eine sinnvolle Veranstaltung“, lautete der Eindruck vieler Beteiligter im Anschluss. Der nun begonnene Erfahrungsaustausch soll daher in Zukunft weitergeführt werden, denn der nächste Starkregen kommt bestimmt.



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