Leserbrief Talstraße ohne Bäume

Zum Hitzesommer und dem Fehlen von Bäumen in der grundhaft erneuerten Talstraße schreibt Anwohnerin Dr. Hedwig Schlachter (sie ist auch Vorsitzende der ALK) Folgendes:

Es scheint sich abzuzeichnen, dass der Sommer 2026 der heißeste Sommer in Deutschland seit der Klimaaufzeichnung sein wird. Ebenso ist es mittlerweile wohl kaum noch zu übersehen, dass die Klimaerwärmung voranschreitet und die Sommer heißer werden. Schon werden die Rufe laut, der „Staat“ müsse etwas gegen die Hitze tun. Mehr Klimaanlagen, die mehr Strom verbrauchen, können hier nicht die Lösung sein. Eine kurzfristige schnelle Lösung gegen die übergroße Hitze kann es nicht geben. Allerdings hat sich mittlerweile auch allgemein die Erkenntnis durchgesetzt, dass mehr Grün, das heißt Bäume, Fassadenbegrünung und weniger Beton – das heißt versiegelte Fläche in den Innenstädten – Kühlung bewirken können und nachhaltig dazu beitragen, das Klima zu verbessern.

Umso weniger verständlich ist es, dass trotz dieser allgemein anerkannten Erkenntnisse die Talstraße in Königstein grundhaft erneuert wurde, ohne dass ein einziger Baum gepflanzt wurde. Die Beitragsbescheide sind dieser Tage den Anliegern zugestellt worden. Zwar gibt es einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der seinerzeit auf Anregung der ALK (Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein) gefasst wurde, dass bei jeder grundhaften Erneuerung einer Straße geprüft werden soll, wo neue Bäume gepflanzt werden können. Im Fall der Talstraße haben einige engagierte Bürger sich intensiv mit dem Thema befasst und konstruktive Vorschläge gemacht, an welchen Stellen Bäume gepflanzt werden könnten. Alle Standorte wurden jedoch von der Verwaltung kurz und bündig abgelehnt, sodass der Eindruck entstand, es fehle ganz einfach an dem Willen, sich gründlich mit dem Thema zu befassen. Offenbar scheute man auf Seiten der Verwaltung die Mühe, das Thema ernst zu nehmen, obwohl mehrere Gespräche und Ortstermine mit Anwohnern stattgefunden hatten.

Die Talstraße ist im Ergebnis nun grundhaft erneuert, ohne dass ein einziger Baum gepflanzt wurde. Das zeigt, dass trotz des heißesten Sommers und vieler Hitzetoter bei der Stadtverwaltung die Erkenntnis noch immer nicht angekommen ist, dass in Zeiten des Klimawandels auch an kleinen Stellschrauben gedreht werden muss.



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