Königstein (sis) – Die neue Kindertagesstätte Lila Launehof setzt mit ihrem Konzept neue Maßstäbe und passenderweise zum Namen wurde in den Königsteiner Höfen der perfekte Platz gefunden. Viele fragen sich bestimmt, wieso dort, wo doch gerade gegenüber der städtische Kindergarten gebaut wird? Zu viel des Guten? Fehlanzeige, verriet die Gründerin Katrin Wolber, auch Inhaberin der Apotheke am Kreisel direkt nebenan, am vergangenen Samstag bei der Eröffnungsfeier in ihrer Begrüßungsrede: „Es war einmal…..vor vier Jahren wurde mir der Floh ins Ohr gesetzt, aus einer Schnapsidee wurde Realität und mein Mann fragte nicht nach pro und contra, sondern wann.“ Auch wenn der Weg steinig war und manchmal sogar voller Felsbrocken, sei sie stolz auf das, was geschaffen wurde, nämlich eine Kita, die für Familienfreundlichkeit, Naturpädagogik und unternehmerisches Engagement steht. Aus gelebter Praxis wurde eine Vision.
Die 40-jährige Gründerin, die vor ihrem Pharmaziestudium eine Ausbildung zur Erzieherin genoss, kennt die täglichen Herausforderungen berufstätiger Eltern nur zu gut als zweifache Mutter. Aus dem Wunsch, ihren Mitarbeitern eine verlässliche, herzliche und flexible Kinderbetreuung zu ermöglichen, entstand eine mutige Idee: eine eigene Kita – nicht als Prestigeprojekt, sondern als echtes Familien- und Herzensprojekt. So wurde aus der „Apotheke am Kreisel“ die Keimzelle einer Bewegung, die zeigt, wie Gesundheitswesen und Familienleben Hand in Hand gehen können, gekrönt vom expopharm-Jury-Gründungs-Preis im Jahr 2024. Mit der Auszeichnung für ihr einzigartiges Gründungskonzept setzt die Kita Lila Launehof ein Zeichen weit über die Region hinaus. Das untermauerte auch Beatrice Schenk-Motzko in ihrer Begrüßungsrede: „Ein toller Tag, weil es in Königstein vorangeht mit Familienfreundlichkeit und der Kinderbetreuung.“ Sie dankte allen Förderern und Helfern und wünschte den Kindern „allzeit viel Spaß“.
Natürlich – nah – neu gedacht
Der Lila Launehof ist mehr als eine Kita – er ist ein Ort des Ankommens, der Entfaltung und der Entdeckerfreude. Maximal 40 Kinder werden hier Platz finden, weitere 20 dürfen sich auf eine Ferienbetreuung freuen. Das pädagogische Konzept steht für: Lernen in der Natur, mit allen Sinnen entdecken, Geborgenheit und Vertrauen, jedes Kind im Mittelpunkt, Förderung von Mut und Selbstständigkeit – die Kinder als aktive Gestalter ihrer Welt.
Ein Ort, der Familien stärkt
Der Kita-Neubau in den Königsteiner Höfen bietet helle Räume und eine Atmosphäre, die an einen modernen Bauernhof erinnert – lebendig, natürlich und echt. Der Garderobenraum wurde liebevoll mit Heuballen, passend zum Herbst, dekoriert, die beiden Gruppenräume haben passenderweise die Namen „Obstwiese“ und „Heuschober“ erhalten und sind mit Naturmaterialien wie Birkenholz ausgestattet. Die Bobby Car-Rennstrecke zieht sich durch den ganzen Flur und mündet automatisch am Bobby Car-Podest, mit eigener Werkstatt und Waschstraße und verbauten Steinen als Boden. Der Mehrzweckraum, der für die Eröffnungsfeier genutzt wurde, wird zukünftig der Raum sein, in dem die Kinder ihr Frühstück und Mittagessen von einem Biocatering-Unternehmen genießen werden und kann alternativ auch zum Turnen genutzt werden.
Die zweieinhalbjährigen Mädchen-Zwillinge verliebten sich direkt in den Vorschulraum, der auch als Projektraum dient, und das war auch das ausschlaggebende Argument ihrer Eltern für eine Anmeldung: die Wohlfühlatmosphäre für ihre Mädchen, die guten Vorgespräche mit Kita-Kathi und das Grundkonzept mit Schwerpunkt auf der Natur. Geplant ist, mit den Kindern viel Zeit an der Luft zu verbringen, Hochbeete anzulegen, Streuobstwiesen zu besuchen und Waldwochen anzubieten, getreu dem Motto: Wenn nicht im Taunus, wo dann!
Katrin Wolber ergänzt: „Ich liebe die Natur, sie beruhigt mich sehr und es ist wichtig, dass die Kita-Kinder lernen, dass Essen nicht vom Supermarkt kommt und wie man mit Lebensmitteln umgeht.“ Im Schlafraum fehlen zwar noch die Matratzen, der Bauraum mit der Forscherwand stand aber schon hoch im Kurs und die Wände dürfen auch gern noch etwas bunter werden.
Die 28-jährige Katharina Dörr, „die“ Kita-Kathi, hat Erziehungswissenschaften studiert, bis vor kurzem in Hofheim gearbeitet und wird zukünftig die Kita Lila Launehof leiten. Sie freut sich mit vier weiteren pädagogischen Fachkräften, einer Hauswirtschaftskraft, einer Putzfee und einer Bürokraft auf eine volle Kita. „Der Countdown lief seit 6. Oktober, es wurde alles gut vorbereitet und in kurzer Zeit fertiggestellt. Die Reise bis hierher war wild und ich bedanke mich bei meinen Mädels, allen Helfern der Apotheke und Freunden des Lila Launehofs, die uns gerettet haben“, fasste sie in ihrer Begrüßung die letzten Wochen zusammen.
Den Teamspirit haben auch Katja am Cello und Helena an der Violine, ebenfalls Mitarbeiter der Apotheke am Kreisel, mit ihrer musikalischen Begleitung zur Eröffnung untermauert. Für das Intro wurde „The Sound of Silence“ gewählt und beide hoffen, dass niemals Ruhe in der Kita einkehren wird, gefolgt von „Hallelujah“. Auch wenn gewiss nicht jeder Ton saß, spürte man die Verbundenheit und Liebe zum zweiten Standbein nebenan und was gibt es Schöneres, als Kindern genau diese Eigenschaft zu vermitteln: füreinander da sein, sich helfen und dankbar sein für Freundschaft und Kollegialität. Beide hatten ihre Premiere und sind nicht abgeneigt, vielleicht mit Eltern ein kleines Musik-Ensemble aufzustellen.
Das Interesse war riesig, die Räume gefüllt und am Montag werden die ersten drei Kinder ihren neuen Lebensabschnitt in der Kita Lila Launehof beginnen: Elli, sechs Jahre, mit ihrer Schwester Noja, ein Jahr, und Amaaya, drei Jahre, dürfen sich auf ihre Abenteuer innerhalb der Kita und außerhalb freuen. Weitere drei Kinder folgen Anfang November, so auch Lilli, die aus Idstein stammt und für deren Eltern die Kita Lila Launehof ein Sechser im Lotto ist: praktisch, weil sie in Königstein und Hofheim arbeiten, flexibel wegen der Öffnungszeiten von 7.30 bis 17.30 Uhr und weil sie vom teiloffenen Konzept sehr überzeugt sind, gerade für ihre Tochter. „Für uns war es bis heute ein Pokerspiel, weil wir die Innenräume nicht kannten, sondern nur die Kita-Verantwortlichen auf dem Burgfest kennengelernt hatten und das Konzept im Anschluss telefonisch besprachen“, beschreibt der Vater von Lilli die Entscheidungsphase, die Samstag finalisiert wurde.
Das Konzept: „teiloffen“ und „altersübergreifend“
Die Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren werden zusammen ihre Reise in der Kita erleben; es wird zwei Gruppen geben, die aber auch gruppenübergreifend Ausflüge machen werden oder gemeinsam turnen. Die Eltern sind herzlich eingeladen, gerade in der Eingewöhnungsphase, dabei zu sein und das Elterncafé für den gemeinsamen Austausch zu nutzen. „Dank des Konzepts werden mehr Erzieher als normalerweise üblich für die Kinder unserer Kita zuständig sein“, beschreibt Katrin Wolber die DNA der Kita Lila Launehof.
Philosophie
Zugleich zeigt die Kita, dass innovatives Unternehmertum und soziale Verantwortung sich wunderbar ergänzen können. Der Lila Launehof ist ein Beispiel dafür, wie Arbeitgeber, Eltern und Kinder gemeinsam profitieren – von echter Vereinbarkeit statt bloßer Theorie. Vorrangig werden Kinder der Arbeitgeber Apotheke am Kreisel, Dr. Amelung Klinik und der Hochtaunuskliniken (Königstein) in die Betreuung aufgenommen. Darüber hinaus sind alle Kinder willkommen, denen es in der Kita Lila Launehof gefällt und deren Eltern das erweiterte Angebot schätzen, das umgerechnet nicht teurer ist und von jedem Arbeitgeber individuell bezuschusst werden kann. Die erste Gruppe wird bis März zusammengestellt, die zweite folgt sodann.
Sicherheit in der Neuanlage
Trotz der anhaltenden Bauphase der Königsteiner Höfe wurden schon Bäume angepflanzt und step by step wird es grüner werden. Die Türen der Kita sind entsprechend gut gesichert, die Eltern werden für die Eingangstüre einen Chip erhalten und das wachsame Auge der Fachkräfte rundet das Sicherheitskonzept ab.
Eine rundum gelungene Eröffnungsfeier der Kita Lila Launehof für die Kleinen und Großen, die Lust auf mehr macht. Zukünftig wird das Maskottchen, ein Alpaka, den Kita-Alltag begleiteten: nicht lila, das ist die Lieblingsfarbe von Katrin Wolber, aber ein Herdentier, das nicht alleine leben möchte, dazu süß, knuddelig und wuschelig ist und bereits das Team der Apotheke am Kreisel begleitet – die Namensgeber der Kita Lila Launehof.
Das Alpaka-Maskottchen Foto: sis
Kommt nie aus der Mode – Himmel und Hölle-Hüpfkästchen
Julian (5 Jahre) mit seinem Vater an der Forscherwand
Die vierjährige Carlotta besuchte mit ihrem Vater die neue Kita und hatte sichtlich Freude. Fotos: sis
Teilausschnitt der Bobby Car-Rennstrecke
Ausschnitt aus dem Gruppenraum „Obstwiese“ – zwei Obstbäume als Podest
Naturmaterialien in der Kita Lila Launehof






