Liegen und Schaukeln im Kurpark – Klangskulpturen von Lea Letzel

Königstein
(kw/gs) – Der Königsteiner Kurpark ist um zwei Attraktionen reicher. Die Klanginstallation „Liegekur“ der Künstlerin Lea Letzel steht seit vergangenem Dienstag jetzt auf der großen Wiese mit Blick auf die Königsteiner Burg. Das Besondere: Es handelt sich um eine klingende Liege und Schaukel, auf die man sich legen und setzen darf. Durch die Benutzung werden die Objekte zum Klingen gebracht. In der Liege befinden sich Stahlkugeln, die sich bei Gebrauch bewegen, in der Schaukel verbirgt sich eine Windharfe. Beides ist so leise, dass es die Umgebung nicht beeinträchtig.

Stadtarchivarin Dr. Alexandra König: „Letzel bezieht sich in dieser Arbeit auf Heilungspraktiken, die in den Lufttherapien des Königsteiner Kurarztes Dr. Georg Pingler ihren Anfang nehmen und eine besondere Ausprägung in der ,Liegekur‘ fanden. Diese wurde maßgeblich von dem Falkensteiner Arzt Dr. Peter Dettweiler zur Behandlung von Lungenkrankheiten entwickelt.“

Die beiden Arbeiten der in Köln lebenden Künstlerin entstanden im Rahmen des Projektes „Klangkunst in Industriekultur“ 2021, einer gemeinsamen Reihe von Kulturfonds Frankfurt RheinMain und KulturRegion FrankfurtRheinMain. Die Schaukel und die Liege waren am Zauberberg in Kelkheim während der Tage der Industriekultur Ende August 2021 zu bestaunen und haben jetzt eine dauerhafte Heimat im Kurpark in Königstein gefunden.

Ermöglicht wurde der Ankauf der Objekte durch die Stadt mit einer großzügigen Spende der Taunus Sparkasse. Landrat Ulrich Krebs, jeweils stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses des Kulturfonds und des Verwaltungsrates der Taunus Sparkasse, zeigte sich bei der Einweihung hoch erfreut: „Wie schön, dass die Stadt Königstein Interesse an den Skulpturen der Künstlerin Lea Letzel gezeigt hat und gleich begeistert war von der Idee, sie zur dauerhaften Installation in ihren Kurpark aufzunehmen.“

Auch Königsteins erster Stadtrat Jörg Pöschl freute sich über den Neuzugang. Die Klangskulpturen seien ein mehr als passendes Kunstobjekt für Königstein, so Pöschl in seiner offiziellen Begrüßung. Die Kunstwerke knüpften an die Kur-Historie der Stadt an und ähnelten in ihrem Aussehen durchaus den Davoser Liegen, die von Falkenstein aus ihren Siegeszug um die Welt antraten. Bürgermeister Leonhard Helm zeigt sich überzeugt: „Unser reiches Kulturangebot bekommt mit Hilfe des Kulturfonds neue Facetten: Mit dem Kirchner-Kubus hat die Stadt Königstein sich auch überregional als Ort für ungewöhnliche künstlerische Projekte präsentiert. Nun sind wir froh, diese besonderen Arbeiten einer zeitgenössischen Künstlerin im öffentlichen Raum zeigen zu können.“

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain unterstützt derzeit die Installation des Kubus in der Konrad-Adenauer-Anlage, in dem eine Rekonstruktion des Gemäldes „Die Badenden“ von Ernst Ludwig Kirchner zu sehen ist. Dr. Julia Cloot schätzt die Zusammenarbeit mit der Stadt und ihrer Fachdienstleiterin Dr. Alexandra König: „Die Stadt Königstein ist eine starke Partnerin für Projekte, die der Kulturfonds gemeinsam mit Institutionen vor Ort durchführt und wird nun erstmals auch zum Schauplatz für zwei Installationen aus dem Bereich der Klangkunst.“

Königsteinerinnen, Königsteiner und alle Gäste der Kurstadt sind nun eingeladen, die Objekte zum Klingen zu bringen und für einen Moment Geschichte und Gegenwart des Ortes mit Blick auf die Taunuslandschaft und den Kurpark zu erleben.

Zur Einweihung der Klangskulpturen der Künstlerin Lea Letzel brachten sie die Liege zum Klingen: Stadtarchivarin Dr. Alexandra König und Dr. Julia Cloot (Kulturfonds Frankfurt RheinMain) (vorne), Jörg Pöschl (1. Stadtrat) und Landrat Ulrich Krebs (hinten stehend).
Foto: Scholl



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