Die geplante Neugestaltung der Königsteiner Stadtmitte ist Gegenstand öffentlicher Diskussionen und unterschiedlicher Bewertungen. Kritische Stimmen bezeichnen das Vorhaben als überdimensioniert, unausgereift und klimapolitisch problematisch. Diese Einschätzung wird jedoch nicht von allen geteilt. Aus Sicht der Stadtverwaltung bleiben bei einer solchen Darstellung wesentliche Aspekte des Projekts unberücksichtigt, die für eine sachgerechte Bewertung von Bedeutung sind.
1. Langjährige Planung statt Schnellschuss
Die Neugestaltung der Stadtmitte ist nicht das Produkt spontaner Entscheidungen, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Überlegungen, breiter Beteiligung und intensiver Diskussionen. Seit den 1970er Jahren wird über eine Neugestaltung diskutiert – konkret geplant und vorangetrieben wird sie seit 2018. Dabei wurden Bürgerinnen und Bürger, alle Mitglieder des Stadtparlaments und seiner Gremien und Institutionen der Stadt systematisch einbezogen: durch Workshops, Online-Plattformen, öffentliche Veranstaltungen und politische Beschlüsse.
2. Bürgerbeteiligung als tragende Säule
Die Stadt Königstein hat bewusst den Dialog mit der Bevölkerung gesucht und deren Anregungen in die Planung einfließen lassen. Die nun beschlossene Umgestaltung ist Ausdruck eines bürgerschaftlichen Konsenses.
3. Fördermittel als historische Chance
Erfolgreich hat sich die Verwaltung um ein bundesweites, kompetitiv vergebenes Förderprogramm beworben – und wurde als Kommune mit der höchsten Fördersumme in Hessen bedacht. Die fünf Millionen Euro Bundesmittel sind ein deutliches Signal: Königstein wird als Vorbild zukunftsorientierter Stadtentwicklung wahrgenommen. Wer diese Mittel in Frage stellt, verspielt nicht nur eine einmalige Chance, sondern riskiert auch das Vertrauen in die Verlässlichkeit kommunalpolitischer Entscheidungen.
4. Nachhaltigkeit und Klimaanpassung als Herzstück des Konzepts
Die Neugestaltung der Innenstadt ist ausdrücklich kein Betonprojekt, sondern ein Konzept zur klimaresilienten Stadtentwicklung:
• Entsiegelung und Begrünung schaffen neue, kühlende Grünflächen. Momentan gibt es einen Versiegelungsgrad von 62 Prozent. In der neuen Planung gibt es nur noch teilversiegelte Flächen und durchdurchlässige Oberflächen. Der Teilversiegelungsgrad liegt bei 45 Prozent der Fläche. Heute schon durch den Klimawandel geschädigte Bäume werden durch neue wiederstandfähigere Bäume ersetzt.
• Zisternenlösungen verbessern die Wasserbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels.
• Barrierefreie Haltestellen und eine moderne Mobilitätsinfrastruktur stärken den ÖPNV und machen die Innenstadt zugänglicher – gerade auch für ältere Menschen, Familien oder Patienten unserer zahlreichen medizinischen Einrichtungen.
• Das Wasserkonzept zeigt, wie man verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umgehen kann. Allein durch die einbezogenen Bachläufe und Drainagen wird ausreichend Wasser fließen.
Diese Maßnahmen verbessern das Mikroklima nachhaltig und entsprechen den Förderzielen des Bundes. Tiefgaragen ersetzen oberirdische Parkflächen und schaffen Raum für eine menschenfreundliche Stadtgestaltung. Parkplätze verschwinden nicht – sie werden lediglich intelligenter angeordnet. Es war ausdrücklicher Wunsch des Handels und der Bürgerinnen und Bürger, dass Parkplätze bleiben sollen – deshalb ist die neue Tiefgarage ein Ersatz für P1 und P2. Sich nur auf einen privaten Parkhausbetreiber, der vierte Eigentümer seit dem Bau der Stadtgalerie, als alleinige Parkmöglichkeit der Innenstadt zu verlassen, ist nicht zukunftsfähig.
5. Verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen
Natürlich kostet eine solche Umgestaltung Geld. Doch wer hohe Steuerlasten verlangt, muss den Bürgerinnen und Bürgern auch zeigen, dass investiert wird – und zwar sinnvoll und mit Weitblick. Zudem ist die geplante Stadtmitte kein Luxusprojekt, sondern eine dringend notwendige Investition in Lebensqualität, Wirtschaftskraft und Attraktivität Königsteins.
6. Mehr als nur Ästhetik: Wirtschaft und Gesellschaft profitieren
Die heutigen Probleme der Innenstadt sind offensichtlich: fehlende Aufenthaltsqualität, mangelnde Barrierefreiheit und eine nicht mehr zeitgemäße Infrastruktur. Diese Missstände gefährden Handel, Gastronomie und Tourismus schon heute.
Die neue Stadtmitte schafft Lösungen – konkret und sichtbar. Ganz klar ist vorgesehen, dass es zu keiner Zeit dazu kommt, dass keine öffentlichen Stellplätze angeboten werden. Zusammen mit den Geschäftsleuten und dem Handel wird das Stadtmarketing außerdem Aktionen rund um die Baustelle verwirklichen, damit die Innenstadt belebt bleibt. Ein erstes Treffen mit den Gewerbetreibenden hat bereits im Juni stattgefunden. Die Stadt Königstein wird während der Bauphase Hand in Hand mit dem ansässigen Gewerbe und den dort lebenden Anwohnern gehen.
