Parkhotel Bender: Eine neue Perle in der Heimatkunde-Literatur

Nicht ganz zufällig präsentieren sie „Das Parkhotel Bender“ vor dem Regal mit den Neuerscheinungen: Anne Pfenniger zeigt die Rückseite, Ellengard Jung gewährt einen Blick in das gut bebilderte Buch und Thomas Schwenk hält die Vorderseite in die Kamera. Das Bild darauf stammt von Fritz Wucherer, das Gebäude – derzeit mit Kran wegen Umbaus – ist aber auch im heutigen Stadtbild noch klar wiederzuerkennen (unteres Bild). Fotos: Friedel

Königstein (hhf) – Ab 1654 ist die Familie Bender als Inhaber der „Linde“ – heutige Ratsstuben – in der Königsteiner Gastro-Welt greifbar. 1840, nachdem Gottfried Pfaff das aufgelöste Kapuzinerkloster zum Hotel “Zum Löwen” ausgebaut hatte, kaufte Peter Bender das anschließende brachliegende Gelände und eröffnete das Hotel “Stadt Wiesbaden” mit einer Brauerei, gut zu erkennen auf den frühen Fotografien der sich von der Reichsstraßen-Raststätte zum Kurort wandelnden Stadt.

Durch etliche Um- und Anbauten in den folgenden mehr als 100 Jahren entstand schließlich das heute kaum zu übersehende Parkhotel Bender an der Ecke Frankfurter Straße/Adelheidstraße. Ebenso wechselhaft wie die Baugeschichte gestaltete sich das Leben im Inneren, noble Gäste im noblen Hotel wichen verletzten Soldaten im Lazarett, Königsteiner feierten ihre Feste hier ebenso wie die chinesische Olympiamannschaft und die Amerikaner beschlagnahmten das Gebäude, in dem nun in den letzten Jahren Flüchtlinge wohnten, nach dem 2. Weltkrieg.

Nachdem nun der Hotelbetrieb eingestellt ist, sortierte Dietlinde Reibert, die ebenso wie zum Beispiel Bürgermeister Leonhard Helm zur Nachkommenschaft der Benders gehört, gemeinsam mit Neffe Matthias Schwind etliche Bilder und andere Erinnerungsstücke zusammen und setzte sich mit Lokalhistorikerin Ellengard Jung zusammen, die das Ganze in der Heimatgeschichte verankerte und die Texte schrieb – für den Rest sorgte das Verlagshaus Taunus. Herausgekommen ist ein eindrucksvoll bebildertes Sachbuch, das ab sofort für 19,50 Euro in der Buchhandlung Millennium zu erwerben ist – der Reinerlös geht auf Wunsch von Frau Reibert an den Verein Denkmalpflege-Königstein e. V.

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