„Tour de Hochtaunuskreis“ macht in Königstein Station – Mitmachen beim Stadtradeln noch immer möglich

Die Stadtradler machen Station auf dem Kapuzinerplatz, dort übergibt Kronbergs Bürgermeister Christoph König (Mitte, mit Fahrrad) das Staffelholz an seine Königsteiner Amtskollegin Beatrice Schenk-Motzko, danach geht die Tour weiter nach Schmitten.Fotos: Schramm

Königstein (as) – Nach der ersten Woche Stadtradeln im Hochtaunuskreis hat Königstein bereits sehr gut im Rennen gelegen. Platz zwei hinter dem Seriengewinner Oberursel bei den Kommunen und in der Teamwertung dank der großen weiterführenden Schulen die Plätze eins für die BNS, drei für das Taunusgymnasium und vier für die SAS. Diese Zwischenstände waren am vergangenen Samstagvormittag auf dem Kapuzinerplatz neben Bananen, Äpfeln und Mineralwasser, gespendet von Rewe in der Klosterstraße, auf dem Verpflegungstisch ausgelegt worden. Zur Motivation für die Radler, die bei der zweiten von vier Stadtradeln-Rundfahrten namens „Tour de Hochtaunuskreis“ nach dem Start am Taunus-Informationszentrum in Oberursel und Zwischenstopp in Kronberg hier gegen 11 Uhr eintreffen sollten, um nach einer Pause und Staffelholzübergabe weiter zu radeln auf der „Königsetappe“ über den Taunuskamm zum Tagesziel nach Schmitten. Die Touren, die alle Kommunen des Kreises – mit Ausnahme von Glashütten – streifen, sollen noch einmal zusätzlich für die Aktion Werbung machen und motivieren, gemeinsam Kilometer zu sammeln.

„Wir liegen sehr gut“, freut sich der Königsteiner Stadtradeln-Koordinator Christian Bandy, er sieht bei rund 23.500 Kilometern nach einem Drittel der Aktion eine gute Chance, den bisherigen Rekordwert von 55.700 Kilometern aus dem Jahr 2024 zu verbessern. Schon damals konnten die Königsteiner rund neun Tonnen Kohlendioxid vermeiden, indem sie vom Auto auf das Fahrrad oder – auch das ist bei dieser Aktion möglich – auf den ÖPNV umsteigen oder sogar ihre Alltagswege zu Fuß zurücklegen. Anmeldungen für das Stadtradeln, das bis zum 12. September dauert, sind online noch immer und ohne viel Aufwand möglich (https://www.stadtradeln.de/registrieren). Man kann sich auch dem offenen Königsteiner Team anschließen. Für alle Teilnehmer gibt es neben einem Klimataler auch die Chance auf Freikarten für das Schwimmbad im Woogtal, die Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko versprochen hat, wenn die Kilometerzahl des Vorjahres, die bei rund 50.700 stand, übertreffen werden sollte.

Und dann trifft auch schon die Gruppe aus Kronberg ein, angeführt von Bürgermeister Christoph König, der es sich nicht hat nehmen lassen, die 9,5 Kilometer lange Strecke über den Ochsenweg vorbei am Hardtbergturm mit beachtlichen 265 Höhenmetern mitzustrampeln, obwohl er sich nur acht Tage später bei der Bürgermeisterwahl dem Votum der Wähler stellen muss. König fährt wie die überwiegende Mehrheit ein hochmodernes Elektrofahrrad, das hat er sich für eine Alpenüberquerung zugelegt, ein Ziel, das er in diesem Jahr bereits erreicht hat. Den Ritt über den Taunuskamm will er sich an diesem Tag aus Zeitgründen nicht mehr zumuten.

Aber die Staffelholzübergabe macht König noch an die Königsteiner Amtskollegin, die die Radfahrer herzlich in der Stadt willkommen heißt und ihnen „eine ganz tolle Fahrt“ wünscht, selbst aber auch anderweitig gefordert ist, und zwar in ihrer Rolle als Standesbeamtin. Die Etappe von Königstein nach Schmitten, genauer gesagt zum Freibad in Arnoldshain, führt der ADFC Ortsverband mit Didier und Jutta Hufler, auch Bandy ist natürlich mit dabei. Und rund 25 Radfahrerinnen und Radfahrer, darunter auch Udo Kohl aus Hameln, von Beruf Lokführer, derzeit zur Reha in der KVB-Klinik Königstein, der auf diese Weise schon zum zweiten Mal beim Stadtradeln dabei ist.

Didier Hufler erklärt noch kurz die Handzeichen und die Sonderrechte, die eine Gruppe von Radfahrern ab 16 Personen „im Verbund“ fahrend genießt – etwa über eine Ampel fahren zu dürfen, selbst wenn nur der Erste der Gruppe noch Grün hatte. Die Straßenverkehrsordnung ist bei der „Tour de Hochtaunuskreis“ komplett einzuhalten. Dazu gehört auch, nach dem Start im Schritttempo durch die Fußgängerzone zu rollen. Weiter geht es über Kirchstraße, Limburger Straße und Altkönigstraße und dann zu 99 Prozent auf Waldwegen. Zunächst über den Butterweg, dann den Langen Weg, am Glaskopf und den historischen Glasöfen vorbei nach Oberems (womit Glashütten doch irgendwie mit dabei ist), von dort in Serpentinen hinauf zur Kittelhütte und dann bergab durch das obere Weiltal nach Schmitten-Arnoldshain, wo die Gruppe um 14.45 Uhr erwartet wird. Auch die Rückfahrt über den Sandplacken und dann den Tilmannsweg nach Hause nach Königstein (die Kronberger biegen vorher links ab) hat Hufler fest geplant. Insgesamt liegen auf dieser Strecke 35 Kilometer mit 690 Höhenmetern vor den Radfahrern. Sportlich, sportlich – und fair, dass an den Steigungen die Bio-Biker, also jene ohne Elektrounterstützung, das Tempo vorgeben dürfen. Dazu gehören auch die beiden Kronberger Jugendlichen Hannes (15) und Pina (12), die nach der Fahrt von ihrem Heimatort nach Königstein noch lange nicht genug haben.

Die Begeisterung für die Aktion ist groß, aber ein wenig schwingt bei Hufler und einigen Mitradelnden auch die Ernüchterung mit, dass der Hochtaunuskreis das Stadtradeln in diesem Jahr zum letzten Mal fördert. Immerhin wird das Schulradeln weiter gefördert. Die Radbegeisterten freuen sich aber über die Initiative der Kommunen, finanziell in die Bresche springen zu wollen. Es wäre auch zu schade, wenn das Stadtradeln als Leuchtturmprojekt einfach so einschlafen würde … denn die Chance, dass der Umstieg aufs Fahrrad zum selbstverständlichen Teil des Alltags wird, war noch nie so gut wie heute.

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