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Mit „Landschaftsfenster“ Malerblick als Kulturerbe in Szene setzen?

So stellt sich der sogenannte Malerblick aktuell dar. Foto: S. Puck

Kronberg (pu) – Ein „Landschaftsfenster“ für den Aussichtspunkt Malerblick. Diesbezügliche noch vor der offiziellen Präsentation frühzeitig mittels Pressemeldungen zweier Fraktionen in die Öffentlichkeit gelangten Planspiele verbreiteten sich innerhalb der letzten beiden Wochen nicht nur wie ein Lauffeuer, sondern schaukelten sich infolge kontroverser Diskussionen im Handumdrehen zum Politikum hoch. Resultierend daraus stand auch im Rathaus das Telefon nicht mehr still. TV und Presse wünschten Stellungnahmen von Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos).

An den vergangenen beiden Abenden wurde ein von einem Landschaftsarchitekten gestalteter Vorentwurf im Detail im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) und Ortsbeirat Kronberg sowie im Kultur- und Sozialausschuss als Diskussionsgrundlage offiziell vorgestellt.

Kulturerbe erkennbarer machen

Faktisch liegt momentan Folgendes zur Prüfung und Diskussion in den Gremien auf dem Tisch: Die Projektidee stammt von der Arbeitsgruppe „euroArt“ der Museumsgesellschaft Kronberg, die sich laut vorliegender Informationen schon länger mit dem Wunsch trägt, den klassischen Malerblick, der von Kronberger Malern dutzendfach mit dem Pinsel auf Leinwand festgehalten wurde sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch auswärtige Besucher als Kulturerbe der Künstlerkolonie erkennbarer zu gestalten. Weil Maler ihre Bilder oft rahmen, schien den Initiatoren der Gedanke, die Fokussierung mittels eines Rahmens vorzunehmen, naheliegend.

Mangels vorhandener finanzieller Mittel sowohl bei Museumsgesellschaft und Stadt kam das Ganze in der Vergangenheit allerdings nicht über das Stadium der Gedankenspiele hinaus. Das änderte sich laut der Leiterin des städtischen Umweltreferates und gleichzeitigen Geschäftsführerin der Gesellschaft RheinMain Taunushang GmbH, Yvonne Richter, im Zuge der im Frühjahr/Sommer vorangetriebenen Vorbereitungen für die im letzten Oktober in der Burgstadt stattgefundene „euroArt“-Generalversammlung, nachdem die in die Gespräche mitgenommene Idee auf fruchtbaren Boden fiel. „euroArt“ ist die Vereinigung der Europäischen Künstlerkolonien, zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung, die 1994 in Brüssel auf Initiative von Barbizon (Frankreich), Tervuren (Belgien) unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlamentes und der Europäischen Kommission gegründet wurde, gehört, neben Worpswede und Ahrenshoop, auch die Museumsgesellschaft Kronberg, die wiederum das Erbe der Kronberger Malerkolonie bewahrt.

Positive Rückmeldungen

Prompt kam Bewegung in die Angelegenheit. Innerhalb kürzester Zeit standen demnach Sponsorengelder für eine Entwurfsarbeit zur Verfügung. Noch vor deren Beauftragung wurde die Idee des Landschaftsfensters an dieser markanten Stelle noch im Sommer letzten Jahres sowohl in Magistrat als auch Kultur- und Sozialausschuss angerissen. Die Rückmeldungen seien nach den Worten Richters „sehr positiv“ gewesen, sodass man daraufhin die Regionalpark RheinMain Taunushang GmbH, deren Mitglied die Burgstadt seit Jahren ist, ins Boot geholt habe, die nicht nur starkes Interesse signalisiert habe, sondern durch den Aufsichtsrat im November beschloss, das Ganze in die Projektliste aufzunehmen

In Szene gesetzt

Die nunmehr als Diskussionsgrundlage vorliegende Skizze zeigt ein Ensemble aus einem aktuell 5,30 breiten und 3,87 Meter hohen Cortenstahlrahmen, Stahlplatte (Betonfundament) und durch erhöhte Sitzlehne vor Lärmschutz abschirmende Bank. Mit dem sogenannten „Landschaftsfenster Malerblick“ sollen Aussichtspunkt und Kulturerbe der Künstlerkolonie in Szene gesetzt und der Blick auf die Kronberger Burg, die Altstadt und die Frankfurter Skyline fokussiert werden. „Blickachsen sind ein wichtiges Thema der Regionalroute. Die das Gesicht der Region prägende Frankfurter Skyline ist einzigartig in Europa, dazu die Verknüpfung mit der Kronberger Altstadt als Alleinstellungsmerkmal in der Region mit touristischem Potenzial“, hob Richter hervor. Des Weiteren verspreche man sich durch die Abschirmung des Betrachters zur B455 eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität und die Verdeutlichung des Einstiegs- beziehungsweise Endpunkts der Regionalparkroute Nidda-Opel-Zoo. Die Größe des Landschaftsfensters sei im Übrigen so gewählt, dass sie auch Radfahrern den ungetrübten Blick auf die Szenerie ermöglicht. Ferner ist eine Infotafel vorgesehen, die auf die Geschichte der Künstlerkolonie hinweist. Vom Puzzleteil „Landschaftsfenster Malerblick“ erhoffen sich die Initiatoren insgesamt unter anderem eine Stärkung der Kulturstadt und Tourismusförderung.

Nach bisherigem Stand der Dinge würde die Umsetzung der Maßnahme als nunmehr Projekt der Regionalpark RheinMain Taunushang GmbH rund 35.000 Euro kosten. Fördergelder des Landes Hessen seien in Aussicht gestellt, zweckgebundene Spenden (zirka 6.000 Euro) laut Bürgermeister Temmen bei der Stadt Kronberg schon eingegangen.

Umsetzung noch 2017 denkbar

Vorausgesetzt, Änderungswünsche in puncto Größe des Rahmens et cetera würden das Vorhaben nicht gefährden beziehungsweise die Maßnahme mangels Akzeptanz gekippt (siehe Reaktionen der Bauausschusses in dieser Ausgabe) läge laut Richter eine Realisierung noch dieses Jahr im Bereich des Möglichen.

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