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Leserbrief

Aktuell

Unser Leser, Heinz Abraham (seit 1961 verheiratet), Am Sportfeld 4 c, Oberhöchstadt schreibt zum Juristentipp im letzten Kronberger Boten Folgendes: Der Übergang vom Schuldprinzip zum Zerrüttunsgprinzip in den 70er-Jahren führte u.a. auch dazu, dass sich so manche Ehefrau scheiden ließ (mit und ohne eheliche Kinder), welche dann auch auf staatliche Unterstützung angewiesen war und ist. Und dies keineswegs nur bei Ehen mit Säufern, Rauschgift-Süchtigen und Schlägern. Vielmehr kam nun der sogenannte Wertewandel und die Emanzipation vom Manne (nicht zu verwechseln mit der zu begrüßenden Gleichberechtigung in Beruf und Familie) bei manchen Frauen zur Anwendung.

Wenn der Anzeigen-Tipp nur die herrschende Meinung der juristischen Literatur wiedergibt, ist das eine Sache, wenn aber dies kommentarlos und im Grunde als zutreffend geschieht, eine andere.

Im dort genannten Beispiel kann der Mann die Scheidung nach einem Jahr verweigern und auf jene nach drei Jahren ausweichen, die hier leider nicht näher in ihren Voraussetzungen dargelegt wurde. – Natürlich gilt dies alles auch für den Fall, dass der Frau Ehebruch vorzuwerfen wäre, was dort aber für Mann wie für Frau als zu verzeihendes Kavaliersdelikt dargestellt wird. Nicht etwa als gefühlsmäßiges Zugeständnis, sondern auch als greifendes Argument im Scheidungsverfahren, um einseitig nein sagen zu dürfen.

Auch der nacheheliche Unterhalt, der früher in der Regel bei Schuld wegfiel, wird heute meist noch gewährt, was manche Ex-Partner zu Verweigerungen antreibt, die dann auch noch sträflich geahndet werden.

Das Zerrüttungsprinzip setzt irgendeinen Prozentsatz von Schuld auf beiden Seiten voraus, und zwar schon vor dem Ehebruch. So einfach können sich es nur Politiker bei der Gestaltung neuer Gesetze machen, die keineswegs Verfahren vereinfachen oder verkürzen, wie man behauptete, sondern komplizieren.

Von jenen eher wenigen Ehen, die zu Ende gehen, weil beide sich schuldlos auseinander gelebt haben, muß hier nicht geredet werden. Das ist ein anderes Thema.

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