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Rahmenplan Bahnhof: Die aktuellen Sachstände vor Baubeginn

Status Quo der Park&Ride-Anlage Kronberg Süd. Zunächst sollen durch zeitnahen Ausbau weitere acht Stellplätze gewonnen werden. Darüber hinaus laufen nach wie vor Gespräche mit einem gewerblichen Interessenten für dieses Areal, die Errichtung eines Parkdecks auf der asphaltierten Fläche ist Gegenstand der Verhandlungen. Foto: Puck

Kronberg (pu) – Zum wiederholten Mal zählte sowohl in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) als auch in der anschließenden Bürgerversammlung am Montag in der Stadthalle der aktuelle Sachstand zum Rahmenplan Bahnhof und hauptsächlich zum temporären und finalen Parkplatzkonzept zu den Kernthemen (siehe auch weitere Berichte in dieser Ausgabe).

Der noch in diesem Sommer anstehende Abrisstermin des Parkdecks am Bahnhof und die seiner Meinung nach dringende Notwendigkeit einer Auffrischung der bisher vorliegenden Fakten war ASU-Vorsitzendem Max-Werner Kahl (CDU) Anlass genug, die Mitglieder des Bauausschusses und interessierte Bürger zum Ortstermin auf dem Park- and-Ride-Platz am Campus Kronberg zu versammeln. Es galt, den Status Quo sowie die anstehenden Veränderungen (Erhöhung der Stellplätze) auf dem Gelände, das in Sachen „Parken und Fahren“ (Park and Ride) von der Öffentlichkeit bis dato im Gegensatz zum Bahnhof weitaus weniger wahrgenommen und genutzt wurde, nunmehr jedoch eine tragende Rolle spielen wird, vor Augen zu führen. Einige Gründe für das bisherige Schattendasein wurden in den letzten Tagen angesprochen. Während die Parkplätze am Bahnhof kostenfrei sind, ist die Fläche am Standort Kronberg Süd bewirtschaftet und, wie eine Bürgerin im Rahmen der Bürgerversammlung bemängelte, deckt der Tarif nicht den ganzen Tag ab. Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) versicherte, dahingehend werde das Konzept selbstverständlich überarbeitet. An den Fakten zum Parkplatzbedarf und die zur Option stehenden Alternativen, die schon in der April-Sitzung des Ausschusses vorgestellt worden waren, hat sich aktuell nichts geändert.

Startschuss

Der Countdown läuft, die Tage des Parkdecks sind gezählt. Nach aktuellem Sachstand stehen am Bahnhof zurzeit rund 220 Stellplätze zur Verfügung. Die 120 im Parkdeck befindlichen fallen weg, sobald die nach wie vor ausstehende Baugenehmigung durch den Hochtaunuskreis vorliegt und der Abriss startet. Mit dem ersten Spatenstich für die Tiefgarage des Businesshotels und des Kammermusiksaals geht der Wegfall der übrigen bisherigen Parkplätze einher.

Für Ersatz wird zeitnah gesorgt, denn die Stadt trägt damit nicht nur den Kronberger Bedürfnissen Rechnung, sondern wird als Endpunkt der S-Bahn-Streckenführung auch den Einpendlern aus dem Hintertaunus und den Nachbargemeinden wie Königstein und ihrer Verantwortung gegenüber dem Gesamtnetz, eine gewisse Anzahl an P&R-Parkplätzen bereithalten zu müssen, gerecht.

Erster Schritt

Durch einen Ausbau und den damit einhergehenden Gewinn von acht weiteren Stellplätzen auf der P&R-Anlage Kronberg Süd werden dort bald insgesamt zirka 80 Stellplätze zur Verfügung stehen. Auf eventuelle Neumarkierungen würden die Zuständigen der Stadtverwaltung aus Kostenersparnis am liebsten verzichten, diese Option lediglich ziehen wollen, falls es zu Engpässen kommen sollte. Ebenfalls in diesem Zuammenhang zu erwähnen und schon seit Spätsommer des letzten Jahres realisiert, ist die Standortverlegung des Car-Sharing Fahrzeugs vom Bahnhof nach Kronberg Süd. Des Weiteren soll eine provisorische Anlage von 117 Stellplätzen auf dem Baufeld V entstehen, sodass in der ersten Bauphase 197 P&R-Stellplätze den Großteil des Bedarfs abfangen. Ob diese Fläche bewirtschaftet wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Die erste Phase wird durch die Verlegung der Busabstellflächen abgerundet.

Erweiterung

In einer zweiten Phase könnte durch das Versetzen eines Zauns und Erweiterung um 77 Stellplätze die Aufstockung auf 194 Stellplätze auf dem Baufeld V realisiert werden. Zusammen mit den 80 Parkplätzen in Kronberg Süd käme man auf 274 Stellplätze.

An Autofahrer, die bisher die kostenfreien Parkplätze am Bahnhof ohne anschließende Zugfahrt nutzten, ist mit einem erweiterten Dauerkartenangebot für die Tiefgarage am Berliner Platz ebenfalls gedacht worden.

Option Parkdeck Kronberg Süd

Im Zuge der Inaugenscheinnahme des Geländes Kronberg Süd brachte der Bauausschuss sein Interesse zum Ausdruck, nähere Details zur seit einigen Wochen im Raum stehenden Errichtung eines Parkdecks auf der asphaltierten städtischen Fläche zu erfahren, das unter anderem Gegenstand der aktuellen Verhandlungen mit einem interessierten Unternehmen für dieses Areal ist (wir berichteten). Nach den Worten Siedlers und der Leiterin Bauleitplanung und städtebauliche Planung, Eleni Mayer-Kalentzi, sind die diesbezüglichen Planungen noch in der Anfangsphase. Sofern das Ganze finalisiert werde und für die Stadt finanzierbar sei, bestehe für die aktuell für 2019 und 2020 terminierte Phase III (Wegfall des Ersatzparkplatzes auf dem Baufeld V wegen erhoffter beginnender Wohnbebauung auf dem stillgelegten Gleis III) die Option eines gemeinsamen Parkplatzangebots inklusive Schaffung von P&R-Parkplätzen. Diese Maßnahme hätte im besten Fall die Aufstockung auf 130 P&R-Parkplätze in Kronberg Süd zur Folge. Bisher existieren, wie die Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt, Dr. Ute Knippenberger, im Rahmen der Bürgerversammlung ebenfalls unterstrich, erste grobe schematische Entwürfe für ein ein- und ein mehrgeschossiges Parkdeck. Pro Stellplatz, so die erste grobe Schätzung des Baudezernenten gegenüber den ASU-Mitgliedern, müsse vermutlich mit Kosten zwischen 5.000 und 7.000 Euro gerechnet werden. Überdies sind in diesem frühen Planungsstadium noch eine ganze Reihe von Fragen etwa in Bezug auf bestmögliche Ausnutzung der topografischen Hanglage, eventuelle Nutzung von Synergieeffekten und Kosten offen. Fakt ist hingegen, die Pendler müssten während der Bauphase auf andere P&R-Anlagen in der Region ausweichen.

Finaler Zustand

In der sogenannten Phase IV (finaler Zustand) sollen 2021 letztendlich etwa 60 bis 80 Parkplätze (bedarfsabhängig) am Bahnhof hergestellt sein. Gemeinsam mit den dann in Kronberg Süd existenten 80 bis 130 Stellplätzen käme man vermutlich auf Dauer auf 140 bis 210 P&R-Stellplätze. Die von einigen Bürgern im Zuge der Bürgerversammlung formulierte Sorge, die in den Stoßzeiten angespannte Verkehrssituation in der Frankfurter Straße und am Sodener Stock könnte durch die Mehreinbindung der Parkanlage Kronberg Süd noch akuter werden, wurde von der Stadtverwaltung nicht geteilt. Sowohl die Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt als auch der Erste Stadtrat bekräftigten nochmals, das vorliegende Verkehrsgutachten habe im Ergebnis besagt, dass das Ganze über das vorhandene Straßennetz abgewickelt werden könne. „Die im Höchstfall etwa 200 Mehrfahrzeuge Richtung Kronberg Süd gehen in der Gesamtzahl unter“, so Siedler. Nichtsdestotrotz beinhaltet das vorliegende Parkplatzkonzept einer Reihe flankierender Maßnahmen in Bezug auf die Steigerung der Anreize für den nicht motorisierten Verkehr. Genannt wurden in diesem Zusammenhang unter anderem die Verbesserung der Angebote von Bike&Ride, E-Mobilität und Carsharing.

Intensive Gespräche und „komplexes Geschäft“

Während der Bürgerversammlung ließ Dr. Ute Knippenberger außerdem nochmals den bisherigen Verlauf des seit 2012 existierenden Rahmenplans Bahnhof Revue passieren, Erster Stadtrat Robert Siedler hatte ergänzende Informationen vor allem zu den im Mai geführten Großterminen mit der Deutschen Bahn (DB) parat. Er sprach zum einen von „sehr guten Gesprächen“ zwischen der DB Station Service, dem Rhein-Main-Verbund (RMV), dem potenziellen Investor für das Bahnhofsgebäude und der Stadt Kronberg, andererseits von „Sand im Getriebe“, weil inzwischen in Bezug auf die Abstimmung der Flächenfreisetzung und der künftigen Gestaltung des Bahnhofsumfelds unter anderem auch bedingt durch neue Entwicklungen erhebliche zeitliche Verzögerungen drohen. Von Seiten des Rhein-Main-Verbunds liege vor dem Hintergrund der für 2030 angekündigten Taktumstellung die klare Aussage vor, zu diesem Zweck sei ein zweiter Bahnsteig zwingend erforderlich. Die Stadt hatte bis vor wenigen Monaten gehofft, sich von diesem trennen zu können. Darüber hinaus gestaltet sich der Abstimmungsprozess mit der DB Netz komplex (siehe dazu auch die Pressemitteilung der SPD in dieser Ausgabe), sodass nunmehr die Zeitpläne wanken und überprüft werden muss, ob „die Stadt gegebenenfalls an der einen oder anderen Stelle vorausschreiten muss“, wie Siedler es wörtlich formulierte.

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