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Rockabilly-Ladies rocken die Stadthalle

Kronberg (mw) – Eintauchen in die Zeit der 50er-Jahre hieß es bei der ausverkauften Ladies Night des Kappen Klub Kronberg (KKK) zum Auftakt der Faschingssaison. Das ließen sich die Kronberger und die Ladies aus der Umgebung nicht zweimal sagen. Aus der Rockabillymusik, die entstand, als weiße Musiker in den Südstaaten den schwarzen Rhythm&Blues mit ihren Instrumenten neu interpretierten und mit Countrymusik vermischten, wurde eine Stilepoche, die bis heute an Wirkung nicht verloren hat. Die Mädels jedenfalls hatten ihre Kostüme wie gewohnt bis ins letzte Detail durchdacht und überraschten mit vielen wunderbaren Variationen der damals angesagten Petticoats, bei der die Haartolle entsprechend der Stilikone Elvis Presley nicht fehlen durfte. Kombiniert mit den passenden Haarschleifen oder im Countrystyle mit Karohemd, wilden Tattoos und rotem Herzmund, gaben sie sich die Ehre in der Stadthalle – schließlich stand auch die Kostümprämierung zum krönenden Finale auf dem abwechslungsreichen Faschingsprogramm. Allerdings, aber damit ist in der Nacht der Nächte zu rechnen, wurden sie – zumindest gedanklich – vom „BH-Berater“ Hans-Georg Kaufmann sogleich wieder ausgezogen. Jedenfalls konnte er von allen Busengrößen von 1 bis 12 und über die männlichen Empfindungen dazu berichten: „Bei Größe 2 weiß man wenigstens schon was hinten und was vorne ist“, während Größe 10 schon nicht mehr ganz ungefährlich sei und Größe 11, „befreit von den Hüllen, lässt sich ‘ne ganze Bettstatt füllen“. Damit der BH, „als Sahnestück auf der Torte“, so richtig sitzt, wollte er am liebsten gleich im Anschluss an seinen Vortrag bei möglichst allen Frauen im Saal Maß nehmen. Bereits vor seinem die Lachmuskeln wachkitzelnden Vortrag hatten die Germania Dreamboys aus Flörsheim als College Boys auf der Bühne den Damen so richtig eingeheizt. Sie wussten, worauf es ankommt: Heiße Beats kombiniert mit einer gelungenen Choreografie, vor allem jedoch die Abschlussroben ausziehen und die Muskeln spielen lassen!

Die Solisten als auch die Kronengarde des KKK konnten sich sehen lassen: Die Mädels zeigten sich gut trainiert und boten eine mitreißende Show mit allem, was zu einem schnellen Gardetanz dazugehört. Den gelungenen Auftakt boten die neunjährige Emma Bauer, die damit ihr Debüt gab, gefolgt von Michelle Neif und Sarah Marino, Jule Jeß und Ann-Sophie Lützenberger, die seit elf Jahren bei den Solistinnen dabei ist und dieses Mal zum letzten Mal auftrat. Dafür wurde sie nach ihrem Tanz mit einen Extra-Beifall bedacht. Gleich danach waren die Dalles- Dream Boys aus Oberhöchstadt auf der Bühne. Bei ihnen kamen die Ladies so richtig ins Träumen, durften sie ja auch, denn die Herren der Schöpfung waren der Mary Poppins entschlüpft und tanzten mit ihr poesievoll und lustig zugleich – den Schornsteinfegertanz.

Wer die Ladies-Night kennt, der weiß, da sind zwei Männerballetts noch nicht genug, um die Damen zu bespaßen. Und so gab es in der ausgelassenen Rockabilly-Nacht noch die Daalbachnixen des KKK, die Kronberger Schobbedancer des KKK und die Bachstelzen vom Clugehu Weißkirchen zu bewundern. Letztere luden zum „Touchdown“ auf der Bühne, zwei Mannschaften, ein Ball, und schon kann der Kampf ums Leder losgehen: Ganz klar, dass es bei diesem „Tanz“ auch echte Helme braucht. Die Daalbachnixen rockten übrigens als Omis über die Bühne, denn bei ihnen war „Partytime im Altersheim“. Und die steigt ohne Hemmung, ob mit Katheter oder ohne, es wurde getanzt was das Zeug hielt und es gab verdienten Applaus auch für diesen Tanz mit herrlichen Oma-Kleidchen und Perücken. Überhaupt war das Programm zwar lang, aber ohne ermüdende Längen. Neben Hans Georg Kaufmann war Marc C. Theis als Büttenredner in seiner traditionellen Rolle als Antje von der Bütt mit von der Partie. „Sie“ wusste natürlich, wo der Hase im Pfeffer liegt, denn „ich bin krass, hart und direkt und nehme manchmal Sachen in den Mund, die nicht so schön sind“, befand sie. Dass die Liebe „echter Beschiss“ ist, das weiß sie schon lange, denn eine gute Beziehung dauere eh nur sechs Wochen und jeder wüsste auch, dass Gott zwar verprach, in jeder Ecke der Erde einen tollen Mann zu erschaffen, dann aber die „Erde rund machte“. Allerdings wusste sie auch, dass es die Männer heute ebenfalls nicht, leicht haben: „Fährste ‘nen Porsche, biste ‘nen Angeber. Fährste ‘nen Opel, biste ‘nen Versager. Fährste aber mit ‘nem Opel in ‘nen Porsche, dann geht es wieder.“

Nach diesen Weisheiten einer erfahrenen Holländerin kam „Gery the voice of Elvis“ auf die Bühne – wer Elvis hochleben lassen will, dem kann man diesen Künstler nur empfehlen. Der Elvis der Neuzeit schaffte es auf sympathische Weise, in diese gute alte Zeit zu entführen und dabei alle Altersgruppen mitzunehmen. Und so stand er auf den Tischen und sang sich mit sonorer Stimme in die Herzen der Damen mit seinem gefühlvollen Rock‘n‘Roll. Geradezu gerührt waren diejenigen, die die Musik noch aus ihrer Kindheit kannten.

Rock ‘n‘ Roll vom Feinsten in herrlich luftigen Sommerkleidern zeigten die Gikkelnden Hinkel und die Ahlen Hinkel, die beiden KKK-Tanzgruppen gemeinsam. Sie waren tänzerisch als auch bildlich die Sahnetörtchen. Die Freude am Tanz der jungen Damen, die beim KKK in Hülle und Fülle „nachzuwachsen“, scheinen, sprang sofort auf das Publikum über.

Mit von der Partie waren an diesem Abend noch viele weitere wie Carena Seidenthal, Henni Held und Corinna Habig-Bauer, als souveränes Moderatoren- und Organisationsteam der Großveranstaltung, die es gemeinsam auf mehr als 100 Jahre Bühnenerfahrung bringen. Alles war wieder mit Liebe fürs Detail vorbereitet, angefangen beim entsprechendem Bühnenbild bis über die Tischdekoration, die Deko in der Sektbar, in der anschließend bis in die frühen Morgenstunden getanzt wurde, bis zum Technikteam und vielen Trainern und Helfern bei den Kostümen, nicht zu vergessen auch die Sponsoren und alle weiteren Musiker.

Das Duo Gnadenlos der Plaschis aus Königstein war als Hexen-Duo nach Wiedergeburt zu Gast. Sie unterhielten die Ladies mit ihren Geschichten, Wortspielen und gegenseitigen Sticheleien ebenfalls bestens: Vor allem als sie sich gegenseitig mit Hilfe der Hexerei dermaßen foppten, dass der einen die Anfangsbuchstaben der Wörter durcheinanderpurzelten, während die andere plötzlich sächselte, gab es auf den Stühlen kein Halten mehr. Echte Brüller waren auch die Steinzeit-Frauen (Ahle Hinkel), die mit ihrem Sketch die Bauchmuskeln richtig traktierten und damit Lust auf das Steinzeit-Motto der Hauptsitzung am folgenden Abend machten. Die Steinzeit-Frauen mit solch illustren Namen wie „Kitty Kiesel aus Königstein“ oder „Charlotte von Stein aus Steinbach“ saßen in ihrer Höhle und unterhielten sich über ihre Männer, während diese draußen auf der Jagd waren. Die Sprüche, die sie losließen, hatten es in sich. „Ich esse Faul-Tier, denn Fast-Food ist doch ungesund“. Gekauft wird bei „Stein-Lando“ und „Calvin Stein“ ist der Modebewussten unter diesen in Fellen gehüllten Damen auch schon ein Begriff. Sie benutzt sogar schon einen Säbelzahntiger? Ja, wofür das denn?, fragen sie die anderen: „Zum Beine rasieren, natürlich!“ Überhaupt sind die Frauen der Schöpfung – wie sollte es auch anders sein, so gar nicht auf den Kopf gefallen, sondern kreativ und erfinderisch, während ihre Kinder mit Höhlenkritzeleien dafür sorgen, dass man heute noch von ihnen redet. Ihre Erfindungen, machen die Damen so nebenbei, von der Axt, über das McDonalds-Zeichen und das Rad ist alles dabei: Warum das Rad jedoch am Ende doch erste viele später erfunden werden sollte, erfahren die Zuhörerinnen am Ende des Sketsches auch: Die Männer stolpern über diese Erfindung und wissen damit nichts anzufangen, sie kommen laut und hungrig von der Jagd und das Einzige, was sie in diesem Augenblick interessiert ist, dass was zu Essen auf den Tisch kommt.

Am Ende des Programms der bunten und ausgelassenen Ladies Night mit den drei prämierten Gruppen und einzelnen Damen für die ausgefallensten Kostümen auf der Bühne, verriet Henni Held das Motto für die Ladies Night am 26. Januar 2018: „Quer durch Amerika“. Mit dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten bietet sich den Damen nun die große Freiheit in der Kostümwahl, dass sie sogleich damit anfangen können, über ihre Verkleidung für nächstes Jahr nachzudenken.

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