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Eine Stadt voller Musik – Nach „Verabredung mit Slava“ folgen die Geigen Meisterkurse

Es ist schon Tradition geworden: Auch zum zehnten Todestag des Maestros Mstislav Rostropovich versammelten sich die Kronberger im Schulgarten an seiner Bronzebüste, um dem großen Cellisten, Jugendförderer und Kronberg-Liebhaber zu gedenken und den jungen Stimmen des Knaben- und Mädchenchores zu lauschen. Foto: Patricia Truchsess

Kronberg (kb) – Wenn eine weiße Rose an der Büste von Mstislav Rostropovich im Schulgarten am Berliner Platz liegt, wissen musikliebende Kronberger, dass die Kronberg Academy zur alljährlichen „Verabredung mit Slava“ einlädt. Meistens ist es dann noch frisch und der besorgte Blick gen Himmel obligatorisch. Diesmal aber hatte der Wettergott ein Einsehen. Es muss daran gelegen haben, dass es bereits das zehnte Mal seit dem Tod des Maestros am 27. April war. Kurz vor 19 Uhr dann das gewohnte, sympathische Bild: Langsam füllte sich der Schulgarten mit offensichtlich verabredeten und nun erwartungsvoll wartenden Menschen, schlendernd gesellten sich die Gäste des sich anschließenden Benefizkonzertes für die Mstislav Rostropovich Foundation, aber auch Handwerker auf ihrem Heimweg hinzu. Kronberger eben, die sich in der folgenden halben Stunde an den jungen Stimmen des Knaben- und Mädchenchors am Frankfurter Dom unter der Leitung von Andreas Boltz erfreuten, bevor der Gründer und Präsident der Kronberg Academy, Raimund Trenkler, und Elena Rostropovich das Wort ergriffen. Deren Botschaft war eindeutig: „Wir sind verantwortlich für das, was die Zukunft bringt. Die Zukunft selbst aber liegt in den Händen der Jugend. Darum müssen wir sie fördern und ihr die richtigen Werte mit auf den Weg geben. In der Musik wie im Leben!“, sagte Raimund Trenkler und griff damit die lebenslange Überzeugung Mstislav Rostropovich auf. Der hatte 1997 in Kronberg die Rostropovich Cello Foundation zur Förderung junger Cellisten gegründet. Warum ausgerechnet in Kronberg? Weil er sich, so Raimund Trenkler, von den Kronbergern verstanden fühlte, und weil er bewundernd die Gastfreundschaft in dieser Stadt erkannte: „Dass Kronberger seit 24 Jahren junge Musiker aus der ganzen Welt in ihre Häuser aufnehmen, ist großartig und wird in der ganzen Musikwelt als etwas Einmaliges gesehen und geschätzt.“ Auch Elena Rostropovich betonte die Bedeutung der Musikstadt Kronberg für junge Talente, verband den Fördergedanken jedoch mit einer handfesten, allerdings schmunzelnd formulierten Forderung: „Mstislav Rostropovich hat unzählige Komponisten zu Kompositionen für Cello angeregt. Für jeden in Kronberg geförderten Cellisten muss nun eine Komposition hinzukommen!“ Mit der Bourrée aus der dritten Suite C-Dur für Cello Solo von Johann Sebastian Bach beschloss der kanadische Cellist Gary Hoffman die diesjährige Verabredung der Kronberger mit Slava.

Verabreden sollten sich die Kronberger aber schon in Kürze wieder. Schließlich hängt der Himmel vom 11. bis 18. Mai in Kronberg voller Geigen! 180 junge Leute werden dann nach Kronberg reisen, um bei vier renommierten Geigen-Professoren grundlegende Ideen für ihr Geigenspiel oder auch den letzten künstlerischen Schliff zu erhalten. Die öffentlichen Geigen Meisterkurse & Konzerte halten nämlich eine Menge Überraschungen bereit. Sicher ist, dass die Studentinnen und Studenten alle vorspielen, um in einen der Meisterkurse von Ana Chumachenco, Miriam Fried, Boris Kushnir oder Mihaela Martin aufgenommen zu werden. Nur etwa ein Drittel aber kann von den Professoren unterrichtet werden. Die Auswahl orientiert sich nicht unbedingt an den Besten, sondern auch an den besten Beispielen. Denn Lernen durch Zuschauen und Zuhören, noch dazu bei vier unterschiedlichen Lehrern, ist für viele Geiger der kurze, wirksame und entspannte Weg zum Lernerfolg – und für das musikbegeisterte Publikum die einmalige Möglichkeit, die großen technischen Anforderungen an dieses Instrument und die Bandbreite des musikalischen Ausdrucks aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Wie bei allen Meisterkursen der Kronberg Academy werden auch die Geigen Meisterkurse mit abendlichen Konzerten abgerundet. Traditionell werden in den abwechslungsreichen Konzerten einerseits die Dozenten, aber auch junge Solisten, die bereits an der Kronberg Academy studieren, und schließlich die Meisterschüler selbst zu hören sein. In diesem Jahr eröffnet jedoch ein anderer Künstler, der – ähnlich wie Mstislav Rostropovich einst – sein Herz an Kronberg verloren hat, den Konzertreigen: Der Geiger Gidon Kremer wird am 11. Mai zusammen mit der Alumna der Kronberg Academy, der Cellistin Marie-Elisabeth Hecker, und Lucas Debargue, der gerade seinen internationalen künstlerischen Durchbruch feiert, in der Johanniskirche auftreten.

Eine Stadt voller Musik! Warum eigentlich nicht auch in der Buchhandlung, im Café, in der Galerie? Genügend Musiker sind schließlich da! Das findet jedenfalls der Geiger und Bratschist Volker Biesenbender, der zusammen mit dem Gitarristen Julio Azcano Geigenstudentinnen und -studenten erstmals zum musikalischen Crossover animieren wird. Fest steht, dass sie Mittwoch, 17. Mai vor der Lesung mit Ursula Poznanski mit einigen Studenten um 19 Uhr in der „Bücherstube“ von Dirk Sackis in der Friedrich-Ebert-Straße 5 auftreten werden. Ansonsten werden sich die Studenten spontan den Auftritten mit Volker Biesenbender und Julio Azcano anschließen. Da braucht es natürlich einen schnellen und flexiblen Koordinator. Der ist bereits ausgeguckt: Franz Barocka, der seit letztem September in der Kronberg Academy sein freiwilliges soziales Jahr Kultur absolviert, hat sich die Organisation und Betreuung dieser unkonventionellen Straßenmusik als FSJ-Abschlussprojekt vorgenommen. Der 19-Jährige hält bereits einiges in der Hinterhand. Wer aber wann und wo genau spielt, verrät er erst zu Beginn der Meisterkurse auf den Anschlagtafeln in der Stadthalle und mit Hilfe von Handzetteln.

Die sieben abendlichen Konzerte sind auf der Homepage der Kronberg Academy unter www.kronbergacademy.de zu finden. Konzertkarten sind montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr telefonisch unter 06173 - 78 33 77 oder im Kartenbüro der Kronberg Academy, Friedrich-Ebert-Straße 6 (Recepturhof) erhältlich. Karten können auch per Fax an 783399, per E-Mail an karten[at]kronbergacademy[dot]de oder online unter www.kronbergacademy.de bestellt werden. Besucherkarten für die öffentlichen Meisterkurse zu 6 Euro (ermäßigt 4 Euro) pro Meisterkurs und 12 Euro (ermäßigt 8 Euro) als Tageskarte sind ab dem 13. Mai an den Probenorten in der Stadthalle, im Museum Kronberger Malerkolonie und in der Zehntscheune erhältlich.

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