Kronberg (kb) – Der Schutz bedrohter Arten stand vom 20. bis 22. Mai im Mittelpunkt des „Conservation Forum 2026“ in Kronberg. Im Jahr seines 70-jährigen Bestehens ist der Opel-Zoo Gastgeber dieser Tagung des Europäischen Zoo- und Aquarienverbands (EAZA), zu der über 150 Teilnehmende aus 27 Ländern nach Kronberg gereist sind.
Drei Tage lang tauschen die Artenschutzexperten aus europäischen Zoos und Aquarien, Organisationen aus dem internationalen Artenschutz, Wissenschaft und Verbänden ihre Erfahrungen aus, stärken Partnerschaften und entwickeln praktische Ansätze für den Artenschutz. Zu den diesjährigen Themen gehören der Handel mit Wildtieren, ethische Fragen, der Schutz heimischer Arten und EU-Politik, die Koexistenz von Menschen und Wildtieren. Auch die teils an Zoos angebundenen Artenschutz-Zentren der an die UN angegliederten Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) gehörten dazu. Denn für Arten, die von der Ausrottung bedroht sind, wird der sogenannte „One Plan Approach“ immer wichtiger, bei dem die letzten freilebenden Individuen einer Art mit den in Zoologischen Gärten lebenden Artgenossen in einem gemeinsamen Populationsmanagement-Programm erfasst werden. Dadurch werden die Überlebenschancen der betreffenden Arten wesentlich erhöht.
Der Artenschutz gehört zu den zentralen Aufgaben zoologischer Gärten und die Zeit drängt: Der „Internationale Tag der Biodiversität“ am 22. Mai weist jährlich auf die herausragende Bedeutung der schwindenden Lebensvielfalt auf der Erde hin. „Um bedrohte Arten erfolgreich zu bewahren, müssen die Akteure aus Zoos, Nichtregierungsorganisationen, Gesellschaft und Politik eng zusammenarbeiten. Mit dieser Konferenz bietet die EAZA eine Plattform, um diese Allianzen zu stärken, gemeinsame Strategien weiter zu verbessern und die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich zu bündeln.“, betont Simon Bruslund, Vorsitzender des EAZA Artenschutz-Komittees und Direktor für globale Entwicklung im Zoo Kopenhagen.
Das vielseitige Netzwerk der EAZA ist Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels bestens vertraut. Von 2016 bis 2022 hat er als Vorsitzender die Arbeit des gesamten Verbands aktiv mitgestaltet. Die Beiträge, die die EAZA-Mitglieder allein im Artenschutz dokumentiert haben, weisen beeindruckende Zahlen auf: In den Jahren 2020 bis 2024 investierten sie rund 172 Millionen Euro und fast 940.000 Arbeitsstunden in Artenschutzprojekte weltweit. 299 EAZA-Mitglieder wirkten dabei gemeinsam mit 1.000 weiteren Partnern an Bemühungen zum Schutz von über 1.000 Arten mit.
Auch der Opel-Zoo ist vielfältig im Artenschutz engagiert. Rund 50 von der IUCN als bedroht eingestufte Arten werden im Freigehege gepflegt, mit 39 Arten beteiligt sich der Zoo an Erhaltungszuchtprogrammen, den EAZA Ex Situ Programmes (EEP) und allein im Jahr 2025 wurden 64 Tiere aus der Zucht des Opel-Zoo zur Wiederansiedlung in ihren Herkunftsgebieten abgegeben. Darunter waren 41 Feldhamster, die im hessischen Vordertaunus ausgewildert wurden.
Pünktlich zur Tagung in Kronberg hatten die Zooverantwortlichen noch einen weiteren Grund zur Freude: Anfang Mai diesen Jahres wurde der Opel-Zoo als Mitglied in die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) aufgenommen.
