Kronberg (ivy) – Seit vier Jahren arbeitet Claudia Fink, Martin Rütter-Trainerin und Mitglied des Fördervereins der Alzheimer Stiftung Kronberg, mit ihrem Hund Pablo im Kaiserin-Friedrich-Haus. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein bietet sie nun eine fundierte Ausbildung für Mensch-Hunde-Teams zum Besuchshund an. Hierzu konnten sich interessierte Hundebesitzer bei einem Einschätzungstest vorstellen und wurden anschließend ausgewählt.
Das Ziel ist dabei, das das jeweilige Team ehrenamtlich zweimal im Monat einen Bewohner oder eine Bewohnerin des Kaiserin-Friedrich-Hauses besucht und somit eine Unterbrechung der täglichen Routine darstellt. Claudia Fink erzählt, wie positiv die Reize, die der Hund an die Senioren abgibt, die Möglichkeit des Streichelns und anschließend eine freudige Reaktion des Hundes zu spüren, die Senioren unterstützen kann. Ein Besuch dieser Art könne bei den Bewohnern auch schöne Erinnerungen auslösen, denn einige von ihnen hätten früher zuhause ebenfalls einen Hund gehabt.
Laut der Martin Rütter-Trainerin können Interaktionen mit dem Hund, wie zum Beispiel Spielen, zur Sprachförderung beitragen und die Selbstwirksamkeit unterstützen. Vor allem aber löse es viel Freude bei den Senioren aus.
Da die Durchführung der Ausbildung zu zweit erfolgen muss, bekommt Claudia Fink Unterstützung von ihrer Kollegin Jeanette Jäger, die auch Martin Rütter-Trainerin ist. Die aktuelle Ausbildung besteht aus sechs Teams mit jeweils einem Menschen und einem Hund und endet mit einer Prüfung. An drei Ausbildungstagen von 10 bis 17 Uhr lernen die Teilnehmerinnen beispielsweise viel über die Körpersprache sowie die Mimik ihres Hundes und was sie konkret über die Besuchssituationen wissen müssen. Ein wichtiger Punkt ist dabei das sogenannte „Deckentraining“. Selbst bei Ablenkung muss der Hund lernen, auf seiner Decke liegen zu bleiben. Diese Übung diene der Sicherheit des Hundes und der Bewohner, erläutern die beiden Martin Rütter-Trainerinnen. Weitere Themen sind das Lernverhalten sowie die Grundbedürfnisse des Hundes und es werden mithilfe von Rollenspielen Situationen, die im Umgang mit den Bewohnern auftreten können, geübt. Auch bei Senioren, die von Demenz betroffen sind, können die Besuchshunde eingesetzt werden und hilfreich sein.
Jeder Hund wird nach Abschluss der Ausbildung einem Bewohner des Kaiserin-Friedrich-Hauses fest zugeteilt. Diese Auswahl erfolgt durch den Sozialdienst und wird danach entschieden, welche Bewohner am wenigsten oder gar keinen Besuch bekommen, wer besonders einsam ist oder sich am meisten über einen Hundebesuch freuen würde.
Das Wohlergehen des Hundes im Rahmen der Ausbildung hat für die Trainerinnen einen hohen Stellenwert. „Ein Tier ist kein Teddy!“, betont Claudia Fink.
Für die ehrenamtlichen Teilnehmerinnen ist es eine sinnstiftende Aufgabe, die sie gemeinsam mit ihrem Hund erleben können. Zudem mache es ihnen selbst und den Hunden Spaß und die Hunde seien durch die zusätzliche Aktivität ausgelastet. Für Claudia Fink ist es besonders schön, nach Abschluss der Ausbildung die Entwicklung zwischen dem Hund und seinem Besitzer wahrzunehmen.
Auch Brigitte Möller, die Vorsitzende des Fördervereins der Alzheimer Stiftung Kronberg, zeigt deutlich ihre Begeisterung über das Projekt der Besuchshunde. Für Interessierte ist der Förderverein per E-Mail an alzheimer-kronberg[at]t-online[dot]de zu erreichen.
Jeanette Jäger (2. v. r.) führte draußen mit den ehrenamtlichen Mensch-Hunde-Teams verschiedene Übungen und Rollenspiele durch. Fotos: Wreth

