Chris Hopkins und „Young Lions“ brachten das Publikum zum Klatschen und Swingen

Chris Hopkins begeisterte mit seinen „Young Lions“ Tijn Trommelen, Lena Lorberg, Thimo Niesterok und Bernard Flegar sein Publikum im Festsaal des Altkönig-Stiftes.

Foto: Wilfried Schumacher

Kronberg (pf) – „Wir grooven uns noch ein bisschen ein“, meinte Chris Hopkins und setzte sich an den Flügel. Seine „Young Lions“, die in etwas anderer Besetzung auf der Bühne erschienen als ursprünglich angekündigt, legten ebenfalls los und schon begann am Dienstag vergangener Woche im Festsaal des Altkönig-Stiftes ein Jazzkonzert, wie es sich das Publikum erhofft hatte: mitreißend und swingend, bei dem kaum einer im Saal still sitzen bleiben konnte, man einfach fröhlich mitswingen musste.

Mit dabei, wie angekündigt, waren der aus der niederländischen Stadt Breda stammende Gitarrist und Sänger Tijn Trommelen, der mit seinen 22 Jahren schon in China und Asien erfolgreich auf Tournee war. „Breda ist für sein Jazz Festival bekannt“, erklärte Chris Hopkins. Tijn habe daher den Traditional Jazz und Swing von klein auf miterlebt und in sich aufgesogen. „Er ist sozusagen ein ,native speaker‘, der die Sprache besser beherrscht als jemand, der zuhause sitzt und Vokabeln lernt“, fügte er hinzu.

Mit dabei, wie angekündigt, war auch Trompeter Thimo Niesterok, den Chris Hopkins als einen der führenden Swing-Trompeter seiner Generation vorstellte, was dieser auch sogleich unter Beweis stellte. Schon mit vielen namhaften Jazzpersönlichkeiten hat er auf der Bühne gestanden, nicht nur mit dem amerikanischen Jazzposaunisten Dan Barrett, den Chris Hopkins bei seinem letzten Konzertbesuch im Altkönig-Stift mitgebracht hatte, sondern auch mit Emil Mangelsdorff, vielen weiteren Jazzgrößen und dem Glenn Miller Orchestra.

Neu bei den „Young Lions“ dabei war dieses Mal die erst 19-jährige Bassistin Lena Lorberg aus Osnabrück. Schon mit 13 Jahren war sie Mitglied im LandesJugendJazzOrchester Niedersachsen, wechselte vor zwei Jahren ins JugendJazzOrchester Nordrhein-Westfalen und spielt inzwischen im BundesjugendJazzorchester. „Also nicht mehr in der Regionalliga, sondern in der Bundesliga“, zog der Bandleader den Vergleich zum Fußball. Seit dem Wintersemester 2024/25 studiert Lena Jazz Kontrabass an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, an der auch Chris Hopkins unterrichtet.

Am Schlagzeug nahm der aus der Ulmer Jazzszene kommende Bernard Flegar Platz, Jahrgang 1977 und damit nur fünf Jahre jünger als Chris Hopkins. „Ein nicht mehr ganz junger Lion“, stellte ihn dieser schmunzelnd vor und erzählte, er sei seinerzeit eigens in die USA gereist, um von Barrett Deems, dem Schlagzeuger der Louis Armstrong All Stars, und dem legendären Butch Miles, viele Jahre lang Schlagzeuger der Count Basie Band, zu lernen.

Im Laufe des Konzerts erwies sich Bernard Flegar als wahrer Zauberkünstler an seinem Instrument, was das Publikum durchaus zu schätzen und mit entsprechendem Applaus zu würdigen wusste.

Apropos Applaus: Auch das Publikum durfte bei dem mitreißenden Konzert aktiv werden und lieferte bei einem Cole Porter Stück im richtigen Jazzrhythmus die erbetene Klatsch-Kulisse. Später verließ dann Chris Hopkins seinen Platz am Flügel und präsentierte sich dem Publikum als ebenso kompetenter und versierter Saxophonist, während Thimo Niesterok gleichzeitig zeigen konnte, dass er nicht nur ein wunderbarer Trompeter, sondern auch ein talentierter Pianist ist.



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