Christoph König bleibt Kronbergs Bürgermeister

Das Kandidaten-Duo: Herausforderin Katharina Merklein gratulierte Christoph König fair zu dessen Wiederwahl. Der Amtsinhaber hatte mit Frau Eline (r.) am Wahlabend so lange mit seinem Auftritt im Rathaus gewartet, bis allerletzte Zweifel am Ausgang ausgeräumt waren. Foto: Schramm

Kronberg (as) – Die Sensation ist ausgeblieben. Der aktuelle Bürgermeister von Kronberg ist auch der künftige. Bei der Direktwahl am Sonntag setzte sich der 59-jährige Amtsinhaber Christoph König (SPD), der erneut als Einzelbewerber angetreten war, deutlich gegen seine einzige Herausforderin Katharina Merklein von der CDU durch. Damit bleibt das Kronberger Rathaus weitere sechs Jahre in SPD Hand, es wird seit 1990 von einem Sozialdemokraten geführt. König kam auf 62,8 Prozent der Stimmen, auf Merklein entfielen dementsprechend 37,2 Prozent der Stimmen. 4.067 der 13.768 Wahlberechtigten entschieden sich für König, 2.412 für Merklein, 58 Stimmen waren ungültig. Das ergab eine Wahlbeteiligung von nur 47,5 Prozent – rund acht Prozentpunkte weniger als beim ersten Wahlgang vor sechs Jahren, als König und Andreas Becker (CDU) in die Stichwahl eingezogen waren, bei der König mit 63,5 Prozent der Stimmen erstmals zum Rathauschef gewählt wurde.

Ein ganz ähnliches Ergebnis gab es jetzt auch am vergangenen Sonntag. Und so sollte im Sitzungssaal des Kronberger Rathauses, wo sich rund 80 Bürgerinnen und Bürger, viele aus dem politischen Umfeld, ab 18 Uhr eingefunden hatten, um die eintreffenden Ergebnisse aus den einzelnen Wahlräumen auf einer Leinwand zu verfolgen und das Eintreffen der Kandidaten abzuwarten, keine echte Spannung aufkommen. Bereits um 18.30 Uhr, bei fünf von 15 ausgezählten Wahlbezirken, war der „Drops gelutscht“, Katharina Merklein hatte zu diesem Zeitpunkt als bestes Ergebnis 38 Prozent in Schönberg II auf der Habenseite, während Christoph König im Wahlraum Kita „Schöne Aussicht“ in Oberhöchstadt eine maximale Zustimmung von 74,6 Prozent verzeichnete.

So drehten sich die Gespräche im Saal bald mehr um die Bundespolitik und das Ergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt als um die weiteren eintreffenden Ergebnisse aus der eigenen Kommune. Und so ging beinahe auch unter, dass die Herausforderin zwischendurch im Wahlraum Stadthalle 2 mit 50,8 Prozent sogar einmal die Nase vorn hatte. Die CDU-Kandidatin hatte sich schon früh, beinahe unauffällig, äußerlich aber durchaus aufgeräumt, ins Publikum gemischt. Sie fühle sich „gut“, sagte Katharina Merklein in einer ersten Reaktion. „Der Souverän hat entschieden, und es war gut, dass mehrere Kandidaten angetreten sind“, so die 60-Jährige. Ihre Partei habe durch das gute Ergebnis bei den Kommunalwahlen den „Auftrag bekommen“, einen Kandidaten zu stellen. Und so war Merklein, die in Königstein aufgewachsen ist und kommunalpolitische Erfahrungen in Niedersachsen sammelte, ehe sie mit ihrer Familie in den Taunus zurückkehrte, erst im April nominiert worden und im Mai in die Stadtverordnetenversammlung nachgerückt. Für viele schien das zu kurz, um bei den Kronbergern einen ausreichenden Bekanntheitsgrad zu erlangen. Merklein wollte das so nicht sehen, es habe „an verschiedenen Dingen gelegen, dass wir so spät gestartet sind.“ Sie hatte auf Veranstaltungen und speziell im Haustürwahlkampf, bei dem sie sich stark engagiert hatte, „viel Zustimmung erhalten. Ich denke die Kronberger kennen mich jetzt“, sagte sie zu ihrer zukünftig sicher größere Rollen in der CDU-Fraktion.

Der alte und neue Bürgermeister schritt dann mit seiner Gattin Eline um 18.50 Uhr, als endgültig alles klar war, und unter Applaus die steile Treppe hinab in den Saal. Umarmungen, Glückwünsche und Händeschütteln auch mit seiner Gegenkandidatin, das übliche Prozedere. Und schon um kurz nach 19 Uhr konnte Wahlleiter Michael Richter das vorläufige amtliche Endergebnis verkünden. „So schnell sind wir noch nicht fertig gewesen, seit ich bei der Stadt bin“, sagte Richter, der sich bei seinem Wahlteam von 140 Personen und allen Kronbergerinnen und Kronbergern, die zur Wahl gegangen waren, bedankte.

„Zeit, Danke zu sagen“

„Für mich ist die Zeit, Danke zu sagen“, war dann auch die erste offizielle Botschaft des wiedergewählten Bürgermeisters – an die Wähler für das „überwältigende Vertrauen“, an alle Bediensteten und Helfer der Stadt, an alle, die ihm im Wahlkampf zur Seite gestanden hatten (neben der SPD namentlich die Grünen und die UBG), nicht zuletzt seiner Ehefrau und seinen Kindern. „Und Danke auch an Frau Merklein“ – wofür es den zweiten großen Applaus des Abends gab. „Es ist wichtig, dass die Demokratie hier stattfindet. Das geht nur von unten nach oben und dazu gehört die Auswahl“, so Christoph König. Er werde sich die nächsten sechs Jahre „mit aller Kraft für die Stadt und die Menschen in Kronberg einsetzen“. Die nächste Wahlzeit, die am 1. Januar 2027 beginnen wird, werde „nicht weniger arbeitsintensiv als die letzte“.

Auf Nachfrage sagte König noch, er habe sich das deutliche Ergebnis durchaus erhofft. „Ich hatte ein gutes Gefühl, aber man bekommt ja meist nur die positiven Rückmeldungen, deswegen bin ich im Lauf des Tags zunehmend nervös geworden.“ Die Wartezeit bis zu den Ergebnissen habe er zunächst auf dem Fest der Freiwilligen Feuerwehr verbracht, anschließend zu Hause. Ob er auch vom Amtsbonus profitiert habe? „Das hoffe ich doch, den nehme ich gerne in Anspruch“, so der Wahlsieger selbstbewusst.

Katharina Merklein fühlte sich derweil nicht als Verliererin. Die Frage, ob sie sich mehr erhofft habe, winkte sie auch mit einer Armbewegung beiseite. „Ich bin mit keinen Erwartungen reingegangen, ich wusste aber natürlich, dass es schwer wird gegen den Amtsinhaber.“ Die Themen, die ihr im Wahlkampf entgegengebracht wurden, werde sie versuchen, in der Stadtverordnetenversammlung einzubringen. Womit die beiden Kandidaten auch schon am Wahlabend in das politische Tagesgeschäft übergingen. „Jetzt können wir uns wieder gemeinsam darauf konzentrieren, was das Beste für unsere Stadt ist“, schloss Christoph König fast schon präsidial den Wahlkampf ab.

Weitere Artikelbilder



X