Buchtipp
Aktuell
Roman von Steven Uhly; secession 2025, 22 Euro.
Der Protagonist dieses Romans heißt auch Steven Uhly und ist ein bekennender Menschenfeind von 60 Jahren. Der begibt sich in die USA, um seine Mutter entweder nach Hause zu holen oder (lieber) dort zu beerdigen. Seine Mutter ist mit ihrem zweiten Mann bei einem Ausritt in einen Canyon des Death Valley gestürzt. Gleichzeitig kommt sein Stiefbruder, ein politischer Rechtsaußen, in sein „Trump-Land“, weil sein Vater Gerd der Mann war, der mit abgestürzt ist.
Uhly fliegt nach Las Vegas und lernt schon auf dem Flug den Inhaber eines großen Casinos kennen, der ihn luxuriös unterbringt, ihm ein Auto leiht (Lamborghini-SUV) und ihm erste eigenwillige Kontakte mit der Gesellschaft verschafft. Diese und weitere Kontakte ziehen sich, reflektiert und kommentiert von Uhlys inneren Stimmen, durch dieses Road-Movie und geben ein sehr eindrucksvolles Bild der USA ab. Darth Vader ist die ebenfalls kommentierende Stimme des Navigationssystems und dann kommt noch der sächselnde Stiefbruder Hans dazu. Der hat andere Ideen und Vorlieben und vor allem Vorstellungen zu den USA und der MAGA-Bewegung.
Auf diese Weise zeigt uns der Autor Steven Uhly in seinem Roman „Death Valley“ sprachlich anspruchsvoll das Amerika der Trump-Ära. Mit virtuoser Erzählkunst und skurrilem Witz stellt er wie nebenbei die existenziellen Fragen nach Wahrheit und Lüge, Familie und Identität. Schwarzhumorige Tragik, gesellschaftliche Beobachtung und erzählerische Raffinesse machen dieses Buch zu einem vergnüglichen Leseerlebnis.
