Fraktionen wollen in den Sommerferien in Sachen Baufeld V an den Verhandlungstisch

Kronberg (hmz) – Die ungewöhnlich lange Sitzungsunterbrechung des Kronberger Stadtparlaments während seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause ließ nichts Gutes ahnen. Die Entscheidung über die weitere Vorgehensweise zum Quartier am Bahnhof Kronberg (Baufeld V) nach den Ergebnissen des Realisierungswettbewerbs und den wirtschaftlichen Bewertungen der Siegerentwürfe durch die „Bauland-Offensive Hessen GmbH“ stand auf der Tagesordnung. Die Fraktionen zogen sich überraschend zu interfraktionellen Beratungen zurück. Da zwischen den Sitzungen der Ausschüsse und des Stadtparlaments 14 Tage gelegen haben, konnte von einer Abstimmung im Vorfeld ausgegangen werden.

Die Fraktionen einigten sich schließlich auf eine Vertagung der Entscheidung. In diesem Zusammenhang fragte Bürgermeister König nach dem inhaltlichen Verhandlungsspielraum zwischen den Fraktionen. Wenn es eine Perspektive gebe sei er bereit, den Antrag zu schieben. Er hoffte, dass sich das Schieben lohnt. Erster Stadtrat Heiko Wolf hatte zuvor schon Zweifel daran geäußert. Die derzeit einzige interfraktionell verbindliche Komponente ist das politische Versprechen, bezahlbaren Wohnraum schaffen zu wollen. Diese zwingende Notwendigkeit könnte die Kommunalpolitik an den Verhandlungstisch und im günstigsten Fall zu einem tragfähigen Mehrheitsbeschluss führen. Der soll nun in den Sommerferien gefunden werden.

Im Stadtparlament setzte sich fort, was sich bereits in den Ausschüssen angekündigt hat. Es herrscht noch viel Unsicherheit wegen zahlreicher offener Fragen. (Der Kronberger Bote berichtete ausführlich.) Während der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt die Magistratsvorlage und damit ein Projektende ablehnte, stellte im Haupt- und Finanzausschuss der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Haas den Änderungsantrag, dem Vorschlag von Bürgermeister Christoph König zu folgen. Diesem Antrag wurde mit knapper Mehrheit zugestimmt.

König hatte betont, dass eine Entscheidung für oder gegen die Durchführung vor diesem Verfahrensabschnitt nicht sachgerecht sei und dem Ansehen sowie den Interessen der Stadt Kronberg schade. Die Stadtverordneten hätten sich trotz der bekannten Zweifel an der Wirtschaftlichkeit für die Durchführung des Realisierungswettbewerbs entschieden. Der Wettbewerb erfordere einen hohen Aufwand und verursache nicht zuletzt erhebliche Kosten. Seit 35 Jahren beschäftigen sich wechselnde Stadträte und das kommunale Parlament mit dem ein Hektar großen Gelände, auf dem ein „Leuchtturmprojekt“ gebaut werden soll. Wie nah die Zielgerade ist, wird sich im September zeigen.



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