Kronberg (ivy) – Der Abend begann mit dem Läuten von Glocken. Dabei handelt es sich um das traditionelle Zeichen der Heilig-Geist-Schwestern, wenn um 12 Uhr gegessen wird, erläuterte Max-Werner Kahl. Es war zwar nicht das Original des „Perfekten Dinners“, das jede Woche im Fernsehen serviert wird, aber ein ansehnlicher Ableger. In der Mammolshainer Villa Blascheck, in der die Ordensschwestern zuhause sind, wurden gut 35 Gäste bewirtet. Am Ende freute sich Initiator Max-Werner Kahl über Spenden von 5.000 Euro. Zunächst begrüßte er Sister Theresia, die Leiterin der Internationalen Heilig-Geist-Schwestern in Mammolshain.
Sister Theresia ergriff das Wort und hieß ihrerseits die anwesenden Gäste im Internationalen Zentrum willkommen. Im Jahr 1950 wurde die Apostolische Lebensgesellschaft der Heilig-Geist-Schwestern von Pater Bernhard Bendel in Mammolshain gegründet. „Nach ihrer Gründung breitete sich unsere Ordensgemeinschaft auf andere Kontinente aus, darunter Afrika, Indien, Amerika und die Philippinen. Heute zählt unser Orden insgesamt 576 Schwestern: 314 afrikanische Schwestern, 260 indische Schwestern und zwei deutsche Schwestern“, stellte Sister Theresia die Geschichte des Zentrums vor.
Derzeit gibt es zwei Provinzen in Indien (Atma Dhara und Andhra Pradesh) sowie eine Provinz in Tansania, und eine weitere Provinz befindet sich gegenwärtig im Aufbau. Jede Provinz verfügt über eine eigene, unabhängige Leitung, dennoch sind alle durch ein gemeinsames Zentrum mit einer Internationalen Leitung miteinander verbunden. Dabei stellt die Internationale Leitung das höchste Leitungsorgan des Ordens dar. Laut Sister Theresia fungiert das Internationale Zentrum in Mammolshain als eine Koordinationsstelle für die Spenden und Wohltäter. Einerseits werden die Spenden der Wohltäter gesammelt und andererseits werden für die Geldgeber in Deutschland steuerlich anerkannte Spendenquittungen ausgestellt. Zudem wird hier für die Geldgeber sichergestellt, dass ihre Spende dem Zweck zugutekommt, den sie vorab ausgewählt haben.
Max-Werner Kahl drückte deutlich seine Freude über die erschienenen Gäste und Afrika-Unterstützer, die an diesem Abend ihren Weg in die besondere Kulisse der Villa Blascheck gefunden haben, aus. Die Einnahmen für das folgende Afrika-Menü gehen zum größten Teil in eine Photovoltaikanlage im Massailand am Fuße des Kilimandscharo. Mit dem Sonnenstrom soll der Klinikkomplex in Lekrumuni versorgt werden, damit kontinuierlich operiert werden kann und wegen der häufigen Blackouts keine Zwangspausen eingelegt werden müssen. Das Menü zubereitet hat ein Team des Fernsehsenders Vox, bestehend aus Volker Bewersdorf, Carola Krebsbach und André Paegert.
„Das ist nicht nur unser Hobby, das ist schon eine Leidenschaft“, erzählte Volker Bewersdorf und zeigte ebenfalls seine Freude über das Benefizessen in Mammolshain. Die Vorspeise wurde auf Löffeln hereingetragen: Maiscreme mit Tomatenrelisch machte die Runde. Danach folgte ein afrikanischer Erdnusseintopf mit Geflügel, ehe das knusprige Spanferkel aus dem Taunus, garniert mit Süßkartoffelstampf und Gemüse, als Hauptgang aufgetragen wurde. Als Nachspeise mundete eine afrikanische Pistazienspeise.
Zum Gelingen trugen auch die Dienste des Weinexperten Achim Höfig bei, der einen Tropfen aus Rheinhessen entkorkte, und die charmante Bedienung durch Uli Grym. Als Wohltätigkeits-Wiesel entpuppte sich Angelika Riedel, die dafür sorgte, dass die Spenden im richtigen Topf landeten.
Im Anschluss überreichte Kahl den Köchen noch verschiedene Kochutensilien, darunter ein Satz Kochlöffel aus afrikanischem Bambus, als Dankeschön. Zwischendurch sorgten die Heilig-Geist-Schwestern mit der Darbietung eines Gebets in Kiswahili, bei dem die Gäste freudig mitklatschten, für das gewisse afrikanische Flair.

